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Das Problem der Messung der Kinderlosigkeit von Akademikerinnen in Deutschland

Title: Das Problem der Messung der Kinderlosigkeit von Akademikerinnen in Deutschland

Seminar Paper , 2008 , 20 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Dipl.-Volkswirt Florian Beck (Author)

Economics - Statistics and Methods
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„40 Prozent der Akademikerinnen in Deutschland sind kinderlos“, wurde in den letzten Jahren häufig in der Presse verkündet. Mit dieser panikverbreitenden Zahl, die der jährlichen Mikrozensuserhebung des Statistischen Bundesamtes von 1996 entstammt,
waren die vermeintlichen Schuldigen des demographischen Wandels schnell gefunden.Doch wie verlässlich sind die Aussagen des Mikrozensus? Bei näherer Betrachtung werden teilweise gravierende Erhebungsfehler erkennbar, wodurch die vielfach publizierte 40 Prozent-Marke bezweifelt werden darf. Auf ein anderes Ergebnis
gelangte das weniger häufig zitierte Sozio-ökonomische Panel (SOEP) des Deutschen Instituts der Wirtschaft (DIW), welches im Untersuchungsjahr 2003 einen Satz von ca. 30 Prozent kinderloser Akademikerinnen in Deutschland ermittelte. Wie sind die unterschiedlichen Ergebnisse erklärbar, wo liegen die Fehler und Probleme der Datenerhebung und welche Interessen spielen bei der Ergebnisermittlung eine Rolle?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Aussagekraft der wichtigsten Studien

2.1 Der Mikrozensus des Statistischen Bundesamtes

2.2 Erhebungsprobleme des Mikrozensus

2.3 Das Sozio-ökonomische Panel (SOEP) des Deutschen Instituts der Wirtschaft (DIW)

2.4 Vergleich SOEP - Mikrozensus

3 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die methodischen Differenzen zwischen dem Mikrozensus des Statistischen Bundesamtes und dem Sozio-ökonomischen Panel (SOEP) bei der Messung der Kinderlosigkeit von Akademikerinnen in Deutschland, um zu klären, warum in der öffentlichen Debatte unterschiedliche Zahlenwerte (ca. 40 Prozent vs. ca. 30 Prozent) kursieren und welche Datenquelle eine realistischere Einschätzung erlaubt.

  • Methodenanalyse amtlicher und nicht-amtlicher Datenerhebungen
  • Einfluss von Erhebungsdesigns auf statistische Ergebnisse
  • Kritische Würdigung der Operationalisierung von Kinderlosigkeit
  • Vergleich von Alterskohorten als Fehlerquelle in der Interpretation
  • Evaluierung der Datenqualität hinsichtlich der demographischen Realität

Auszug aus dem Buch

2.2 Erhebungsprobleme des Mikrozensus

Wie bereits erwähnt, enthält der Mikrozensus bei genauerem Hinschauen einige Fehlerquellen, die eine präzise Bestimmung der Kinderlosigkeit verhindern. (Schmitt: 313). Deshalb darf auch die in den letzten Jahren vielfach veröffentlichte Zahl von 40 Prozent kinderloser Akademikerinnen kritisch betrachtet werden. Die 40 Prozent entstammen wahrscheinlich einem im Jahr 1997 von Heribert Engstler im Auftrag des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend verfassten Bericht „Die Familie im Spiegel der amtlichen Statistik“, der auf die Mikrozensuserhebung von 1996 zurückgeht (Wirth: 2).

Generell müssen die Erhebungsmethoden des Statistischen Bundesamts im Mikrozensus zur Ermittlung der Kinderlosigkeit von Akademikerinnen in Deutschland sehr genau und differenziert betrachtet werden, da einige doch gravierende Adäquationsprobleme bzw. Ungenauigkeiten bestehen, die die Verwendung der Mikrozensusdaten zur Berechnung der Kinderlosigkeit von Akademikerinnen in Deutschland grundsätzlich in Frage stellen (Scharein: 1).

