Von jeher war das berechnen eines angemessen Preises für die erstellten Produkte ein wichtiges Thema der Bäckereibranche. Ziel eines jeden Unternehmens ist es, über den erreichten Umsatz abzüglich der Kosten einen Gewinn zu realisieren. Auch im Bäckerhandwerk entstehen hierzu für den Unternehmer ein Vielzahl von Fragen, insbesondere über die zu tätigen Investitionen, Finanzierungen und dem Ausbau der Marktposition.
Mit den veränderten Wettbewerbsbedingungen und den verbesserten EDVLösungen der heutigen Zeit sind auch die kalkulatorischen Anforderungen gestiegen. Der Wettbewerb hat sich für das Bäckerhandwerk in den letzten Jahren stark verändert und verschärft. Konkurrenz außerhalb der Reihen des Bäckerhandwerks teilen sich den Backwarenmarkt und Substitutionsprodukte der Fast – Food Ketten, Tankstellen und Kioske führen zu einem immer enger werdenden Marktanteil. Aus diesem Grund ist es wichtig durch ein gutes Marketing sich auf dem Markt zu positionieren und einen kostendeckenden und marktgerechten Preis für seine Produkte zu berechnen.
Bei Kalkulation denken die meisten Unternehmer an ein Verfahren zur Berechnung eines Produktpreises. Doch genau dies gestaltet sich nicht nur in einem Bäckereiunternehmen als außerordentlich schwierig: eine Vielfalt an Produkten wird mit einer großen Zahl diverser Geräte und Maschinen und jeweils ganz unterschiedlichem Arbeitsintensität hergestellt und auch der Vertrieb erfolgt über mehrere Wege. Dabei sind in einem Bäckereiunternehmen die Materialeinzelkosten am einfachsten zu berechnen, wobei hier unterschiedliche „Baugruppen“ zu beachten sind, die im Bäckerei-Jargon Teig in Teig genannt werden.
Schwieriger gestalten sich die verursachungsgerechte Zurechnung und Umlage der Fertigungslöhne und Gemeinkosten. Hierzu haben sich im Laufe der Zeit historisch verschiedene Möglichkeiten entwickelt.
In grauen Vorzeiten wurde mit einem Aufschlag, auch Rohaufschlagskalkulation genannt3, auf den Materialpreis eines Produktes gearbeitet, was dazu führte, dass sich für einen materialintensiven Artikel ein hoher Verkaufspreis errechnete. Es wurde unterstellt, dass sich alle Kosten auf jedes Produkt so verteilen wie die Rohstoffkosten, was jedoch nicht der Realität entspricht.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Kalkulationsarten
- Vollkostenrechnung
- Materialeinzelkosten
- Materialgemeinkosten
- Fertigungseinzelkosten
- Arbeitszeiterfassung und Zeitmessungen
- Fertigungsgemeinkosten
- Stundenkostensatz
- Einstufige Zuschlagskalkulation
- Äquivalenzziffernkalkulation
- Mehrstufige Zuschlagskalkulation
- Vertriebsgemeinkosten I (Warenverteilung)
- Vertriebsgemeinkosten II (Warentransport)
- Vertriebsgemeinkosten III (Eigenverkauf)
- Wertschöpfungskalkulation
- Deckungsbeitragsrechnung (Teilkostenrechnung)
- Unterschiede zwischen Voll- und Teilkostenrechung
- Vollkostenrechnung
- Praxisumsetzung
- Fazit
- Literaturverzeichnis
- Gesprächsverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit "Branchenspezifische Preiskalkulation im Bäckerhandwerk" zielt darauf ab, die verschiedenen Kalkulationsmethoden im Bäckerhandwerk zu beleuchten und deren praktische Anwendung in der Branche aufzuzeigen. Der Fokus liegt dabei auf der detaillierten Analyse der Vollkostenrechnung, der Wertschöpfungskalkulation und der Deckungsbeitragsrechnung.
- Analyse verschiedener Kalkulationsarten im Bäckerhandwerk
- Detaillierte Betrachtung der Vollkostenrechnung
- Untersuchung der Wertschöpfungskalkulation und ihrer Anwendung
- Einblick in die Deckungsbeitragsrechnung und ihre Relevanz für das Bäckerhandwerk
- Praktische Umsetzung der Kalkulationsmethoden im Unternehmenskontext
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der branchenspezifischen Preiskalkulation im Bäckerhandwerk ein und stellt die Relevanz des Themas für die betriebliche Praxis heraus.
- Kalkulationsarten: Dieses Kapitel behandelt die verschiedenen Kalkulationsarten, die im Bäckerhandwerk Anwendung finden. Neben der Vollkostenrechnung werden auch die Wertschöpfungskalkulation und die Deckungsbeitragsrechnung vorgestellt und erläutert.
- Vollkostenrechnung: Die Vollkostenrechnung wird im Detail analysiert und in ihre Bestandteile zerlegt. Es werden die verschiedenen Elemente der Kostenrechnung, wie Materialeinzelkosten, Materialgemeinkosten, Fertigungseinzelkosten und Fertigungsgemeinkosten, erläutert und ihre Bedeutung für die Preiskalkulation dargestellt.
- Wertschöpfungskalkulation: Dieses Kapitel befasst sich mit der Wertschöpfungskalkulation und zeigt, wie diese Methode zur Berechnung der Wertschöpfung und des Deckungsbeitrags eingesetzt werden kann.
- Deckungsbeitragsrechnung (Teilkostenrechnung): Die Deckungsbeitragsrechnung wird vorgestellt und ihre Bedeutung für die Entscheidungsfindung in Unternehmen erläutert.
- Unterschiede zwischen Voll- und Teilkostenrechnung: In diesem Kapitel werden die Unterschiede zwischen der Vollkostenrechnung und der Teilkostenrechnung aufgezeigt und die jeweiligen Vor- und Nachteile der beiden Methoden im Kontext des Bäckerhandwerks diskutiert.
- Praxisumsetzung: Dieses Kapitel behandelt die praktische Umsetzung der Kalkulationsmethoden im Bäckerhandwerk. Es werden konkrete Beispiele und Fallbeispiele vorgestellt, um die Anwendung der Theorie in der Praxis zu verdeutlichen.
Schlüsselwörter
Die Arbeit "Branchenspezifische Preiskalkulation im Bäckerhandwerk" beschäftigt sich mit zentralen Themen der Kostenrechnung und Preiskalkulation im Bäckerhandwerk. Schlüsselbegriffe sind Vollkostenrechnung, Wertschöpfungskalkulation, Deckungsbeitragsrechnung, Materialkosten, Fertigungskosten, Vertriebskosten, Preisbildung, Rentabilität und betriebliche Entscheidungen.
- Arbeit zitieren
- Alexander Dilly (Autor:in), 2009, Branchenspezifische Preiskalkulation im Bäckerhandwerk, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/160609