In der vorliegenden Arbeit werden Handlungsoptionen Dritter unter besonderer Berücksichtigung der pharmazeutischen Industrie unter den Rahmenbedingungen integrierter Versorgungsformen in der Gesetzlichen Krankenversicherung aufgezeigt. Ziel der Analyse ist es, Instrumente und Organisationsformen des Gesundheitsmanagements zu identifizieren, die einzelnen pharmazeutischen Unternehmen ermöglichen, sich stärker als bisher als Partner in neuen Versorgungskonzepten einzubringen und gleichzeitig Effizienz und Effektivität der Gesundheitsversorgung erhöhen. Dabei werden aufbauend auf einer Situationsanalyse des deutschen Gesundheitswesens, sowie einer Darstellung Organisationsformen und Steuerungselemente von Managed Care ein Überblick über die verschiedenen Organisationsformen der Integrierten Versorgung (Modellvorhaben, Strukturverträge, Hausarztzentrierte Versorgung, strukturierte Behandlungsprogramme, besondere ambulante Versorgung, Integrierte Versorgung gemäß §140 a-d SGB V) gegeben.
Im weiteren Verlauf stellt der Autor die Rolle des Arzneimittels im Versorgungsprozess und die derzeitige Stellung der Pharmaindustrie im deutschen Gesundheitssystem dar. Einzelne Pilotprojekte zeigen, wie Pharmaunternehmen sich bereits heute indikationsspezifisch und regional begrenzt als Versorgungspartner positionieren. Bezüglich der zukünftigen Rolle der Pharmaindustrie werden in dieser Arbeit daher die Rollen als Steuerungspartner, Prozesspartner und Strukturpartner unterschieden.
Die Rolle als Steuerungspartner in der Arzneimitteltherapie ist dem originären Geschäftsmodell der Pharmaindustrie dabei am nächsten. Eine Integration lässt sich dabei durch Risk-Sharing Verträge und Drug-Capitation Verträge begrenzen. Die Rolle der Pharmaindustrie als Partner in der Prozessoptimierung umfasst besonders versorgungsnahe Dienstleistungen. Als Strukturpartner werden neue Versorgungsformen aktiv durch das Pharmaunternehmen vorangetrieben. Abschliessend gibt der Autor Empfehlungen, nach welchen Kriterien ein Pharmaunternehmen ein Engagement in der Integrierten Versorgung bewerten sollte und stellt darüber hinaus mögliche Struktur- und Prozessveränderungen dar, welche für das Unternehmen notwendig sind, um erfolgreich auf die Veränderungen in der Gesundheitsversorgung zu reagieren.
Inhaltsverzeichnis
- I. Einleitung
- 1 Problemstellung und Analyserahmen
- 1.1 Relevanz des Themas und Ziele der Arbeit
- 1.2 Aufbau der Arbeit und Begriffsklärungen
- 2 Zentrale Mängel der Gesundheitsversorgung in Deutschland
- 2.1 Das System der Gesetzlichen Krankenversicherung
- 2.1.1 Die Rolle der Kassenärztlichen Vereinigungen und Krankenkassen
- 2.1.2 Die einzelnen Leistungssektoren
- 2.2 Herausforderungen und Strukturprobleme der GKV
- 2.2.1 Erosion der Einnahmebasis und systemexterne Kostensteigerungen
- 2.2.2 Ineffizienzen in der Leistungserstellung
- 2.3 Zwischenfazit zur Situation im deutschen Gesundheitswesen
- II. Formen der Integrierten Versorgung in Deutschland
- 3 Integrierte Versorgungsstrukturen in Deutschland
- 3.1 Elemente von Managed Care
- 3.1.1 Definition und Ziele
- 3.1.2 Steuerungsmöglichkeiten bei Managed Care
- 3.1.2.1 Organisationsformen
- 3.1.2.1 Managed Care Instrumente
- 3.1.3 Internationale Vorbilder: USA und die Schweiz
- 3.2 Entwicklung in der GKV
- 3.2.1 Strukturverträge und Modellvorhaben
- 3.2.2 Integrierte Versorgungformen nach § 140a-d SGB V
- 3.2.3 Disease Management Programme
- 3.2.4 Hausarztzentrierte Versorgung
- 3.2.5 Besondere ambulante ärztliche Versorgung
- 3.3 Erweiterte Rolle der Leistungserbringer
- 3.3.1 Medizinische Versorgungszentren
- Zentrale Mängel der Gesundheitsversorgung in Deutschland
- Formen der Integrierten Versorgung in Deutschland
- Rolle der Pharmaindustrie in der Integrierten Versorgung
- Chancen und Risiken der Integrierten Versorgung für die Pharmaindustrie
- Zukunftsperspektiven der Integrierten Versorgung im Kontext der Pharmaindustrie
- Kapitel I: Einleitung
- Dieses Kapitel erläutert die Relevanz des Themas Integrierte Versorgung und die Ziele der Arbeit.
