Die folgende Seminararbeit mit den Titel: „Wie demokratisch sind NGOs als politische Akteure- Eine Untersuchung am Beispiel von Greenpeace Deutschland“ befasst sich mit der Fragestellung, ab wann Nichtregierungsorganisationen (NGOs) die Rolle eines politischen Akteurs einnehmen und ob sie demokratischer Legitimation bedürfen. Einleitend soll dazu zunächst geklärt werden, unter welchen Umständen eine NGO zum politischen Akteur wird. Dazu ist Grundsätzlich anzumerken, dass eine NGO nicht generell mit einer politischen Partei oder einer Gewerkschaft verglichen werden kann. Hier soll daher anhand eines Beispiels die Rolle von NGOs im politischen Entscheidungsprozess der Europäischen Union geklärt werden. Im Vordergrund steht dabei die Frage, wie hoch der Einfluss von NGOs bei der politischen Entscheidungsfindung ist und welche Aufgaben NGOs grundsätzlich übernehmen, um politischen Einfluss auszuüben. Im Anschluss soll herausgearbeitet werden, was überhaupt einen demokratisch legitmierten politischen Akteur innerhalb eines politischen Systems ausmacht. Dazu werden drei Kriterien aufgestellt, welche dem Ansatz zu „Embedded Democracy“ entnommen sind. Diese werden dahingehend modifiziert, als dass sie zur Untersuchung einer NGO als politischer Akteur geeignet sind. Anhand dieser aufgestellten Kriterien soll nun die Organisation Greenpeace Deutschland auf ihre demokratische Akteursqualität hin untersucht werden. Dies geschieht im Wesentlichen unter der Fokussierung auf die Satzung des Greenpeace e.V. Hier sollen primär die Mitgliederstruktur und die Mitwirkungsrechte der Mitglieder und damit der demokratische Gehalt der inneren Struktur von Greenpeace überprüft werden. In einem letzten Schritt soll die Output- Legitimation der Entscheidungen und Aktivitäten von Greenpeace Deutschland untersucht werden. Dazu werden die Argumente der Glaubwürdigkeit und Berichterstattung durch die Medien kritisch aufgegriffen. Es soll herausgestellt werden, in wie fern diese beiden Kriterien eine Legitimationsgrundlage für die Arbeit der NGO bilden kann. Ziel der Arbeit soll es sein, die grundsätzlichen demokratischen Defizite innerhalb der Organisation Greenpeace als auch die der Output- Legitimation aufzuzeigen und zu bewerten.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Die Rolle von NGOs in der internationalen Politik – Wann wird eine NGO zum politischen Akteur?
- Was ist ein demokratisch legitimierter Akteur?
- Wie demokratisch ist Greenpeace Deutschland als politischer Akteur?
- Der Aufbau der Mitgliederstruktur von Greenpeace Deutschland
- Die demokratische Akteursqualität von Greenpeace Deutschland
- Fazit Eigene Meinung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Seminararbeit untersucht die Rolle von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) als politische Akteure am Beispiel von Greenpeace Deutschland. Die Arbeit beleuchtet, unter welchen Umständen eine NGO zu einem politischen Akteur wird und ob sie demokratischer Legitimation bedarf.
- Die Rolle von NGOs in der internationalen Politik
- Kriterien für einen demokratisch legitimierten Akteur
- Die demokratische Akteursqualität von Greenpeace Deutschland
- Die Legitimationsgrundlage für die Arbeit der NGO
- Bewertung der demokratischen Defizite innerhalb von Greenpeace
Zusammenfassung der Kapitel
- Kapitel 2 befasst sich mit der Rolle von NGOs in der internationalen Politik und analysiert, wann eine NGO zum politischen Akteur wird. Dabei werden die Funktionen von NGOs im politischen System und die Bedeutung von Legitimitätsmobilisierung und „agenda-setting“ beleuchtet. Außerdem wird die Partizipation von NGOs im Mehrebenensystem der Europäischen Union am Beispiel von Greenpeace untersucht.
- Kapitel 3 widmet sich der Frage, was einen demokratisch legitimierten Akteur innerhalb eines politischen Systems ausmacht. Es werden Kriterien vorgestellt, die dem Ansatz zu „Embedded Democracy“ entnommen sind und die für die Untersuchung von NGOs als politische Akteure relevant sind.
- Kapitel 4 analysiert die Organisation Greenpeace Deutschland hinsichtlich ihrer demokratischen Akteursqualität. Es werden die Mitgliederstruktur, die Mitwirkungsrechte der Mitglieder und der demokratische Gehalt der inneren Struktur von Greenpeace untersucht.
Schlüsselwörter
Die Arbeit konzentriert sich auf die Themen Nichtregierungsorganisationen (NGOs), politische Akteure, demokratische Legitimation, „embedded democracy“, Greenpeace Deutschland, Mitgliederstruktur, Mitwirkungsrechte, Legitimation, Output-Legitimation, Medien, Glaubwürdigkeit, Berichterstattung.
Häufig gestellte Fragen
Wann wird eine NGO zum politischen Akteur?
Eine NGO wird zum politischen Akteur, wenn sie Einfluss auf politische Entscheidungsprozesse nimmt, etwa durch Agenda-Setting oder Partizipation in Systemen wie der EU.
Wie demokratisch ist die Struktur von Greenpeace Deutschland?
Die Arbeit untersucht kritisch die Mitgliederstruktur und stellt fest, dass die Mitwirkungsrechte der breiten Masse der Spender oft gering sind, was zu demokratischen Defiziten in der inneren Struktur führen kann.
Was bedeutet "Output-Legitimation" bei NGOs?
Output-Legitimation bezieht sich auf die Rechtfertigung des Handelns durch erzielte Ergebnisse, Glaubwürdigkeit und die positive Resonanz in den Medien, statt durch demokratische Wahlprozesse.
Was besagt der Ansatz der "Embedded Democracy"?
Dieser Ansatz dient als Kriterienkatalog, um die Qualität und Legitimität politischer Akteure innerhalb eines demokratischen Systems zu bewerten.
Können NGOs mit politischen Parteien verglichen werden?
Nein, NGOs unterscheiden sich grundlegend von Parteien, da sie keine Wahlen gewinnen wollen, sondern spezifische Sachinteressen vertreten und anders legitimiert sind.
- Citar trabajo
- Andreas Kremer (Autor), 2010, Wie demokratisch sind NGOs als politische Akteure - Eine Untersuchung am Beispiel von Greenpeace Deutschland, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/160002