7 Milliarden Euro – diese Summe nehmen die öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland jedes Jahr alleine durch die Rundfunkgebühren ein. Das ist mehr als alle deutschen Privatsender zusammen umsetzen. Mit diesem Geld soll der Grundversorgungsauftrag von ARD, ZDF und Deutschlandradio sichergestellt und qualitativ hochwertige Medieninhalte für die Bevölkerung bereitgestellt werden.
Das deutsche Rundfunksystem ist zweitgeteilt – nicht nur in finanzieller Hinsicht. Öffentlich-rechtliche Anstalten konkurrieren mit privaten Anbietern um die deutsche Zuschauerschaft. Beide Anbieterformen wurden aus nachvollziehbaren Motiven gegründet und mit entsprechenden Rechten und Pflichten ausgestattet. Doch bereits bei der Gründung spielten trotz der national beschränkten Rezipienten internationale Faktoren eine Rolle. Kulturelle Vielfalt, Meinungs- und später Wettbewerbsfreiheit sollten sichergestellt und der Bevölkerung zugänglich gemacht werden. Doch die Zeiten ändern sich – teilweise zu schnell für den Reformwillen im deutschen Mediensektor. Globalisierungsprozesse verschärfen den internationalen Wettbewerb und machen auch nicht vor dem Rundfunkmarkt halt. Öffentliche und private Anbieter befinden sich heute in einem Wettstreit um Quoten, Werbeeinnahmen und Zuschauer, der durch die Globalisierung immer intensiver wird. Nur mit ökonomisch rationalen Methoden, so scheint es, kann dem globalen Druck standgehalten werden. Doch darunter leidet die Vielfalt – das Aushängeschild, auf dem das gesamte öffentlich-rechtliche und infolge dessen auch das duale System fußt.
Das duale System hatte lange Zeit seine Berechtigung. Doch wie ist es heute im Zeitalter der Globalisierung? Welche Risiken ergeben sich durch den Dualismus von öffentlichen und privaten Anbietern? Sollte eine Anbieterform präferiert werden, um die kulturelle Vielfalt zu fördern? Oder ergeben sich aus der Dualität auch Chancen? Diese Arbeit versucht darauf Antworten zu finden.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Kulturelle Vielfalt und Medien
- 2.1 Kulturelle Vielfalt
- 2.2 Kulturelle Vielfalt in den Medien
- 3. Das deutsche Rundfunksystem
- 3.1 Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten
- 3.2 Der Wandel zum dualen Rundfunkystem
- 4. Globalisierungsprozesse im Mediensektor
- 4.1 Deregulierung, Privatisierung und Kommerzialisierung
- 4.2 Internationalisierung und Globalisierung
- 5. Auswirkungen auf die kulturelle Vielfalt in den Medien durch Globalisierungsprozesse
- 5.1 Zusammenhang von Globalisierung und kultureller Vielfalt in den Medien
- 5.2 Risiken für die kulturelle Vielfalt durch Globalisierungsprozesse
- 5.3 Chancen für die kulturelle Vielfalt durch Globalisierungsprozesse
- 5.3.1 Chancen durch Glokalisierung und Dritte Programme
- 5.3.2 Chancen durch neue Technologien
- 6. Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Auswirkungen von Globalisierungsprozessen auf die kulturelle Vielfalt im dualen Rundfunksystem Deutschlands. Sie analysiert die Chancen und Risiken, die sich aus dem Zusammenspiel von Globalisierung und kultureller Vielfalt ergeben, und beleuchtet die Rolle des deutschen Rundfunksystems in diesem Kontext.
- Kulturelle Vielfalt in den Medien
- Globalisierungsprozesse im Mediensektor
- Deregulierung, Privatisierung und Kommerzialisierung
- Internationalisierung und Globalisierung
- Chancen und Risiken für die kulturelle Vielfalt
Zusammenfassung der Kapitel
- Kapitel 1: Einleitung Die Einleitung führt in die Thematik ein und stellt die Relevanz des deutschen Rundfunksystems im Kontext von Globalisierungsprozessen dar.
- Kapitel 2: Kulturelle Vielfalt und Medien Dieses Kapitel definiert den Kulturbegriff und erläutert die Bedeutung von Medien als Übermittler kultureller Vielfalt.
- Kapitel 3: Das deutsche Rundfunksystem Das Kapitel beschreibt das deutsche Rundfunksystem, mit Schwerpunkt auf den öffentlich-rechtlichen Anstalten und dem Wandel zum dualen Rundfunksystem.
- Kapitel 4: Globalisierungsprozesse im Mediensektor Dieses Kapitel beleuchtet die Auswirkungen von Deregulierung, Privatisierung und Kommerzialisierung sowie Internationalisierung und Globalisierung auf den Mediensektor.
- Kapitel 5: Auswirkungen auf die kulturelle Vielfalt in den Medien durch Globalisierungsprozesse Das Kapitel untersucht den Zusammenhang von Globalisierung und kultureller Vielfalt in den Medien, analysiert die Risiken, die sich aus Globalisierungsprozessen ergeben, und präsentiert Chancen für die kulturelle Vielfalt durch Glokalisierung, Dritte Programme und neue Technologien.
Schlüsselwörter
Die Arbeit konzentriert sich auf die Schlüsselthemen kulturelle Vielfalt, Globalisierungsprozesse, duales Rundfunksystem, Deregulierung, Privatisierung, Kommerzialisierung, Internationalisierung, Glokalisierung, neue Technologien und die Auswirkungen auf die deutsche Medienlandschaft.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das duale Rundfunksystem in Deutschland?
Es beschreibt das Nebeneinander von öffentlich-rechtlichen Sendern (finanziert durch Gebühren) und privaten Anbietern (finanziert durch Werbung).
Wie beeinflusst die Globalisierung die Medienvielfalt?
Globalisierungsprozesse verschärfen den Wettbewerb um Quoten und Werbeeinnahmen, was laut der Arbeit zu einem Druck hin zu ökonomisch rationalen Inhalten führen kann, die die kulturelle Vielfalt gefährden.
Welche Risiken birgt der Dualismus im Zeitalter der Globalisierung?
Ein Hauptrisiko ist die Kommerzialisierung, bei der die Qualität und Vielfalt der Inhalte zugunsten von Massenattraktivität in den Hintergrund treten könnten.
Bietet die Globalisierung auch Chancen für den Rundfunk?
Ja, durch neue Technologien und Konzepte wie „Glokalisierung“ können Nischenmärkte bedient und die kulturelle Vielfalt auf neuen digitalen Wegen gefördert werden.
Was ist der Grundversorgungsauftrag der öffentlich-rechtlichen Sender?
Er verpflichtet Sender wie ARD und ZDF dazu, qualitativ hochwertige Inhalte und eine Vielfalt an Informationen für die gesamte Bevölkerung bereitzustellen.
- Quote paper
- Markus Stegmann (Author), 2010, Chancen und Risiken durch Globalisierungsprozesse für die kulturelle Vielfalt im dualen Rundfunksystem, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/156109