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"Emil und die Detektive" - Film und Buch im Vergleich

Darstellung der inhaltlichen Abweichungen und anschließende, inhaltsanalytische Bewertung der Erstverfilmung gegenüber der Buchvorlage Erich Kästners

Title: "Emil und die Detektive" - Film und Buch im Vergleich

Seminar Paper , 2009 , 19 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Florian Meier (Author)

German Studies - Modern German Literature
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„Euch kann ich’s ja ruhig sagen: Die Sache mit Emil kam mir selber unerwartet. Eigentlich hatte ich ein ganz anderes Buch schreiben wollen.“

Mit diesen zwei Sätzen beginnt eines der erfolgreichsten Kinder- und Jugendbücher, das jemals veröffentlicht wurde. Es handelt sich dabei um das Werk „Emil und die Detektive“ von Erich Kästner. Er veröffentlichte es 1929 und erlangte damit innerhalb kürzester Zeit einen Bekanntheitsgrad, der bis heute bei Kindern, Jugendlichen, aber auch Erwachsenen beachtlich geblieben ist. Die Geschichte des kleinen Emil in der Großstadt Berlin erfreut sich ungebrochener Beliebtheit und ist Grundlage vieler seitdem veröffentlichter Kinder-Detektivgeschichten. Dabei muss man beachten, dass Kästner mit diesem Werk nicht nur einen sehr bedeutenden Teil zur Kinder- und Jugendliteratur beigetragen hat, sondern genauso auch eine große Rolle in der deutschen Filmgeschichte gespielt hat . Bereits 1931 verfilmte Gerhard Lamprecht „Emil und die Detektive“ nach dem Drehbuch von Billy Wilder und es wurde ein voller Erfolg auf der Leinwand . Der Film gilt als einer „der bedeutendsten Filme der frühen Tonfilmzeit“ und wird heute auch als erster Klassiker der deutschen Kinderfilmproduktion bezeichnet .
Bei der Betrachtung vom Buch und der Erstverfilmung fällt aber auf, dass es einige inhaltliche Differenzen gibt. Schon direkt am Anfang merkt der Rezipient, dass der Film in der Handlung anders beginnt, wie das Buch. Genau diese Differenzen sind der Untersuchungsgegenstand dieser Ausarbeitung.
Um jedoch diese Unterschiede verständlich darlegen zu können, werden zunächst einige Grundbegriffe und Elemente der systematischen Filmanalyse vorgestellt. Unterschiede in den Einstellungsgrößen, verschiedene Kamerabewegungen, Einstellungsverbindungen und Blickperspektiven werden kurz dargelegt und erleichtern das Verständnis der nächsten Abschnitte dieser Arbeit.
Darauffolgend werden dann die Filmabschnitte vorgestellt, die inhaltlich vom Buch abweichen. Es wird jeweils zuerst beschrieben, wie Szenen im Film dargestellt werden und in welcher Form sie eine Abweichung zur Buchvorlage aufweisen.
Anschließend wird im nächsten Gliederungsabschnitt eine inhaltsanalytische Beurteilung der Differenzen vorgenommen, welche schließlich die Grundlage einer fundierten Kritik bildet, die den gesamten Film im letzten Gliederungspunkt bewertet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. „Emil und die Detektive“ – Ein Roman und seine Verfilmung

2. Grundbegriffe und Elemente der systematischen Filmanalyse

2.1 Die Einstellungsgrößen

2.3 Die Einstellungsverbindungen

2.4 Die Kamera- und Blickperspektiven

3. „Emil und die Detektive“ – Inhaltliche Abweichungen der Erstverfilmung von der Buchvorlage

3.1 Der Denkmal – Streich

3.2 Das mit Schlafmittel versetzte Bonbon

3.3 Die Verfolgung mit der Straßenbahn

3.4 Überbringung der Nachricht an Emils Großmutter

3.5 Der versuchte Rück – Diebstahl

3.6 Die Jagd auf Grundeis

3.7 Ankunft in Neustadt

3.8 Filmbegleitende, inhaltliche Differenzen zur Buchvorlage

4. Inhaltsanalytische Beurteilung der Abweichungen im Film

5. Die Erstverfilmung von „Emil und die Detektive“ – Inhaltlich teilweise anders akzentuiert, aber formal dennoch geglückt?

