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Über einen möglichen Zusammenhang zwischen Legasthenie und Analphabetismus

Title: Über einen möglichen Zusammenhang zwischen Legasthenie und Analphabetismus

Intermediate Diploma Thesis , 2007 , 34 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Doreen Förste (Author)

Social Work
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Sucht man nach dem Begriff „Analphabetismus“, wird mitunter auch „Legasthenie“ thematisiert bzw. umgekehrt. Deshalb fragte ich mich, ob es Parallelen gibt, ob die Begriffe kompatibel sind. Daher möchte ich mich in dieser Arbeit auf die Suche nach einem Zusammenhang zwischen beiden Phänomenen begeben.
Da die Untersuchung eines möglichen Zusammenhangs sehr viele Blickwinkel zulässt, möchte ich der Arbeit einen konkreten Schwerpunkt geben, indem ich vorrangig der Frage nachgehe, ob der Legastheniker von heute der Analphabet von morgen werden kann.
Der Formulierung dieser Fragestellung geht die Annahme voraus, dass beide Phänomene, also Legasthenie und Analphabetismus, vergleichbaren Charakter haben, sich vorrangig um unzureichende Lese- und Rechtschreibfähigkeit, also Schriftsprachkompetenz drehen und sich bedingen.
Der Frage nach der Bedingtheit, der Korrelation, wird durch die Betrachtung von Ursachen und Folgen von Legasthenie und die Gegenüberstellung von Analphabetismus Antwort gewährt. Die Arbeit wird dabei umrahmt durch die Einbeziehung medizinischer, psychologischer und nicht zuletzt sozialer Aspekte. Im Zusammenhang mit der Bedingtheit der Legasthenie wird die bekannte Theorie von Piaget aus dem Bereich der Entwicklungspsychologie Anwendung finden, wobei die Stufen der kognitiven Entwicklung des Menschen unter dem Gesichtspunkt Schriftspracherwerb betrachtet werden.
In Zeiten rapiden Fortschritts und stetiger Technologieneuerungen und nicht zuletzt aufgrund von Globalisierung und Individualisierung nimmt Sprach- und vor allem Schriftsprachkompetenz einen wesentlichen Stellenwert für die Partizipation am gesellschaftlichen Leben ein. Daher werde ich im Rahmen dieser Arbeit, auf Basis der Wichtigkeit dieser Kompetenz, Interventionsmöglichkeiten inklusive ihrer Wirksamkeit untersuchen, die möglichen negativen Folgeproblemen vorbeugen und diese verhindern sollen. Hierbei wird das Augenmerk unter anderem auf soziotherapeutische Maßnahmen gelegt, die durchgeführt werden müssen, damit eben aus dem Legastheniker kein Analphabet wird, damit eine Bedingtheit ausgeschlossen wird.
Die essentielle Basis meiner Untersuchung bildet jedoch die Definition der Phänomene, von welchen Phänomenen ist überhaupt die Rede? Durch die Beschreibung beider Problematiken soll festgestellt werden, ob es Unterschiede gibt oder ob meine Annahme verifiziert werden kann, es also Parallelen gibt, oder ob gleichen Symptomatiken lediglich unterschiedliche Begriffe zugeordnet werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Legasthenie - die Untersuchungsgrundlage

2.1 Beschreibung

2.1.1 Definition des Phänomens

2.1.2 Betroffene und Häufigkeit

2.1.3 Symptomatik und Erscheinungsformen

2.2 Bedingtheit und Entwicklung

2.2.1 Medizinische Ursachen

2.2.2 Psychologische Determinanten

2.2.3 Umweltfaktoren

2.3 Individuelle und gesellschaftliche Bedeutung

2.3.1 Bedeutung schriftsprachlicher Kompetenz

2.3.2 Folgen der Störung

2.3.2.1 Teufelskreis bei fehlender Diagnose

2.3.2.2 Folgen bei entdeckter Legasthenie

2.3.2.1 Relevanz für die Entwicklungsaufgaben

2.3.3 Kognitive Entwicklung und Schriftspracherwerb

2.3.4 Diagnostik von Legasthenie

2.4 Interventionsmöglichkeiten und ihre Wirksamkeit

2.4.1 Prävention

2.4.2 Behandlung

3. Analphabetismus – die Gegenüberstellung

3.1 Beschreibung

3.1.1 Definition des Phänomens

3.1.2 Symptomatik und Erscheinungsformen

3.1.3 Betroffene und Häufigkeit

3.2 Bedingtheit und Entwicklung

3.2.1 Psychosoziale Ursachen

3.2.2 Soziokulturelle Determinanten

3.3 Individuelle und gesellschaftliche Bedeutung

3.3.1 Formen von Armut

3.3.2 Folgen für die Zukunft

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Forschungsfrage, ob Legasthenie als Ursache für die Entwicklung eines funktionalen Analphabetismus im Erwachsenenalter fungieren kann. Das primäre Ziel ist es, Zusammenhänge zwischen den beiden Phänomenen durch eine Analyse ihrer jeweiligen Ursachen, Folgen und Entwicklungspfade aufzuzeigen und dabei die Bedeutung professioneller Interventionen zur Prävention gesellschaftlicher Ausgrenzung hervorzuheben.

