Hier liegt ein Bericht über ein zweimonatiges Studienpraktikum in der Aufnahmeleitung mit theoretischem Teil vor.
In dieser persönlichen Berichterstattung des von mir absolvierten zweimonatigen Praktikums möchte ich meine gesammelten Eindrücke und Erfahrungen nachträglich reflektieren. Aus der Verschriftlichung meiner Impressionen soll ein fundiertes Erfahrungsgefüge für die Arbeitsbereiche, in denen ich primär tätig war, gebildet werden,
wodurch schließlich eine Überprüfung der eigenen Studienmotivation sowie des bisherigen theoretischen Wissensstandes ermöglicht wird.
Im ersten Teil meines Berichts soll eine eingängige Beschreibung meines Praktikumsgebers erfolgen, in der sowohl auf die Organisationsstruktur, als auch auf die verschiedenen
Arbeitsbereiche und Projekte innerhalb des Unternehmens näher eingegangen werden soll. In Anschluss daran werde ich meine persönlichen Aufgabenbereiche und Tätigkeitsfelder innerhalb der Firma reflektieren und mit gezielten Fallbeispielen belegen.
Abschließend möchte ich einen wissenschaftlichen Bezug zu den von mir zuvor verschriftlichten Erfahrungen und Eindrücken herstellen und die aktuelle Diskussion der Verantwortung der öffentlich-rechtlichen Sender gegenüber der Gesellschaft aufgreifen.
Die abschließende Bewertung möchte ich für kritische Bemerkungen nutzen und ein Fazit aus meiner Zeit beim WDR definieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Praktikumsgeber und Praktikumsplatz
2.1. Organisationsstruktur
2.2. Projekte und Einsatzgebiete
3. Eigene Tätigkeitsfelder während des Praktikums
3.1. Aufnahmeleitung im Studio
3.2. Aufnahmeleitung im Büro
4. Öffentlich-rechtliche Sender in gesellschaftlicher Verantwortung
5. Bewertung des Praktikums
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit reflektiert die Erfahrungen eines zweimonatigen Praktikums beim Westdeutschen Rundfunk (WDR). Das zentrale Ziel ist es, die praktischen Abläufe einer professionellen Medienproduktion zu durchleuchten, die eigene Studienmotivation kritisch zu hinterfragen und die Rolle öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten im Spannungsfeld zwischen gesellschaftlichem Auftrag und kommerziellem Quotendruck zu analysieren.
- Strukturen und Arbeitsabläufe in der Studioproduktion
- Aufgaben und Verantwortungsbereiche einer Aufnahmeleitung
- Herausforderungen in der Planung und Koordination von TV-Formaten
- Öffentlich-rechtlicher Rundfunk im dualen Mediensystem
- Kritische Analyse von Bürokratisierung und Programmqualität
Auszug aus dem Buch
Aufnahmeleitung im Studio
In meiner achtwöchigen Praktikumszeit in der Eigenproduktion des WDR wurde ich während meiner Studioeinsätze als zweite Aufnahmeleiterin eingesetzt und übernahm die gleichen Aufgaben wie die Volontäre, die dort eine dreijährige Ausbildung genießen. Bei kleineren Produktionen wie der „Servicezeit“ und „Quarks & Co.“ (ca. 30 Mitarbeiter) übernahm ich die Position der Set-Aufnahmeleitung, die untergeordnet zur ersten Aufnahmeleitung im Büro die Verantwortlichkeiten am Set übernimmt. Hiermit war ich im Studio dafür zuständig, dass die Zeitplanungen eingehalten werden und der Organisationsablauf funktioniert. Auf der einen Seite musste ich also darauf achten, dass keine Verzögerungen im Drehablauf durch unplanmäßige Pausen der Mitwirkenden entstanden, außerdem musste auch gewährleistet sein, dass keiner über 8 Stunden am Stück arbeitete.
