Ziel dieser Arbeit ist es die überregionalen Leistungssportstrukturen anhand der SG Dynamo Dresden zu prüfen und herauszufinden, inwiefern der Dresdner Traditionsclub am Leistungssportsystem partizipierte oder eine Sonderrolle einnahm.
Obwohl die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten bereits viele Jahre zurückliegt und umfassende Forschungsarbeit im Bereich des DDR-Leistungssports geleistet wurde, sind dennoch einige Lücken zu verzeichnen. Insbesondere lokale und regionale Ansätze müssen durch die Sicht "von unten" dazu beitragen, die bestehenden Erkenntnisse zu verdichten und gegebenenfalls zu erweitern. Daraus leitet sich indirekt die der Arbeit zugrunde liegende Vorgehensweise ab.
Um eine schlüssige Argumentation zu gewährleisten, wurden Zeitzeugen zur Befragung herangezogen. Die geführten Interviews sollen dazu dienen, allgemeine Aussagen zu plausibilisieren und Sachverhalte zu illustrieren.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Struktureller Rahmen des Leistungssportsystems
- 2.1. SED und Leistungssport
- 2.2. Staatliche Organisationsebene
- 2.2.1. Das Staatsekretariat für Körperkultur und Sport (StKS)
- 2.2.1.1. Sportmedizinischer Dienst
- 2.2.1.2. Forschungsinstitut für Körperkultur und Sport
- 2.2.1.3. Deutsche Hochschule für Körperkultur und Sport
- 2.2.2. Die Leistungssportkommission (LSK)
- 2.3. Gesellschaftliche Organisationsebene
- 2.3.1. Nebenakteure
- 2.3.2. Hauptakteur - Deutscher Turn- und Sportbund (DTSB)
- 3. Sichtungs- und Förderungsverfahren
- 3.1. Auswahlverfahren
- 3.2. Spartakiade
- 3.3. Das Drei-Stufensystem
- 3.3.1. Förderstufe 1 (Trainingszentren und -stützpunkte)
- 3.3.2. Förderstufe 2 (Kinder- und Jugendsportschulen)
- 3.3.3. Förderstufe 3 (Kadersystem der Sportclubs)
- 3.3.4. Problematiken des Systems
- 4. Sonderfall DDR-Fußball
- 5. Fallbeispiel SG Dynamo Dresden
- 5.1. Historische Entwicklung
- 5.1.1. Dresdens Fußballtradition
- 5.1.2. Sportliche Talfahrt trotz vielversprechendem Beginn
- 5.1.3. Die Ära Fritzsch
- 5.1.4. Sportliche Durststrecke
- 5.1.5. Wiederkehrender Erfolg
- 5.2. „Talentschmiede“ SG Dynamo Dresden
- 5.2.1. Sichtungsmethoden
- 5.2.2. Förderungsmethoden
- 5.2.2.1. Erste Förderstufe
- 5.2.2.2. Zweite Förderstufe
- 5.2.2.3. Dritte Förderstufe
- 5.3. Fußball als Risikofaktor
- 5.3.1. Sicherungsmaßnahmen gegenüber Aktiven
- 5.3.2. Sicherungsmaßnahmen gegenüber Fankultur
- 5.4. Besondere Strukturmerkmale der SG Dynamo
- 5.4.1. Externe Strukturen
- 5.4.2. Interne Organisationsstruktur
- 5.5. Ursachen für den Zusammenbruch
- 6. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Leistungssport in der DDR am Beispiel des traditionsreichen Fußballclubs SG Dynamo Dresden. Ziel ist es, die überregionalen Strukturen des DDR-Leistungssportsystems zu beleuchten und zu analysieren, inwieweit der Dresdner Verein in dieses System eingebunden war und ob er eine Sonderrolle einnahm.
- Die Rolle der SED im Leistungssport der DDR
- Die staatliche Organisation des Leistungssports
- Das komplexe System der Talentförderung und -sichtung im DDR-Leistungssport
- Die spezifische Situation des Fußballs in der DDR
- Die historische Entwicklung der SG Dynamo Dresden im Kontext des DDR-Leistungssports
Zusammenfassung der Kapitel
- Kapitel 1: Einleitung - Die Arbeit stellt die Thematik des Leistungssports in der DDR am Beispiel der SG Dynamo Dresden vor und definiert die Forschungsfrage.
- Kapitel 2: Struktureller Rahmen des Leistungssportsystems - Dieses Kapitel beleuchtet die staatliche und gesellschaftliche Organisation des Leistungssportsystems in der DDR.
- Kapitel 3: Sichtungs- und Förderungsverfahren - In diesem Kapitel wird das komplexe System der Talentauswahl und -förderung im DDR-Leistungssport beschrieben.
- Kapitel 4: Sonderfall DDR-Fußball - Dieses Kapitel betrachtet die besonderen Herausforderungen und Besonderheiten des Fußballs im Kontext des DDR-Leistungssports.
- Kapitel 5: Fallbeispiel SG Dynamo Dresden - Dieses Kapitel analysiert die historische Entwicklung der SG Dynamo Dresden im Kontext des DDR-Leistungssportsystems, inklusive der Sichtungs- und Förderungsmethoden des Vereins.
Schlüsselwörter
DDR-Leistungssport, SG Dynamo Dresden, SED, Staatsekretariat für Körperkultur und Sport (StKS), Leistungssportkommission (LSK), Deutscher Turn- und Sportbund (DTSB), Talentförderung, Sichtungsverfahren, Fußball, Sportgeschichte, Historische Entwicklung, Vereine.
Häufig gestellte Fragen
Welche Rolle spielte die SED im DDR-Leistungssport?
Die SED steuerte den Leistungssport zentral als politisches Instrument zur internationalen Anerkennung und zur Demonstration der Überlegenheit des sozialistischen Systems.
Wie funktionierte das Sichtungssystem für Talente in der DDR?
Es gab ein komplexes Drei-Stufensystem: Trainingszentren (Stufe 1), Kinder- und Jugendsportschulen (Stufe 2) und schließlich das Kadersystem der Sportclubs (Stufe 3).
Was war das Besondere an der SG Dynamo Dresden?
Die SG Dynamo Dresden war ein traditionsreicher "Schwerpunktclub", der als Talentschmiede fungierte und eng in die staatlichen Sicherheits- und Leistungsstrukturen eingebunden war.
Welche Bedeutung hatten die Kinder- und Jugendsportschulen (KJS)?
Die KJS waren spezialisierte Schulen, die eine optimale Verbindung von schulischer Ausbildung und intensivem sportlichem Training ermöglichten.
Warum galt der Fußball in der DDR als Risikofaktor?
Fußball bot Raum für unkontrollierte Fankulturen und Emotionen, weshalb der Staat umfangreiche Sicherungsmaßnahmen gegenüber Spielern und Fans ergriff.
- Arbeit zitieren
- Stefan Blankenhagen (Autor:in), 2010, Der Fußballverein Dynamo Dresden. Leistungssport in der DDR, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155725