Die Erörterung begreift Terror als Text, der in hermeneutischer Tradition interpretiert werden kann und genau deshalb seinen „Autoren“ entgleitet und Reaktionen provoziert, die zum Scheitern der terroristischen Strategie beitragen. Als Anschauungsexemplar einer terroristischen Gruppe wird die Rote Armee Fraktion (RAF) dienen, was eine Einbeziehung anderer Fälle von Terrorismus jedoch nicht ausschließt.
Terroristen jeglicher Couleur werden als Fundamentalisten begriffen – fundamentalistisch deshalb, weil sie ihre Handlungsmotive nicht hinterfragen. Darauf aufbauend soll argumentiert werden, dass Terroristen in der Annahme, ihre Motive erklärten sich selbst, einer Täuschung auch über die Botschaft ihrer Taten erliegen. Die Fähigkeit, verschiedene Lesarten ihrer Gewaltakte zu antizipieren, fehlt ihnen.
Inhaltsverzeichnis
- Fundamentalisten
- Terrorismus: adressatenorientierte Kommunikation
- Die Tat als Text
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Der Text analysiert Terrorismus als eine Form der Kommunikation, wobei die Betonung auf der Interpretation der Handlung selbst liegt. Er argumentiert, dass Terroristen, insbesondere die Rote Armee Fraktion (RAF), in ihren Handlungen fundamentalistisch denken und die Fähigkeit vermissen, verschiedene Lesarten ihrer Gewaltakte zu antizipieren.
- Terrorismus als Form der Kommunikation
- Fundamentalismus und Terrorismus
- Hermeneutische Interpretation von Terrorakten
- Die Rolle der Medien
- Die RAF als Beispiel
Zusammenfassung der Kapitel
- Fundamentalisten: Der Text definiert Fundamentalismus als eine Denkweise, die sich auf unhinterfragbare Grundüberzeugungen stützt. Er argumentiert, dass alle Menschen in gewisser Weise Fundamentalisten sind, da sie auf Prämissen angewiesen sind. Der Text stellt jedoch die Verbindung zwischen Fundamentalismus und Terrorismus in den Vordergrund und argumentiert, dass Terroristen ihre Handlungsmotive nicht hinterfragen und daher einer Täuschung über die Botschaft ihrer Taten erliegen.
- Terrorismus: adressatenorientierte Kommunikation: Der Text analysiert Terrorismus als einen Akt der Kommunikation, der sich an zwei Gruppen richtet: die Repräsentanten des politischen Systems, die als verwundbar dargestellt werden sollen, und diejenigen, die von den Zielen und Fähigkeiten der terroristischen Gruppe überzeugt werden sollen. Der Text beleuchtet die Bedeutung der Medien und die Tatsache, dass Terroristen die mediale Berichterstattung zwar beeinflussen, aber nicht kontrollieren können.
- Die Tat als Text: Der Text behandelt die terroristische Tat als einen Text, der in hermeneutischer Tradition interpretiert werden kann. Er argumentiert, dass die physische Wirkung der Tat weniger wichtig ist als die symbolische Wirkung und die Reaktionen der Behörden und der Öffentlichkeit. Der Text beleuchtet die Rolle der Medien und die Versuche der Terroristen, ihre Botschaften durch Schriftgut und andere Medienformate zu verstärken.
Schlüsselwörter
Terrorismus, Kommunikation, Fundamentalismus, Hermeneutik, Rote Armee Fraktion (RAF), Medien, Interpretation, Gewalt, Symbolismus, Bekennerschreiben, Wirkungsaspekte, Adressatenorientierung.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet es, Terrorismus als „Text“ zu begreifen?
In der hermeneutischen Tradition wird die terroristische Tat als eine Botschaft verstanden, die interpretiert werden kann. Wie ein Text entgleitet die Tat jedoch ihren „Autoren“ (den Terroristen), sobald sie von der Öffentlichkeit und den Medien gedeutet wird.
Warum werden Terroristen in der Arbeit als Fundamentalisten bezeichnet?
Sie werden als Fundamentalisten begriffen, weil sie ihre eigenen Handlungsmotive nicht hinterfragen. Sie unterliegen der Täuschung, dass die Botschaft ihrer Taten eindeutig sei und keiner Interpretation bedürfe.
An wen richtet sich die Kommunikation von Terroristen?
Die Kommunikation ist adressatenorientiert und richtet sich an zwei Gruppen: das politische System (das eingeschüchtert werden soll) und potenzielle Sympathisanten (die überzeugt werden sollen).
Welche Rolle spielen die Medien beim Erfolg von Terrorismus?
Medien sind für Terroristen notwendig, um ihre Botschaft zu verbreiten. Da die Terroristen die Berichterstattung aber nicht kontrollieren können, entstehen oft Lesarten, die ihrer Strategie schaden und zum Scheitern führen.
Warum dient die RAF als Anschauungsobjekt?
Die Rote Armee Fraktion (RAF) nutzte intensiv Bekennerschreiben und ideologische Texte, um ihre Gewaltakte zu legitimieren, was sie zu einem klassischen Beispiel für die „Tat als Text“ macht.
- Arbeit zitieren
- Ludwig Andert (Autor:in), 2010, Berichterstattung als Stärke und Schwäche. Überlegungen zu einer Hermeneutik des Terrorismus unter besonderer Betrachtung der RAF, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155723