- Es werden wichtige Begriffe definiert und der Aufbau der Arbeit vorgestellt.
- Das Kapitel analysiert zentrale Mängel der Gesundheitsversorgung in Deutschland und beleuchtet das System der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und seine Herausforderungen.
- Kapitel II: Formen der Integrierten Versorgung in Deutschland
- Dieses Kapitel befasst sich mit verschiedenen Formen der Integrierten Versorgung in Deutschland, einschließlich der Elemente von Managed Care.
- Es werden internationale Vorbilder, wie die USA und die Schweiz, betrachtet und die Entwicklung der IV in der GKV beleuchtet.
- Das Kapitel untersucht verschiedene Konzepte und Modelle der IV, wie Strukturverträge, Modellvorhaben und Disease Management Programme.
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Dissertation befasst sich mit der Rolle der Pharmaindustrie im Kontext der Integrierten Versorgung (IV) im deutschen Gesundheitswesen. Ziel ist es, die Herausforderungen und Chancen der IV für die Pharmaindustrie zu analysieren.
Zusammenfassung der Kapitel
Schlüsselwörter
Die Dissertation befasst sich mit zentralen Themen wie Integrierte Versorgung, Managed Care, Gesundheitsökonomie, Pharmaindustrie, GKV, Strukturverträge, Disease Management Programme, Hausarztzentrierte Versorgung und Medizinische Versorgungszentren. Sie analysiert die Herausforderungen und Chancen der IV für die Pharmaindustrie im deutschen Gesundheitswesen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist "Integrierte Versorgung" (IV) in Deutschland?
IV bezeichnet eine sektorenübergreifende Zusammenarbeit (z.B. zwischen Hausarzt, Facharzt und Klinik), um die Behandlungsqualität zu erhöhen und Ineffizienzen im Gesundheitssystem abzubauen.
Welche Rolle spielt die Pharmaindustrie in der Integrierten Versorgung?
Pharmaunternehmen können als Steuerungs-, Prozess- oder Strukturpartner agieren, indem sie z.B. Risk-Sharing-Verträge anbieten oder die Optimierung von Behandlungspfaden unterstützen.
Was sind Disease Management Programme (DMP)?
DMPs sind strukturierte Behandlungsprogramme für chronisch Kranke (z.B. Diabetes), die eine koordinierte Versorgung nach evidenzbasierten Leitlinien sicherstellen sollen.
Was versteht man unter "Managed Care"?
Managed Care umfasst Organisationsformen und Instrumente zur Steuerung von Kosten und Qualität im Gesundheitswesen, oft inspiriert durch Modelle aus den USA oder der Schweiz.
Warum ist IV für Pharmaunternehmen strategisch wichtig?
Durch IV können sich Unternehmen als Partner im Versorgungsprozess positionieren, statt nur als reiner Pillenlieferant aufzutreten, was den Marktzugang und die Kundenbindung verbessert.
- Quote paper
- Kristian Koch (Author), 2009, Integrierte Versorgung und die Rolle der Pharmaindustrie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/161599