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Robert Bresson: Gemeinsamkeiten der Hauptfiguren

Title: Robert Bresson: Gemeinsamkeiten der Hauptfiguren

Seminar Paper , 2006 , 12 Pages , Grade: 2

Autor:in: Dipl. Jonathan Lecot (Author)

Film Science
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„Die Schönheit von Robert Bressons Filmen ist eine der reinen Informationen. Es scheint, dass kein anderer Filmemacher jemals - so leidenschaftlich - eine so direkte Kommunikation mit dem Betrachter (gemeint ist hier ein Verhältnis der Gleichheit, nicht das einer Unterordnung, wie etwa bei Hitchcock) gesucht hat. Jacques Rivette

Robert Bresson (*25. September 1901 in Bromont-Lamothe; † 18. Dezember 1999 in Paris) war einer der größten Filmregisseure des 20. Jahrhunderts. In den dreißiger Jahren beschäftigte er sich zum ersten Mal mit dem Film. Er schrieb an mehreren Drehbüchern mit und inszenierte 1934 den Kurzfilm, „Les affaires publiques“. Eine Komödie, die lange Zeit als verschollen galt, von der in den neunziger Jahren aber eine Kopie gefunden wurde. 1943 drehte er seinen ersten Langfilm als Regisseur, „Les Anges du Péché“.
Insgesamt führte Bresson bei vierzehn Filmen Regie. Weltbekannt wurde zum Beispiel „Pickpocket“, der 1959 herausgebracht wurde. Auf verschiedenen Festivals erhielt Bresson Preise. Unter anderem 1951, den Großen Preis der Biennale Venedig für „Journal d’un curé de campagne“, 1962 den Spezialpreis der Jury in Cannes für „Procès de Jeanne d’Arc“ und 1977 den Spezialpreis bei den Berliner Festspielen für „Le diable probablement“.
Besonders interessant finde ich, dass Bresson ab dem Film „Les dames du bois de Boulogne“ seine Figuren nur noch mit Laien besetzte. In der folgenden Hausarbeit werde ich mich zunächst damit befassen, aus welchem Grund Bresson sich gegen professionelle Schauspieler entschied.
Kann sich der Betrachter deshalb besser mit den Figuren identifizieren? Daraus ergibt sich für mich die Frage, wer die Figuren, welche die Modelle darstellen, sind. Sind Laien für die Besetzung der Rollen am Besten geeignet? Ich betrachte deshalb im Anschluss einige seiner Protagonisten näher und versuche Parallelen zwischen den verschiedenen Hauptfiguren der Filme festzustellen. Dabei gehe ich besonders auf die Filme „Journal d’un curé de campagne“, „Un condamné à mort s’est échappé“, „Pickpocket“, „Procès de Jeanne d’Arc“ und „Mouchette“ ein.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Laien als Hauptfiguren

3. Bressons Figuren

a) Allgemeines über die Helden

b) Der Kampf um Ansehen und Liebe

c) Leidenschaft

d) Gefängnis

e) Sind Bressons Modelle mit Kindern vergleichbar?

4. Bezug von den Personen und deren Lebensraum zur Wirklichkeit

5. Schluss

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht den bewussten Verzicht des Regisseurs Robert Bresson auf professionelle Schauspieler und analysiert, inwiefern die Besetzung mit Laien („Modellen“) die Authentizität und Identifikation mit seinen Filmfiguren beeinflusst. Dabei steht die Frage im Zentrum, warum diese Charaktere als Außenseiter gezeichnet sind, welche Parallelen zwischen ihnen bestehen und wie ihr Lebensraum die Wahrnehmung der Wirklichkeit prägt.

  • Die ästhetische und philosophische Bedeutung von Laiendarstellern (Modellen)
  • Charakteranalyse der zentralen Protagonisten in Bressons Filmen
  • Die Symbolik von Gefängnismotiven und innerer Isolation
  • Die Auseinandersetzung mit Liebe, Leidenschaft und Anerkennung
  • Das Spannungsfeld zwischen filmischer Abstraktion und Wirklichkeitsdarstellung

Auszug aus dem Buch

a) Allgemeines über die Helden

Bei Bressons Hauptfiguren handelt es sich um Außenseiter der Gesellschaft. Meist sind es einsame, bedrohte, zu kurz gekommene Personen. Zunächst findet keine von Bressons Figuren im Leben Erfüllung. Sie verkörpern eine Mischung aus Unnachgiebigkeit und Jugendlichkeit. Die Figuren gehen keine Kompromisse ein und überlassen nie anderen die Initiative.

