Innerhalb der Religionssoziologie steht die Individualisierungs- und Privatisierungsthese Thomas Luckmanns der Säkularisierungstheorie gegenüber. Auf Grundlage dieser beiden Theorien versucht dieser Forschungsbericht einen Überblick über die momentane Situation der Religiosität in Deutschland zu geben. Dabei steht im Vordergrund zu untersuchen, ob der unschwer festzustellende Deinstitutionalisierungsprozess von Religion von einem Prozess der Entstehung synkretistischer, nicht-institutionalisierter Formen von Religiosität begleitet wird. Die empirischen Ergebnisse dieser Untersuchung geben Anhaltspunkte dafür, dass zwar parallel zur Deinstitutionalisierung von Religion außerkirchliche Religiosität entsteht, diese sich allerdings nicht in dem Ausmaß verbreitet, dass sie als Ersatz der institutionalisierten Kirchlichkeit dienen kann.
Inhaltsverzeichnis
- THEMENSTELLUNG UND BEZUGSRAHMEN
- 1 THEMENSTELLUNG UND BEZUGSRAHMEN
- STAND DER FORSCHUNG UND HYPOTHESEN
- 2 STAND DER FORSCHUNG UND HYPOTHESEN
- METHODEN/DATEN
- ERGEBNISSE
- SCHLUSSFOLGERUNGEN.
- DISKUSSIONSBEITRAG.
- QUELLENVERZEICHNIS..
- ABBILDUNGSVERZEICHNIS
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Dieser Forschungsbericht untersucht die aktuelle Situation der Religiosität in Deutschland im Kontext der Individualisierungs- und Privatisierungsthese von Thomas Luckmann, die der Säkularisierungstheorie gegenübersteht. Im Fokus steht die Frage, ob der fortschreitende Deinstitutionalisierungsprozess von Religion mit der Entstehung synkretistischer, nicht-institutionalisierter Formen von Religiosität einhergeht.
- Die Entwicklung der Religiosität in Deutschland im Spannungsfeld zwischen Säkularisierung und Individualisierung.
- Der Einfluss von Modernisierungsprozessen auf den Wandel religiöser Strukturen und Praktiken.
- Die Bedeutung von institutionalisierter und individualisierter Religiosität in der deutschen Gesellschaft.
- Die Rolle von Kirchen und religiösen Institutionen im Kontext gesellschaftlicher Veränderungen.
- Die Entstehung und Verbreitung neuer Formen von Religiosität und Spiritualität.
Zusammenfassung der Kapitel
THEMENSTELLUNG UND BEZUGSRAHMEN: Dieses Kapitel stellt die zentralen Theorien der Säkularisierung und der Individualisierung von Religion vor und beleuchtet ihre Relevanz für die deutsche Gesellschaft. Es werden Argumente für und gegen die Säkularisierungsthese sowie die Bedeutung der Privatisierung von Religion im Werk von Thomas Luckmann erörtert.
STAND DER FORSCHUNG UND HYPOTHESEN: Dieses Kapitel präsentiert wichtige empirische Studien zur Religiosität in Deutschland, insbesondere die Arbeit von Ursula Boos-Nünning und die Forschungsergebnisse von Pollack und Pickel zur Deinstitutionalisierung und Individualisierung von Religion in Ost- und Westdeutschland. Es werden wichtige Erkenntnisse aus diesen Studien hervorgehoben und die Bedeutung der Individualisierungsthese für die deutsche Gesellschaft diskutiert.
Schlüsselwörter
Religiosität, Säkularisierung, Individualisierung, Privatisierung, Deinstitutionalisierung, Kirchen, Religionssoziologie, Moderne, Gesellschaftlicher Wandel, Deutschland, Empirische Forschung, Glaube, Spiritualität, Synkretismus, Traditionelle Kirchlichkeit, Kirchenmitgliedschaft.
Häufig gestellte Fragen
Wie steht es um die Religiosität in Deutschland heute?
Deutschland erlebt einen deutlichen Deinstitutionalisierungsprozess (Kirchenaustritte), während gleichzeitig neue, individuelle Formen der Religiosität entstehen.
Was besagt die Individualisierungsthese von Thomas Luckmann?
Luckmann postuliert, dass Religion nicht verschwindet (Säkularisierung), sondern sich privatisiert und aus den kirchlichen Institutionen in den privaten Lebensbereich verlagert.
Ersetzt die neue Religiosität die traditionellen Kirchen?
Die empirischen Ergebnisse zeigen, dass außerkirchliche Religiosität zwar zunimmt, sie aber bisher nicht in dem Maße verbreitet ist, dass sie die institutionalisierte Kirchlichkeit vollständig ersetzen könnte.
Was bedeutet Synkretismus im religiösen Kontext?
Synkretismus bezeichnet die Vermischung verschiedener religiöser oder philosophischer Überzeugungen zu einer neuen, individuellen Glaubensform.
Gibt es Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland?
Ja, die Arbeit bezieht Forschungsergebnisse von Pollack und Pickel ein, die zeigen, dass die Deinstitutionalisierung in Ostdeutschland historisch bedingt deutlich weiter fortgeschritten ist.
Welchen Einfluss hat die Modernisierung auf den Glauben?
Modernisierungsprozesse führen zu einem Wandel religiöser Strukturen, wobei traditionelle Bindungen schwächer werden und die persönliche Sinnsuche in den Vordergrund rückt.
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- Stefan Lippmann (Author), 2008, Religiosität in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155464