Das elementarste Problem stellt bereits der Aufbau des Fragebogens dar: So wird nur nach den im Haushalt lebenden, ledigen Kindern gefragt und nicht nach den jemals tatsächlich geborenen Kindern einer Frau. Kinder, die den Haushalt der Mutter bereits verlassen haben, werden also nicht mitgezählt. Nach einer Trennung oder Scheidung beim Vater lebende Kinder werden ebenfalls nicht berücksichtigt (Grundig: 33-34). Ein weiteres Problem bilden die Adoptiv- bzw. Pflegekinder. Wird das Kind einer Akademikerin zum Adoptiv- oder Pflegekind einer Realschulabsolventin, wird es der Realschulabsolventin zugerechnet (Grundig: 34). Durch Zunahme der sogenannten Patchwork-Familien, verändern sich traditionelle Familienbilder und es entstehen immer häufiger Elternschaften, die nicht unbedingt auf die Haushaltsgrenzen beschränkt sind. Dies hat bei der derzeitigen Mikrozensuserhebung zur Folge, dass Stiefkinder der im Haushalt lebenden Frau und nicht der tatsächlichen Mutter zugeordnet werden (Scharein: 6-7).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die in der Presse verbreitete 40-Prozent-Marke bei der Kinderlosigkeit von Akademikerinnen und hinterfragt die Verlässlichkeit dieser Zahl im Vergleich zu den Ergebnissen des SOEP.

2 Aussagekraft der wichtigsten Studien: Dieses Kapitel analysiert die Erhebungsmethoden von Mikrozensus und SOEP, thematisiert spezifische Fehlerquellen bei der Kindererfassung und vergleicht die resultierenden statistischen Ergebnisse der beiden Erhebungen.

3 Fazit: Das Fazit stellt fest, dass die 40-Prozent-Zahl methodisch nicht haltbar ist und bei korrekter Betrachtung der Alterskohorten beide Studien zu ähnlichen, realistischeren Ergebnissen von etwa 30 Prozent gelangen.

Schlüsselwörter

Kinderlosigkeit, Akademikerinnen, Mikrozensus, Sozio-ökonomisches Panel, SOEP, Statistische Erhebung, Demographischer Wandel, Haushaltsstichprobe, Geburtskohorte, Familienplanung, Erhebungsmethode, Datenerhebung, Statistik, Deutschland, Fertilität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht, warum unterschiedliche Statistiken zur Kinderlosigkeit von Akademikerinnen in Deutschland zu stark differierenden Ergebnissen führen und bewertet die Aussagekraft der zugrunde liegenden Studien.

Welche zwei Hauptstudien stehen im Zentrum der Untersuchung?

Die Arbeit vergleicht den Mikrozensus des Statistischen Bundesamtes mit dem Sozio-ökonomischen Panel (SOEP) des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW).

Was ist das primäre Ziel der Analyse?

Ziel ist es, die methodischen Gründe für die unterschiedlichen Ergebnisse (40 % im Mikrozensus vs. 30 % im SOEP) aufzuzeigen und zu belegen, dass die Zahl von 40 % aufgrund von Erhebungsfehlern methodisch überhöht ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Untersuchung verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende Analyse der Erhebungsdesigns und der Datengrundlagen, wobei die Auswirkungen unterschiedlicher Definitionen und Alterskohorten auf die statistischen Resultate geprüft werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Funktionsweise des Mikrozensus, benennt spezifische Probleme wie das Koresidenzprinzip, stellt das SOEP als alternative Datenquelle vor und führt einen direkten Vergleich unter Berücksichtigung identischer Alterskohorten durch.

Welche zentralen Schlüsselwörter definieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Kinderlosigkeit, Akademikerinnen, Mikrozensus, SOEP, Erhebungsmethode und statistische Datenerfassung.

Warum wird im Mikrozensus nicht direkt nach der Anzahl der geborenen Kinder gefragt?

Dies ist historisch bedingt durch datenschutzrechtliche Bedenken und die Sorge vor peinlichen Situationen für die Befragten, weshalb der Bundesrat entsprechende Versuche des Statistischen Bundesamtes zur Ergänzung des Fragebogens ablehnte.

Welche Rolle spielen Alterskohorten für die Korrektheit der Ergebnisse?

Der Vergleich unterschiedlicher Alterskohorten gilt als Hauptursache für die irreführende Statistik; erst durch die Anpassung der Geburtsjahrgänge bei beiden Studien lassen sich vergleichbare und valide Daten gewinnen.

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Details

Title
Das Problem der Messung der Kinderlosigkeit von Akademikerinnen in Deutschland
College
Nürtingen University
Grade
1,3
Author
Dipl.-Volkswirt Florian Beck (Author)
Publication Year
2008
Pages
20
Catalog Number
V155318
ISBN (eBook)
9783640677382
Language
German
Tags
Problem Messung Kinderlosigkeit Akademikerinnen Deutschland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl.-Volkswirt Florian Beck (Author), 2008, Das Problem der Messung der Kinderlosigkeit von Akademikerinnen in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155318
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