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die inhaltlichen Abweichungen der Erstverfilmung von Erich Kästners „Emil und die Detektive“ (1931) gegenüber der literarischen Vorlage und bewertet diese anhand filmtheoretischer Kriterien auf ihre narrative Sinnhaftigkeit.

  • Anwendung systematischer Filmanalyse (Einstellungsgrößen, Kamerabewegungen, Perspektiven)
  • Vergleichende Analyse zentraler Handlungsszenen (z.B. Denkmal-Streich, Schlafmittel-Szene)
  • Bewertung der filmischen Umsetzung der moralischen Kernaspekte des Romans
  • Analyse filmbegleitender inhaltlicher Differenzen und Charakterdarstellungen
  • Diskussion der filmischen Linearität gegenüber der literarischen Komplexität

Auszug aus dem Buch

3.2 Das mit Schlafmittel versetzte Bonbon

Auf der Zugfahrt kommt es im Film zu einer der größten inhaltlichen Abweichungen von der Buchvorlage. Nachdem alle anderen Personen bis auf Grundeis nicht mehr im Abteil sind, weil sie aus dem Zug ausgestiegen sind befindet sich Emil allein mit diesem im Abteil. Die Szene wird von nun an mit unheilvoller Musik begleitet. Emil geht kurz aus dem Abteil hinaus und steckt sich sein Geld mit der Nadel in seiner Anzugtasche fest. Als er zurückkommt, kann man aus der „Halbtotalen“ beobachten, wie ihm Grundeis ein Bein stellt. Emil setzt sich wieder hin und man sieht ihn aus der Kameraeinstellung „Amerikanisch“. Er rückt ein Stück weg von Grundeis. Folgend kann man in der Einstellung „Nah“ Grundeis unheilvoll grinsend sehen. Er bietet Emil erst eine Zigarette an, dann ein Bonbon. Emil nimmt das Bonbon und Grundeis verschwindet wieder hinter seiner Zeitung. Von nun an werden Emil und Grundeis abwechselnd in der Einstellung „Nah“ gezeigt und die Lautstärke der Musik nimmt zu und klingt immer unheilvoller. Dem Zuschauer wird sofort klar, dass etwas mit dem Bonbon nicht gestimmt hat. Emil beginnt, verschwommen zu sehen. Kurz darauf wird mit einem überblendenden Effekt gezeigt, wie Augen durch die Zeitung von Grundeis hindurchleuchten. Emil schafft es nicht, wach zu bleiben und es folgt eine Überblendung in eine Traumsequenz. In Emils Traum wird Grundeis sehr furchteinflößend dargestellt. Zunächst wird der Spezialeffekt der „Bewegten Kamera“ eingesetzt, bei dem Grundeis auf der länger und kürzer werdenden Bank des Zugabteils hin und her rutscht. Der Zuschauer bekommt durch den Traum den Eindruck, er wäre in die Person Emils versetzt. Anschließend befindet sich die Kamera in der „Froschperspektive“ und Grundeis tritt auf das Bild ein, was der Zuschauer wie ein Zertreten von Emil auffassen kann. Er träumt auch von Wachtmeister Jeschke und dass dieser ihn versucht zu ergreifen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. „Emil und die Detektive“ – Ein Roman und seine Verfilmung: Einführung in die Bedeutung von Kästners Werk und die filmhistorische Relevanz der Erstverfilmung von 1931.

2. Grundbegriffe und Elemente der systematischen Filmanalyse: Definition theoretischer Grundlagen wie Einstellungsgrößen, Kamerabewegungen und Einstellungsverbindungen für die weitere Untersuchung.

3. „Emil und die Detektive“ – Inhaltliche Abweichungen der Erstverfilmung von der Buchvorlage: Detaillierte, chronologische Gegenüberstellung der Filmszenen und der Buchvorlage mit Fokus auf inhaltliche Differenzen.

