Bis heute nicht in die deutsche Sprache übersetzt, stellt "Calculus of Consent" gemeinsam mit den frühen Arbeiten von Anthony Downs den Anfang einer neuen politikwissenschaftlichen Theorieschule dar. Die Public Choice-Theoretiker vertreten die Meinung, dass politische Vorgänge in einer Gesellschaft ähnlich funktionieren wie Mechanismen auf einem freien Markt. Bei beidem handele es sich rudimentär um den Ausgleich unterschiedlicher Befähigungen und divergierender Interessen unter Individuen. Buchanan & Tullock beschäftigt insbesondere, weshalb der Einzelne sich die Mühe macht, Verhandlungen mit Anderen auf sich zu nehmen und für den Konsens Teile seiner eigentlichen Forderungen zurückzieht.
In der folgenden Arbeit soll genauer beleuchtet werden, inwiefern es sinnvoll ist, das Suchen von Verhandlungen und Zusammenarbeit mit einer Aufwand-Nutzen-Rechnung erklären zu wollen. Dafür soll zunächst ein Blick auf das dem Kostenmodell zugrunde liegende Menschenbild geworfen werden, um dann die individuelle Motivation, wie sie Buchanan & Tullock begreifen, darzustellen. Ein nächstes Kapitel ist dem Kostenmodell selbst gewidmet. Hier werden die externen und die Entscheidungsfindungskosten gegenübergestellt, um am Ende die Vor- und Nachteile dieser ökonomischen Methode finden zu können.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Grundlagen
- Das Menschenbild in The Calculus Of Consent
- Kooperation als Gewinn
- Das Kostenmodell in The Calculus Of Consent
- Die externen Kosten
- Die Entscheidungsfindungskosten
- Die optimale Entscheidung
- Vor- und Nachteil des Kostenmodells
- Schlussbemerkung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Das Ziel dieser Arbeit ist es, das Kostenmodell aus James M. Buchanans und Gordon Tullocks Werk "The Calculus Of Consent" zu analysieren und seine Relevanz für die Erklärung von Verhandlungen und Zusammenarbeit zu beleuchten.
- Das Menschenbild in "The Calculus Of Consent" und die Annahme des Homo Oeconomicus
- Das Kostenmodell und die Abwägung zwischen zukünftiger Sicherheit und Aufwand
- Externe Kosten und Entscheidungsfindungskosten als Bestandteile des Kostenmodells
- Die Vor- und Nachteile des Kostenmodells für die Analyse von gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen
- Die Grenzen des Kostenmodells und die Bedeutung von Institutionen und gesellschaftlichen Strukturen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt das Buch "The Calculus Of Consent" von James M. Buchanan und Gordon Tullock vor und erläutert seine Bedeutung als Ausgangspunkt für die Public Choice-Theorie. Die Arbeit konzentriert sich darauf, das Kostenmodell des Buches zu untersuchen und zu beurteilen, inwiefern es die Suche nach Verhandlungen und Zusammenarbeit erklären kann.
Das Kapitel "Grundlagen" beleuchtet das dem Kostenmodell zugrunde liegende Menschenbild, das vom Homo Oeconomicus geprägt ist. Es wird diskutiert, inwiefern die Annahme eines nutzenmaximierenden, rationalen und eigensinnigen Individuums gerechtfertigt ist und welche Grenzen diese Annahme hat.
Im Kapitel "Das Kostenmodell in The Calculus Of Consent" wird das Kostenmodell selbst präsentiert. Es werden die externen Kosten und die Entscheidungsfindungskosten gegenübergestellt, um zu zeigen, wie das Modell die Kosten und Nutzen von Verhandlungen und Zusammenarbeit analysiert.
Schlüsselwörter
Die Arbeit befasst sich mit dem Kostenmodell aus "The Calculus Of Consent", der Public Choice-Theorie, dem Homo Oeconomicus, Verhandlungen, Zusammenarbeit, externen Kosten, Entscheidungsfindungskosten, individueller Entscheidungsgewalt, Institutionen und gesellschaftlichen Strukturen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Kernanliegen des Werks „The Calculus of Consent“?
Buchanan und Tullock untersuchen, warum Individuen Verhandlungen und Konsens suchen und dabei eigene Forderungen zurückziehen, basierend auf einer Aufwand-Nutzen-Rechnung.
Welches Menschenbild liegt dem Kostenmodell zugrunde?
Das Modell basiert auf dem „Homo Oeconomicus“ – dem rational handelnden, nutzenmaximierenden Individuum, das politische Prozesse wie Marktmechanismen begreift.
Was sind externe Kosten im Sinne von Buchanan & Tullock?
Externe Kosten entstehen, wenn Entscheidungen anderer Personen das eigene Wohlbefinden negativ beeinflussen, ohne dass man selbst direkt zugestimmt hat.
Was versteht man unter Entscheidungsfindungskosten?
Dies sind die Kosten (Zeit, Ressourcen, Verhandlungsaufwand), die aufgewendet werden müssen, um eine Einigung zwischen verschiedenen Parteien zu erzielen.
Wie wird die „optimale Entscheidung“ im Kostenmodell definiert?
Die optimale Entscheidung bzw. Regel liegt dort, wo die Summe aus externen Kosten und Entscheidungsfindungskosten minimiert wird.
- Quote paper
- Florian Schippmann (Author), 2009, Das Kostenmodell aus "The Calculus of Consent" und seine Möglichkeiten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/159270