Durch ein Head-Set war ich als einzige am Set ständig mit der Regie-Zone verbunden, in der sich bei Sendungen der Regisseur, der technische Leiter, der Redakteur, der Bildmischer, der Bildingenieur, eine Bildspeicherbedienung, ein Insertverfasser und der Toningenieur befinden und vom Set räumlich völlig abgeschirmt sind. Im Studio selbst sind je nach Produktion ca. 3 Kameramänner und dazugehörige Kabelhilfen, ein Tontechniker, ca. zwei Lichttechniker, die Maskenbildnerin, die Requisiteure, ein Schriftgenerator für den Teleprompter, ein Feuerwehrmann und der Moderator. Von diesem personellen Aufwand für eine relativ kleine Studiosendung war ich anfänglich sehr überrascht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Autorin beschreibt ihre Motivation, während des Medienwissenschaftsstudiums praktische Einblicke in die audiovisuelle Produktion bei einem öffentlich-rechtlichen Sender zu gewinnen.
2. Praktikumsgeber und Praktikumsplatz: Dieser Abschnitt erläutert die komplexe Organisationsstruktur des WDR sowie die betrieblichen Abläufe innerhalb der Abteilung Studioproduktion.
3. Eigene Tätigkeitsfelder während des Praktikums: Hier werden die konkreten Aufgaben als Aufnahmeleiterin im Studio und im Büro reflektiert, illustriert durch Fallbeispiele aus verschiedenen Produktionen.
4. Öffentlich-rechtliche Sender in gesellschaftlicher Verantwortung: Das Kapitel diskutiert den gesellschaftlichen Grundauftrag und die Programmausrichtung in Konkurrenz zum dualen System.
5. Bewertung des Praktikums: Die Autorin zieht ein kritisches Fazit über die stark bürokratisierten Strukturen des Senders und reflektiert den Mehrwert der Praktikumszeit für ihren weiteren beruflichen Werdegang.
Schlüsselwörter
WDR, Praktikum, Aufnahmeleitung, Medienproduktion, Servicezeit, Studioproduktion, Öffentlich-rechtlicher Rundfunk, Fernsehabläufe, Programmplanung, Qualitätsstandard, Medienwissenschaft, Berufspraxis, Organisationsstruktur, Fernsehjournalismus, Fernsehen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit ist ein persönlicher Praktikumsbericht, der die erlebten Abläufe beim Westdeutschen Rundfunk (WDR) dokumentiert und wissenschaftlich einordnet.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Themen umfassen die Organisation von Fernsehproduktionen, die Rolle der Aufnahmeleitung, die gesellschaftliche Verantwortung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und eine kritische Auseinandersetzung mit Senderstrukturen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Reflexion praktischer Erfahrungen in der Medienbranche, um den eigenen Wissensstand aus dem Studium zu prüfen und eine berufliche Orientierung für die Zukunft zu finden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Methode der persönlichen Reflexion und ergänzt diese durch die Einbeziehung theoretischer Literatur zur Medienlandschaft und dem öffentlich-rechtlichen Auftrag.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Senderstruktur, die detaillierte Beschreibung der Tätigkeiten in der Aufnahmeleitung (Studio und Büro) sowie die Analyse der gesellschaftlichen Rolle des Senders.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind WDR, Aufnahmeleitung, Medienproduktion, Öffentlich-rechtlicher Rundfunk, Programmplanung und Berufspraxis.
Wie bewertet die Autorin die Arbeitsweise beim WDR?
Die Autorin schätzt die professionelle Betreuung, kritisiert jedoch eine stark ausgeprägte Bürokratisierung und die schwerfälligen, verkrusteten Strukturen des Senders.
Warum wird die Produktion "Frag doch mal die Maus" besonders hervorgehoben?
Sie wird als lehrreiches, wenn auch unvorstellbar aufwendiges Beispiel für eine Großproduktion genannt, die das Gegenteil zum Alltag der "Servicezeit" darstellte.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin für ihre berufliche Zukunft?
Sie möchte aufgrund der erlebten Strukturen beim WDR ihre berufliche Zukunft eher in einer privaten Produktionsfirma sehen, um kreativer und eigenverantwortlicher arbeiten zu können.
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- Luise Knah (Author), 2008, Die WDR Eigenproduktion - Ein Erfahrungsbericht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/153992