Nach einem Überblick über die schulstufenspezifischen Bildungswege und dem theoretischen Hintergrund zur fortwährenden Chancenungleichheit des Bildungssystems werden zwei Untersuchungen kurz vorgestellt, die der Autor an der HS Gunskirchen durchgeführt hat. Dabei zeigt sich, dass die Schulwahlentscheidung ein komplexer Vorgang ist, auf den die Hauptschule nur einen geringen Einfluss ausübt.
Um einen tieferen Einblick zu gewinnen, werden zehn Schulwahlentscheidungen mittels Interviews durchleuchtet. Ausgehend von der Zeitdimension wird eine Taxonomie entworfen, aus der Schlussfolgerungen für einen gerade anlaufenden Schulversuch ermöglicht werden. Ziel ist es, die Schüler/innen bei ihrer Schulwahlentscheidung wirksamer zu unterstützen.
Inhaltsverzeichnis
- WIE MAN WIRD, WAS MAN WIRD
- Bildungswegentscheidungen im Überblick
- Nach der Volksschulzeit
- Nach der Pflichtschulzeit
- Nach der Matura
- Soziale Mechanismen
- Boudons primäre und sekundäre Effekte der Herkunft
- Ein Blick auf Bourdieus Bildungswegtheorie
- Schulwahlmotive
- der Eltern
- und der Jugendlichen
- PISA-Zusatzerhebung
- BISHERIGE UNTERSUCHUNGEN (2006 – 2007)
- Wissenswertes über die HS Gunskirchen
- Wahlpflichtfächer (WPF) – neu
- Fragebögen zu den Schulwahlmotiven (2006)
- Was ist der Rudeleffekt?
- Gründe-Bündel
- Ergebnisse der Umfrage
- SWOT-Analyse der Wahlpflichtfächer 2007
- Quantitative Daten
- und ihre Interpretation
- ZUR HAUPTSCHULE GUNSKIRCHEN
- Maßnahmen und Angebote der Schulleitung
- Director's cut
- Bilanz eines Chefs
- Eigene Beiträge
- Forscher(s) Drang
- INTERVIEWS
- Warum Interviews?
- Auswahl der Befragten
- Praktische Umsetzung
- Ute, 15. April 2008: HBLW
- Georg, 23. April 2008: HTL (Chemische Betriebstechnik)
- Monika, 24. April 2008: ORG (Franziskanerinnern)
- Mario und Cristoph, 24. April 2008: HTL (Mechatronik)
- Kathrin, 28. April 2008: HAK 2
- Carla, 29. April 2008: HTL für Grafik & Design → HAK 1 (?)
- Constanze, 5. Mai 2008, BORG (Musikzweig)
- Sonja und Silvia, 6. Mai 2008, PTS (Büro)
- „Männliche“ und „weibliche“ Unterrichtsfächer
- Eine geschlechtsspezifische Reihung
- und ihre Erklärungen dafür
- WAS FÜR DATEN!
- Allgemeines über die Daten
- Antworten auf Fragen
- Die Hauptschule in der Statistenrolle
- Die Zeitdimension
- Die früh Entschlossenen
- Die Panischen
- Folgerungen aus der Zeitdimension
- „Gender-Brille“ und Schulwahlentscheidung
- Gedankenexperiment zur Geschlechtshomogenität der BHS
- Der Preis, der zu zahlen ist?
- VERSUCH ÜBER EINEN SCHULVERSUCH
- Genese eines Schulversuchs
- Das modulare System für BOBI in der Theorie
- Chancen und Risiken
- SCHLUSS JETZT!
- Vorder-Gründe 2008
- Hinter-Gründe 1979
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie Bildungswegeentscheidungen von Jugendlichen an der Hauptschule Gunskirchen getroffen werden. Der Autor analysiert die Faktoren, die die Schüler/innen bei ihrer Wahl beeinflussen, und untersucht den Einfluss der Schule auf diesen Prozess.
- Analyse von Bildungswegentscheidungen an der Hauptschule
- Einflussfaktoren auf die Schulwahlentscheidung
- Rolle der Hauptschule im Entscheidungsprozess
- Untersuchung sozialer Mechanismen und Schulwahlmotive
- Entwicklung von Unterstützungsmöglichkeiten für Schüler/innen
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel bietet einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Bildungswege in Österreich, insbesondere nach der Volksschule und der Pflichtschulzeit. Es werden theoretische Konzepte zur Erklärung sozialer Ungleichheit im Bildungssystem, wie Boudons primäre und sekundäre Effekte der Herkunft und Bourdieus Bildungswegtheorie, vorgestellt. Außerdem werden unterschiedliche Schulwahlmotive von Eltern und Jugendlichen beleuchtet. Kapitel zwei stellt zwei Untersuchungen des Autors an der Hauptschule Gunskirchen vor, die anhand von Fragebögen und einer SWOT-Analyse die Schulwahlmotive der Schüler/innen erforschen. In Kapitel drei werden Maßnahmen und Angebote der Schulleitung der Hauptschule Gunskirchen betrachtet, um die Schüler/innen bei ihrer Bildungswegentscheidung zu unterstützen. Kapitel vier befasst sich mit der Durchführung von Interviews mit zehn Jugendlichen und beleuchtet ihre individuellen Schulwahlentscheidungen. Kapitel fünf analysiert die Daten der Interviews und entwickelt eine Taxonomie der Schulwahlentscheidungen, die die Zeitdimension und den Einfluss von geschlechtsspezifischen Faktoren berücksichtigt. Schließlich wird in Kapitel sechs ein Schulversuch vorgestellt, der die Schüler/innen bei ihrer Schulwahlentscheidung stärker unterstützen soll.
Schlüsselwörter
Bildungswegeentscheidungen, Hauptschule, Schulwahlmotive, soziale Ungleichheit, Boudons primäre und sekundäre Effekte, Bourdieus Bildungswegtheorie, SWOT-Analyse, Interviews, Taxonomie, Schulversuch.
Häufig gestellte Fragen
Welche Rolle spielt die Hauptschule bei der Schulwahlentscheidung?
Untersuchungen zeigen, dass die Hauptschule selbst meist nur einen geringen Einfluss auf die endgültige Bildungswegentscheidung der Jugendlichen ausübt.
Was sind primäre und sekundäre Herkunftseffekte nach Boudon?
Primäre Effekte beziehen sich auf die tatsächliche Leistung, während sekundäre Effekte die Bildungsentscheidungen beschreiben, die unabhängig von der Leistung aufgrund der sozialen Schicht getroffen werden.
Was ist der „Rudeleffekt“ bei der Schulwahl?
Der Rudeleffekt beschreibt das Phänomen, dass Jugendliche ihre Schulwahl oft davon abhängig machen, welche Schulen ihre Freunde oder Mitschüler besuchen.
Wie unterscheiden sich „früh Entschlossene“ von „Panischen“?
In der Zeitdimension der Entscheidung gibt es Schüler, die ihren Weg früh kennen, und solche, die erst unter Zeitdruck (kurz vor Ende der Pflichtschulzeit) eine oft hastige Wahl treffen.
Welches Ziel verfolgt der Schulversuch an der HS Gunskirchen?
Ziel ist es, durch ein modulares System und gezielte Berufsorientierung (BOBI) die Schüler effektiver bei ihrer individuellen Bildungsentscheidung zu unterstützen.
- Quote paper
- Master Sven Daubenmerkl (Author), 2008, Hauptschulspezifische Bildungswegentscheidungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/157975