Außerdem sind sie bereit Risiken einzugehen. Der Pfarrer von Ambricourt (Journal d’un curé de campagne) hält der Abneigung der Dorfbewohner, des Grafen und Chantals Stand. Er enthüllt Torcy beispielsweise nicht den Inhalt des Briefes von der Gräfin, den sie vor ihrem Tod verfasste. Er versichert nur, dass er ihr helfen wollte. Fontaine (Un condamné à mort s’est échappé) geht das Risiko ein erschossen zu werden, indem er seinen Stift nicht den Deutschen gibt. Michel (Pickpocket) geht zur Einladung des Inspektors zwar in dessen Büro, gibt seine Diebstähle aber trotzdem nicht zu und Jeanne (Procès de Jeanne d’Arc) stirbt um zu beweisen, dass die Stimmen, die sie gehört hat, echt waren. „Selbst wenn sie mich vierteilen werde ich nichts anderes sagen“ meint sie im Gerichtssaal. Sie beharrt auf ihrer Aussage und lässt sich sogar in Androhung der Todesstrafe nicht bestechen oder überreden.

Bressons Figuren zeigen nur selten Emotionen. Sie sind blass, huschen unauffällig an Mauern entlang, öffnen konzentriert mit meist gesenktem Kopf Türen, schließen sie hinter sich wieder, gehen aus dem Bild, betreten ebenso das nächste Bild und bleiben einen unerträglich langen Augenblick im Bild stehen. Meistens starren sie auf den Boden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt Robert Bressons filmisches Schaffen vor und formuliert die zentrale Fragestellung bezüglich seines Verzichts auf professionelle Schauspieler zugunsten von Laien.

2. Laien als Hauptfiguren: Dieses Kapitel erläutert Bressons theoretische Begründung für die Verwendung von „Modellen“ anstelle von Schauspielern, um Authentizität und eine klare, ungestörte filmische Oberfläche zu erreichen.

3. Bressons Figuren: Dieser Abschnitt analysiert das Wesen und Verhalten der Helden, beleuchtet ihre Kampfansätze, Leidenschaften, die Gefängnismotivation sowie den Vergleich der „Modelle“ mit der kindlichen Unschuld.

4. Bezug von den Personen und deren Lebensraum zur Wirklichkeit: Hier wird der Vorwurf der Wirklichkeitsfremdheit gegenüber Bressons Werk kritisch diskutiert und anhand der Körperlichkeit sowie der authentischen Umgebung widerlegt.

5. Schluss: Das Fazit fasst die Gemeinsamkeiten der Protagonisten als Einzelgänger zusammen und bestätigt die Wirksamkeit der Laiendarstellung für die Identifikation des Zuschauers mit dem Innenleben der Figuren.

Schlüsselwörter

Robert Bresson, Laiendarsteller, Filmtheorie, Authentizität, Außenseiter, Identifikation, Gefängnismotive, Wirklichkeitsfremdheit, Charakterstudie, Kinematograph, Filmregie, Psychologie der Figuren.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der besonderen Regietechnik von Robert Bresson, insbesondere seinem konsequenten Einsatz von Laiendarstellern anstelle professioneller Schauspieler.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Charakterisierung der Bresson-Figuren, die Rolle von Laien in seinen Filmen, die Thematik der Isolation und Befreiung sowie die Frage nach filmischer Realitätsnähe.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist zu ergründen, warum Bresson Laien bevorzugte und wie diese Wahl die Vermittlung der inneren Welt und der Philosophie seiner Figuren beeinflusst.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse von Bressons eigenen Notizen zum Kinematographen sowie auf eine vergleichende Untersuchung seiner zentralen Filme wie „Pickpocket“ oder „Journal d’un curé de campagne“.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Laiendarsteller als „Modelle“, die spezifischen Charaktereigenschaften seiner Helden und die kritische Auseinandersetzung mit der Wahrnehmung seiner Filme als wirklichkeitsfremd.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Authentizität, „Modelle“, Außenseiter, Gefängnismotive und filmische Subjektivität charakterisiert.

Warum bezeichnete Bresson seine Darsteller als „Modelle“?

Er wollte damit ausdrücken, dass sie keine „Schauspieler“ sind, die Szenen „formen“ oder eine Rolle „studieren“, sondern als natürliche Wesen mit ihrem eigenen Ich in die filmische Idee integriert werden sollen.

Inwiefern spielt der Lebensraum eine Rolle für die Figuren?

Der Lebensraum ist meist eingeschränkt und begrenzt, was die innere Isolation der Figuren und ihre Konzentration auf ihr jeweils persönliches Ziel oder ihre „Leidenschaft“ unterstreicht.

Wie reagieren Bressons Figuren typischerweise auf ihre Umgebung?

Sie verhalten sich meist unauffällig, kommunizieren wenig sprachlich, starren häufig auf den Boden und wirken in ihrem Auftreten eher monoton, was ihre innere Abgrenzung von der Außenwelt widerspiegelt.

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Details

Title
Robert Bresson: Gemeinsamkeiten der Hauptfiguren
College
Free University of Berlin
Grade
2
Author
Dipl. Jonathan Lecot (Author)
Publication Year
2006
Pages
12
Catalog Number
V153727
ISBN (eBook)
9783640660421
ISBN (Book)
9783640660896
Language
German
Tags
Filmgeschichte Robert Bresson Filmanalyse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl. Jonathan Lecot (Author), 2006, Robert Bresson: Gemeinsamkeiten der Hauptfiguren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/153727
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