Die globale Finanzkrise hat enorme Werte vernichtet. Der Bankensektor gehört dabei zu den Branchen, die am härtesten getroffen wurden. Weltweit mussten Kreditinstitute riesige Summen abschreiben. Neben diesen materiellen Schäden sind im Bankensektor aber auch immaterielle Werte nachhaltig beschädigt worden, die für das gesamte Finanzsystem genauso wichtig sind, wie für jede einzelne Bank: Image und Vertrauen.
Die Finanzkrise ist damit nicht nur innerhalb der institutionellen Akteure an den Finanzmärkten eine Vertrauenskrise, sondern auch im Verhältnis zwischen Kunden und Banken. Es handelt sich hierbei jedoch eher um eine Beschleunigung und Verstärkung des Vertrauensverlustes, denn auch vor der Krise herrschte in der Bevölkerung schon ein ausgeprägtes Misstrauen darüber, ob die Banken wirklich im Interesse ihrer Kunden handeln. In der Krise erleben viele Kunden jedoch in Geldangelegenheiten noch viel stärkere Unsicherheiten, Ängste und Sorgen als in normalen Zeiten.
Daher haben Medien und Öffentlichkeit in Krisenfällen ein erhöhtes Informationsbedürfnis, das von den Unternehmen gedeckt werden muss. Unternehmen stehen dazu in der Kommunikationspolitik für die massenmediale Kommunikation vor allem die Instrumente Öffentlichkeitsarbeit und Werbung zur Verfügung.
In dieser Arbeit wird untersucht, wie sich das Werbeverhalten der Banken in der Finanzkrise auf das Kundenvertrauen ausgewirkt hat. Das kommunikationspolitische Instrument Öffentlichkeitsarbeit ist hingegen nicht Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit.
Die Arbeit ist wie folgt gegliedert: In Kapitel 2 werden zunächst die theoretischen Grundlagen einer Krise erläutert, sowie die Bedeutung der Medien im Rahmen von Krisen und die Krisenwahrnehmung des Menschen betrachtet. Das anschließende 3. Kapitel erörtert das Thema Vertrauen und stellt dar, warum das Vertrauen speziell bei Finanzdienstleistungen eine besondere Bedeutung hat. Außerdem werden in diesem Kapitel auch die aus Kundensicht wichtigsten Faktoren in Bezug auf ihr Vertrauen zu Banken dargestellt. Im 4. Kapitel erfolgt eine Analyse der Bankenwerbung in der Krise, sowohl auf quantitativer, als auch auf inhaltlicher Basis. In den Schlussbetrachtungen in Kapitel 5 werden die zentralen Ergebnisse der Arbeit zusammengefasst
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Die Finanzkrise als Vertrauenskrise
- Ziel, Abgrenzung und Aufbau der Untersuchung
- Krisen
- Bedeutung der Medien
- Wahrnehmung des Menschen in Krisensituationen
- Die Dominanz des limbischen Systems
- Implizite Vorgänge in Krisensituationen
- Vertrauen
- Vertrauen und Identität
- Vertrauen und Image
- Vertrauen und Kommunikation
- Vertrauensempfindlichkeit von Finanzdienstleistungen
- Vertrauensfaktoren aus Sicht der Bankkunden
- Werbung im Bankensektor
- Quantitative Werbungsanalyse
- Qualitative Werbungsanalyse
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit analysiert den Einfluss von Bankenwerbung auf das Kundenvertrauen in der Finanzkrise. Sie untersucht, inwiefern die Kommunikationsstrategien von Banken in dieser schwierigen Phase dazu beigetragen haben, das Vertrauen der Kunden zu erhalten oder zu stärken.
- Die Finanzkrise als Vertrauenskrise
- Die Rolle der Medien in Krisensituationen
- Das Konzept von Vertrauen und seine Bedeutung im Finanzsektor
- Die Analyse von Bankenwerbung in der Krise
- Der Einfluss von Werbung auf das Kundenvertrauen
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Das Kapitel beleuchtet die Auswirkungen der Finanzkrise auf das Vertrauen in den Bankensektor und die Notwendigkeit, den Einfluss der Bankenwerbung auf das Kundenvertrauen zu untersuchen.
- Krisen: Dieses Kapitel definiert den Begriff Krise und analysiert die Rolle der Medien in Krisensituationen, sowie die Reaktion des Menschen auf Krisen.
- Vertrauen: Das Kapitel erörtert die Bedeutung von Vertrauen, insbesondere im Kontext von Finanzdienstleistungen, und stellt die wichtigsten Vertrauensfaktoren aus Sicht der Bankkunden dar.
- Werbung im Bankensektor: Dieses Kapitel analysiert die Bankenwerbung in der Finanzkrise auf quantitativer und qualitativer Ebene.
Schlüsselwörter
Die Arbeit fokussiert auf die Themen Bankenwerbung, Finanzkrise, Kundenvertrauen, Medien, Kommunikation, Vertrauensfaktoren und Image.
Häufig gestellte Fragen
Inwiefern war die Finanzkrise eine Vertrauenskrise?
Neben materiellen Schäden wurden Image und Vertrauen nachhaltig beschädigt, sowohl zwischen Banken untereinander als auch im Verhältnis zum Kunden.
Wie reagierten Banken werblich auf die Krise?
Die Arbeit analysiert die Bankenwerbung quantitativ und inhaltlich, um festzustellen, ob und wie versucht wurde, verlorenes Vertrauen durch Kommunikation zurückzugewinnen.
Welche Rolle spielen Medien in Krisensituationen?
Medien decken ein erhöhtes Informationsbedürfnis, können aber durch ihre Berichterstattung Unsicherheiten, Ängste und Sorgen der Kunden verstärken.
Was sind die wichtigsten Vertrauensfaktoren für Bankkunden?
Dazu zählen Identität, Image, transparente Kommunikation und die Wahrnehmung, ob eine Bank wirklich im Interesse des Kunden handelt.
Wie beeinflusst das limbische System die Wahrnehmung in Krisen?
In Krisen dominieren oft emotionale und implizite Vorgänge im Gehirn, was dazu führt, dass Kunden eher auf Ängste reagieren als auf rein rationale Argumente.
- Arbeit zitieren
- Dipl.-Kaufmann (FH) Matthias Schubert (Autor:in), 2010, Bankenwerbung in der Finanzkrise, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/158400