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"Dziady III" (Ahnenfeier) als Drama der offenen Form: Shakespeare als mögliches Vorbild

Title: "Dziady III" (Ahnenfeier) als Drama der offenen Form: Shakespeare als mögliches Vorbild

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 19 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Magister Renata Paluch (Author)

Russian / Slavic Languages
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit stellt den Versuch dar, Mickiewiczs 1832 in Dresden entstandenes Drama Ahnenfeier im Hinblick auf seine Struktur hin zu untersuchen. Dieses wird hier sowohl auf seiner Makro- als auch Mikroebene erfolgen. Da sich das große Werk der polnischen Ro-mantik herausgelöst von den anderen Zyklusteilen kaum betrachten lässt, werden bei der Analyse gleichfalls die Teile I, II und IV herangezogen.
Um die dramatischen Offenheiten in Dziady Teil III zu ermitteln, ist es zunächst wichtig den offenen- und geschlossenen Dramentypus definitorisch gegeneinander abzugrenzen.
Der eigentliche Schwerpunkt dieser Arbeit liegt hauptsächlich im Versuch, Mickiewiczs Werk mit ausgewählten Tragödien von William Shakespeare (1564-1616), wie Hamlet (1604) und Macbeth (1608), die sich durch eine offene Form auszeichnen, in Vergleich zu ziehen.
Da sich in Bezug auf Anfänge des offenen Dramas zeitliche Unterschiede zwischen Polen und anderen europäischen Ländern ergeben, seien sie hier kurz beleuchtet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die geschlossene- vs. offene Dramenform- Begriffserklärung

3. Die dramatischen Offenheiten der Makrostruktur in Dziady Teil III. im Vergleich mit Shakespeares Hamlet und Macbeth

4. Strukturelle Offenheiten auf der mikrotextuellen Ebene bei Mickiewicz und Shakespeare

5. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Drama Dziady Teil III von Adam Mickiewicz im Hinblick auf seine strukturellen Eigenschaften und vergleicht diese mit den Tragödien Hamlet und Macbeth von William Shakespeare, um die Anwendung der "offenen Form" in beiden Werken zu analysieren.

  • Definition und Abgrenzung der offenen gegenüber der geschlossenen Dramenform.
  • Analyse der makrostrukturellen Offenheiten in Dziady Teil III.
  • Vergleichende Untersuchung der dramatischen Offenheit bei Shakespeare und Mickiewicz.
  • Identifikation mikrotextueller Codewechsel und Strukturmerkmale.
  • Untersuchung der Bedeutung der Romantik für die Entwicklung nationaler Identität in der Literatur.

Auszug aus dem Buch

Die geschlossene- vs. offene Dramenform -Begriffsklärung

In diesem Teil der Arbeit gilt es die zwei Hauptformen des Dramas definitorisch zu bestimmen und die grundlegenden Unterschiede zwischen ihnen aufzuzeigen. Dazu werden wir uns auf das Werk von Volker Klotz berufen, der den Versuch einer typologischen Klassifizierung der deutschen Dramatik unternahm. Angeregt durch Wölfflin und unter Berücksichtung der aus dem 17. bis 20. Jahrhundert hinein stammenden Werke, arbeitet Klotz zwei Grundtendenzen des Dramas heraus, den geschlossen (tektonischen) und offenen (atektonischen) Dramentypus.

Kennzeichnend für das Drama der geschlossenen Form ist seine starke Anlehnung an die aristotelischen Tragödientheorie, die den klassizistischen Dramen bis ins 18./19. Jahrhundert zugrunde liegt. Diese setzt eine strickte Einhaltung von drei Einheiten: der Raum, Zeit und Handlung voraus. Um die Geschlossenheit des Dramas nicht zu stören soll das tragische Geschehen an einem Ort stattfinden, der Raumwechsel ist zu vermeiden.

Ebenso muss die Zeitspanne in der sich Handlung abspielt, vom begrenzten Umfang sein. Sie darf sich nicht auf länger als 24 Stunden (einen Sonnenlauf) erstrecken und keine Zeitsprünge aufweisen. Das früher oder an anderen Orten Geschehene muss mit Hilfe von mannigfacher dramaturgischen Mitteln wie Exposition, Botenbericht, Brief oder Mauerschau/Teichoskopie auf der Bühne vergegenwärtigt werden. Diese Techniken werden ferner dazu genutzt, um das Drama von Gewalttaten (Mord, Schlachten u.a.) zu reinigen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Zielsetzung ein, Mickiewiczs Werk auf seine strukturellen Offenheiten zu untersuchen und dieses mit ausgewählten Tragödien von William Shakespeare zu vergleichen.