  • Vergleichende Analyse der Definitionen und Erscheinungsformen von Legasthenie und Analphabetismus.
  • Untersuchung der biopsychosozialen Ursachen und Entwicklungsbedingungen beider Phänomene.
  • Reflexion der individuellen und gesellschaftlichen Folgen mangelnder Schriftsprachkompetenz.
  • Bewertung von Präventionsmaßnahmen und therapeutischen Interventionsansätzen im Schul- und Elternkontext.

Auszug aus dem Buch

2.3.2.1 Teufelskreis bei fehlender Diagnose

Das sogenannte Teufelskreis-Modell von Betz/Breuninger verdeutlicht auf anschauliche Weise, wie unter anderem fehlerhafte Didaktik oder auch gut gemeinte, aber falsche Instruktionen von Eltern, zu Schwierigkeiten führen können. Es beschreibt die psychischen Veränderungen, „die durch das Erlebnis des Versagens in einem zentralen schulischen Bereich trotz guter allgemeiner Begabung entstehen“ (Mann, Oberländer, Scheid 2001, S. 189).

Wenn ein Kind beispielsweise aufgrund einer Entwicklungsverzögerung Buchstaben nicht auseinanderhalten und Wörter dadurch nicht selbständig erlesen kann, ist es eine schwer zu verkraftende Erfahrung für das Kind, da es noch nichts von seinen Schwierigkeiten weiß und von gleichen Ausgangsbedingungen für alle Mitschüler ausgeht. Die Kinder reagieren je nach Temperament unterschiedlich. Während der Eine durch vermehrtes Üben seine Schwierigkeiten kompensieren möchte, geben Andere schneller auf und fangen an , das Lesen zu vermeiden, indem sie sogar offenen Widerstand zeigen. Da auch die Eltern von den Schwierigkeiten des Kindes noch keine Kenntnis haben, reagieren sie normal. Sie beabsichtigen, ihrem Kind durch vermehrtes Üben zu helfen, zeigen aber bei ständigen Fehlerwiederholungen ihres sonst so begabten Kindes ihre Ungeduld durch Ermahnen oder Schimpfen bis hin zu Ohrfeigen. Folglich merkt das Kind, es genügt den elterlichen Erwartungen nicht, was so bedrohlich ist, dass die Vermeidungsversuche verstärkt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung motiviert die Themenwahl aufgrund praktischer Erfahrungen und definiert die Forschungsfrage, ob Legasthenie eine Bedingtheit für späteren Analphabetismus darstellen kann.

2. Legasthenie - die Untersuchungsgrundlage: Dieses Kapitel erläutert die klinische Definition, die neurobiologischen und psychologischen Ursachen sowie die Symptomatik und die Auswirkungen der Legasthenie.

3. Analphabetismus – die Gegenüberstellung: Das Kapitel vergleicht den Analphabetismus mit der Legasthenie, wobei insbesondere die soziokulturellen Ursachen und die Auswirkungen auf die gesellschaftliche Teilhabe im Fokus stehen.

4. Fazit: Das Fazit bestätigt die Ausgangsthese, dass Legasthenie bei fehlender oder unzureichender Intervention zu einer funktionalen Analphabetisierung führen kann, und betont die Notwendigkeit frühzeitiger Unterstützung.

Schlüsselwörter

Legasthenie, Analphabetismus, Schriftsprachkompetenz, Teufelskreis-Modell, Prävention, Intervention, Entwicklungsstörung, Soziale Arbeit, Schulversagen, Lerntherapie, Bildungsbenachteiligung, Psychosoziale Folgen, Wahrnehmungsstörungen, Inklusion, Alphabetisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht einen möglichen kausalen Zusammenhang zwischen Legasthenie und dem funktionalen Analphabetismus bei Erwachsenen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die Entstehung von Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten, deren psychologische und soziale Folgen sowie Möglichkeiten der Prävention und Behandlung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu belegen, ob ein heute betroffener Legastheniker ohne adäquate Förderung zum funktionalen Analphabeten von morgen werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine theoretische Analyse bestehender Fachliteratur und psychologischer Modelle, um Vergleiche zwischen den beiden Phänomenen zu ziehen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Grundlagen der Legasthenie, eine Gegenüberstellung zum Analphabetismus sowie eine vertiefende Betrachtung der Ursachen und Interventionsmöglichkeiten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Legasthenie, funktionaler Analphabetismus, Schriftsprachkompetenz, Teufelskreis und Interventionsmöglichkeiten.

Welche Rolle spielt das Elternhaus im Teufelskreis der Legasthenie?

Das Elternhaus kann den Teufelskreis verschärfen, wenn durch Unwissenheit oder unrealistische Erwartungshaltungen Druck auf das Kind ausgeübt wird, was zu Resignation oder Vermeidungsverhalten führt.

Inwiefern beeinflusst der schulische Kontext die Entwicklung zum Analphabetismus?

Schulen können durch mangelnde professionelle Förderung von Legasthenie dazu beitragen, dass das Kind den Anschluss verliert, was langfristig eine funktionale Analphabetisierung begünstigen kann.

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Details

Title
Über einen möglichen Zusammenhang zwischen Legasthenie und Analphabetismus
College
University of Applied Sciences Jena
Grade
2,0
Author
Doreen Förste (Author)
Publication Year
2007
Pages
34
Catalog Number
V161211
ISBN (eBook)
9783640747061
ISBN (Book)
9783640747566
Language
German
Tags
Legasthenie Analphabetismus kognitive Entwicklung Schriftspracherwerb
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Doreen Förste (Author), 2007, Über einen möglichen Zusammenhang zwischen Legasthenie und Analphabetismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/161211
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