4. Inhaltsanalytische Beurteilung der Abweichungen im Film: Kritische Reflexion der filmischen Veränderungen und deren Auswirkung auf Moral, Erzähltempo und Figurenzeichnung.

5. Die Erstverfilmung von „Emil und die Detektive“ – Inhaltlich teilweise anders akzentuiert, aber formal dennoch geglückt?: Abschließendes Fazit zur Qualität der Verfilmung unter Berücksichtigung filmischer Notwendigkeiten.

Schlüsselwörter

Erich Kästner, Emil und die Detektive, Filmanalyse, Literaturverfilmung, Erstverfilmung 1931, inhaltliche Abweichungen, Systematische Filmanalyse, Kamerabewegung, Einstellungsgröße, Drehbuch, Filmkritik, Erzählstruktur, Billy Wilder, Gerhard Lamprecht, Medienvergleich.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die inhaltlichen Unterschiede zwischen dem Roman von Erich Kästner und der Erstverfilmung des Stoffes aus dem Jahr 1931 durch Gerhard Lamprecht.

Welche Themenfelder stehen im Fokus der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Adaptionsstrategien vom Buch zum Film sowie die Anwendung filmtheoretischer Analysemodelle, um Abweichungen zu begründen.

Was ist das zentrale Ziel der Analyse?

Ziel ist es, zu bewerten, ob die inhaltlichen Änderungen des Films künstlerisch sinnvoll sind und ob trotz der Abweichungen eine gelungene Transformation der literarischen Vorlage vorliegt.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Arbeit nutzt die systematische Filmanalyse, wobei Begriffe wie Einstellungsgrößen, Perspektiven und Kamerabewegungen auf die Filmszenen angewendet werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in die Filmanalyse und eine detaillierte, szenenweise Gegenüberstellung der Buchhandlung mit der Filmdarstellung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Neben dem Autor Erich Kästner und dem Werk „Emil und die Detektive“ sind Begriffe wie Filmanalyse, Adaption, Medienvergleich und filmische Akzentuierung prägend.

Warum wird der „Denkmal-Streich“ am Anfang des Films als sinnvoll erachtet?

Laut der Analyse dient diese im Buch nicht so präsent dargestellte Szene dazu, sofort Spannung beim Zuschauer zu erzeugen und so die Aufmerksamkeit für den Film zu sichern.

Wie bewertet die Arbeit die Darstellung der Großmutter?

Die Darstellung wird als negativ beurteilt, da die Filmfigur im Gegensatz zur resoluten Romanfigur als weltfremdes, verschüchtertes „Muttchen“ gezeichnet wird.

Warum ist der „Rück-Diebstahl“ die diskussionswürdigste Szene?

Weil hier die in der Buchvorlage zentrale Moralvorstellung Kästners – dass Selbstjustiz falsch ist – durch eine spannungsgeladene Action-Szene überschrieben wird.

Welches Fazit zieht die Arbeit zur Qualität der Verfilmung?

Der Film wird als „inhaltlich akzentuierende“, aber formal geglückte Umsetzung bewertet, da er trotz der Abweichungen den Kern der Geschichte beibehält.

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Details

Title
"Emil und die Detektive" - Film und Buch im Vergleich
Subtitle
Darstellung der inhaltlichen Abweichungen und anschließende, inhaltsanalytische Bewertung der Erstverfilmung gegenüber der Buchvorlage Erich Kästners
College
University of Trier
Grade
2,0
Author
Florian Meier (Author)
Publication Year
2009
Pages
19
Catalog Number
V154453
ISBN (eBook)
9783640674879
ISBN (Book)
9783640675081
Language
German
Tags
Emil Detektive Film Buch Vergleich Darstellung Abweichungen Bewertung Erstverfilmung Buchvorlage Erich Kästners Kästner Emil und die Detektive Thema Emil und die Detektive
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Florian Meier (Author), 2009, "Emil und die Detektive" - Film und Buch im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/154453
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