2. Die geschlossene- vs. offene Dramenform- Begriffserklärung: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen nach Volker Klotz, indem es den geschlossenen (tektonischen) und den offenen (atektonischen) Dramentypus definitorisch voneinander abgrenzt.

3. Die dramatischen Offenheiten der Makrostruktur in Dziady Teil III. im Vergleich mit Shakespeares Hamlet und Macbeth: Hier wird die makrotextuelle Ebene der Dramen analysiert, wobei besonders die Missachtung der drei Einheiten und die fragmentarische Handlungsführung bei Mickiewicz und Shakespeare hervorgehoben werden.

4. Strukturelle Offenheiten auf der mikrotextuellen Ebene bei Mickiewicz und Shakespeare: Dieses Kapitel widmet sich den Codewechseln und kohärenzbildenden Elementen wie Kontrapunkten, Motiven und Symbolen, die den Zusammenhalt in den offenen Dramen auf Mikroebene sicherstellen.

5. Ausblick: Der Ausblick resümiert die Ergebnisse der vergleichenden Analyse und stellt fest, dass Mickiewicz die von Shakespeare eingeführten dramatischen Neuheiten in Dziady in noch größerem Umfang umsetzt.

Schlüsselwörter

Offene Dramenform, Mickiewicz, Shakespeare, Dziady, Hamlet, Macbeth, Dramenanalyse, Makrostruktur, Mikrotextur, Romantik, Gattungssynkretismus, Codemischung, Literaturvergleich, Strukturuntersuchung, Identitätsfindung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die strukturellen Eigenschaften des polnischen Dramas "Dziady Teil III" von Adam Mickiewicz im Kontext der "offenen Form" und stellt diese den Werken von William Shakespeare gegenüber.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die theoretische Abgrenzung offener und geschlossener Dramenformen, die Analyse von Zeit-, Raum- und Handlungsstrukturen sowie die Untersuchung der literarischen Traditionen und der Codemischung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es zu belegen, inwieweit Mickiewicz die Strukturmerkmale des offenen Dramas, wie sie bei Shakespeare angelegt sind, in seinem Werk adaptiert und weiterentwickelt hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine vergleichende literaturwissenschaftliche Analyse, gestützt auf die Dramentheorie von Volker Klotz, um die strukturellen Merkmale der Texte zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine makrostrukturelle Untersuchung der Einheiten (Zeit, Raum, Handlung) und eine mikrotextuelle Analyse von Symbolen, Motiven und Sprachstilen in den untersuchten Dramen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie offene Dramenform, Gattungssynkretismus, Codemischung, strukturelle Offenheit und den Vergleich zwischen polnischer Romantik und elisabethanischem Drama charakterisiert.

Wie unterscheidet sich das Ende bei Mickiewicz von dem bei Shakespeare?

Während die untersuchten Shakespearedramen eine Auflösung der Handlung und der Konflikte bieten, lässt Mickiewicz das Schicksal von Konrad und den Ausgang der Geschichte offen, was den Rezipienten zur Reflexion zwingt.

Welche Rolle spielen übernatürliche Elemente in den untersuchten Dramen?

Sowohl bei Shakespeare als auch bei Mickiewicz dienen übernatürliche Gestalten (Geister, Hexen, Teufel) als Mittel der Codeöffnung, um die Grenzen zwischen der rationalen Welt und der Metaphysik aufzuheben.

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Details

Title
"Dziady III" (Ahnenfeier) als Drama der offenen Form: Shakespeare als mögliches Vorbild
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Slawistik)
Course
Dziady III -Wirkung und Nachwirkung
Grade
1,7
Author
Magister Renata Paluch (Author)
Publication Year
2006
Pages
19
Catalog Number
V157698
ISBN (eBook)
9783640704699
ISBN (Book)
9783640704569
Language
German
Tags
Mickiewicz Drama Form
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magister Renata Paluch (Author), 2006, "Dziady III" (Ahnenfeier) als Drama der offenen Form: Shakespeare als mögliches Vorbild, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/157698
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