Wie lässt sich Zustimmung zu einer stärkeren Sozialpolitik auf EU-Ebene unter den EU-Bürgern erklären? Zur Klärung dieser Frage werden verschiedene, aus der Literatur ableitbare Faktoren herangezogen: wahrgenommene negative Umverteilungsfolgen durch den Binnenmarkt, Globalisierungseffekte, die Rolle der EU in Globalisierungsprozessen, Vertrauen in die EU- sowie in nationale Institutionen und die Identifikation der EU-Bürger herangezogen. Wahrgenommene Umverteilungskosten durch den Binnenmarkt, eine exklusiv nationale Identifikation und die Wahrnehmung der EU als ineffektiven Schutz vor Globalisierungsfolgen haben einen negativen Effekt auf die Akzeptanz eines Transfers sozialpolitischer Kompetenz. Die wahrgenommenen Folgen der Globalisierung haben eine eher geringe Erklärungskraft. Dies könnte jedoch auf die vorgenommene Operationalisierung zurückzuführen sein. Für eine Wirkung von Vertrauen in nationale und EU-Institutionen auf die Akzeptanz einer stärkeren Sozialpolitik der EU seitens ihrer Bürger lassen sich keine Hinweise finden.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Sozialpolitik in der Europäischen Union.
- 2.1 Zur Notwendigkeit und Angemessenheit einer stärkeren Sozialpolitik auf EU-Ebene
- 2.2 Zur Machbarkeit einer stärkeren Sozialpolitik auf EU-Ebene
- 3. Bestimmungsfaktoren der Präferenzen der EU-Bürger hinsichtlich der Kompetenzverteilung in der Sozialpolitik zwischen Nationalstaat und EU
- 4. Daten und Operationalisierung.
- 5. Analyse und Ergebnisse.
- 6. Diskussion......
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Bestimmungsfaktoren der Akzeptanz einer stärkeren sozialpolitischen Kompetenz der Europäischen Union (EU) bei den Bürgern der Europäischen Union. Sie beleuchtet die Notwendigkeit und Machbarkeit einer stärkeren EU-Sozialpolitik und untersucht, inwieweit sich die Argumente aus der einschlägigen Literatur in den Einstellungen der EU-Bürger widerspiegeln.
- Notwendigkeit und Angemessenheit einer stärkeren Sozialpolitik auf EU-Ebene
- Machbarkeit einer stärkeren Sozialpolitik auf EU-Ebene
- Bestimmungsfaktoren der Präferenzen der EU-Bürger hinsichtlich der Kompetenzverteilung in der Sozialpolitik
- Empirische Untersuchung der Akzeptanz einer stärkeren sozialpolitischen Kompetenz der EU
- Legitimität und Unterstützung der EU durch die Bürger
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik der Sozialpolitik in der Europäischen Union ein und stellt die Relevanz der Untersuchung der Einstellungen der EU-Bürger zur EU-Sozialpolitik dar.
Kapitel 2 befasst sich mit der Sozialpolitik in der Europäischen Union. Es werden zentrale Argumente zur Notwendigkeit und Machbarkeit einer stärkeren EU-Sozialpolitik aus der einschlägigen Literatur vorgestellt.
Kapitel 3 entwickelt die Hypothesen der Untersuchung, die sich mit den Bestimmungsfaktoren der Akzeptanz einer stärkeren sozialpolitischen Kompetenz der EU bei den Bürgern befassen.
Kapitel 4 beschreibt die Daten und die Operationalisierung der Untersuchung, die auf Umfragedaten aus dem Jahr 2005 für die damaligen 25 EU-Mitglieder basiert.
Kapitel 5 präsentiert die Analyse und die Ergebnisse der Untersuchung, die sich mit den Determinanten der Zustimmung der EU-Bürger zu einer stärkeren Kompetenz der EU im Bereich Sozialpolitik befassen.
Schlüsselwörter
Die Arbeit befasst sich mit der Sozialpolitik in der Europäischen Union, der Akzeptanz einer stärkeren sozialpolitischen Kompetenz der EU bei den Bürgern, der Notwendigkeit und Machbarkeit einer stärkeren EU-Sozialpolitik, den Einstellungen der EU-Bürger zur EU, der empirischen Untersuchung, der Legitimität und der Unterstützung der EU durch die Bürger.
Häufig gestellte Fragen
Warum wird über eine stärkere Sozialpolitik auf EU-Ebene diskutiert?
Die Diskussion dreht sich um die Notwendigkeit, negative Folgen des Binnenmarktes und der Globalisierung sozial abzufedern und eine supranationale Steuerung zu etablieren.
Welche Faktoren beeinflussen die Zustimmung der Bürger zur EU-Sozialpolitik?
Zentrale Faktoren sind die wahrgenommenen Umverteilungskosten, die nationale Identifikation und das Vertrauen in die Effektivität der EU beim Schutz vor Globalisierungsfolgen.
Hat die nationale Identität einen Einfluss auf die Akzeptanz von EU-Kompetenzen?
Ja, eine exklusiv nationale Identifikation wirkt sich laut der Studie negativ auf die Bereitschaft aus, sozialpolitische Kompetenzen an die EU zu übertragen.
Spielt das Vertrauen in staatliche Institutionen eine Rolle?
Die Untersuchung fand keine Hinweise darauf, dass Vertrauen in nationale oder EU-Institutionen die Akzeptanz einer stärkeren EU-Sozialpolitik signifikant beeinflusst.
Wie wirken sich Globalisierungseffekte auf die Meinung der Bürger aus?
Wahrgenommene negative Folgen der Globalisierung haben eine eher geringe Erklärungskraft, was jedoch auch an der Art der Datenerhebung liegen könnte.
Auf welcher Datenbasis beruht die Analyse?
Die Analyse nutzt Umfragedaten aus dem Jahr 2005, die die Einstellungen der Bürger in den damals 25 EU-Mitgliedstaaten widerspiegeln.
- Quote paper
- Pascal König (Author), 2009, Bestimmungsfaktoren der Unterstützung einer supranationalen Sozialpolitik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/153773