In den letzten Jahren ist eine deutliche Veränderung der Berufswahl für die Jugendlichen zu erkennen. Gründe dafür sind auf ökonomisch-technologische Entwicklungen, eine weiterentwickelte Arbeitsorganisation und die damit zusammenhängenden erhöhten Qualifikationsanforderungen in der Ausbildung sowie im Beruf zurückzuführen. Das Erwerbsleben hat sich ebenfalls durch neue Beschäftigungsformen verändert und der Einzelne muss sich ständig weiterbilden, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden.
Auch der Übergang von der Schule in eine erste Berufsausbildung gestaltet sich schwieriger, da dieser unübersichtlicher und risikoreicher geworden ist. Die Erstberufswahl ist heute lediglich als Einstieg in die Berufswelt anzusehen, da sich die Arbeitswelt sowie die persönlichen Interessen und Fähigkeiten ständig weiterentwickeln. In dieser Orientierungsphase benötigt der Heranwachsende eine ausgeprägte Entscheidungsfähigkeit.
Auf der anderen Seite kritisieren Vertreter der Wirtschaft die Berufsvorbereitung der Schulen, da die jugendlichen Bewerber über ein vermindertes Informationsniveau verfügen. Hinzu kommt eine häufig unrealistische Berufsvorstellung der Jugendlichen.
Diese Entwicklungen der Berufs- und Arbeitswelt sowie die erhöhten Anforderungen verlangen den Schulen einen verbesserten und den aktuellen Veränderungen angepassten Berufswahlunterricht ab, um die Jugendlichen adäquat vorzubereiten.
Der Berufswahlpass knüpft an diese Veränderungen und Problematik an und unterstützt die Schüler bei der Entwicklung ihrer Kompetenzen und der Planung ihres Orientierungsprozesses. Der Grundgedanke des Bundesministeriums für Bildung und Forschung bestand darin, mit Hilfe des Berufswahlpasses nicht nur die schulische Berufsorientierung zu verbessern, sondern den Schülern auch den Übergang von Schule und Beruf zu erleichtern.
Durch den Einsatz des Berufswahlpasses werden die Anforderungen an die Schule in neuer Art erfüllt und er stellt ein „Werkzeug für eine zeitgemäße schulische Berufsorientierung“ dar.
Diese Hausarbeit beschäftigt sich zunächst mit der Darstellung des Berufswahlpasses.
Ein weiterer Gegenstand dieser Arbeit ist die Berufswahltheorie mit entscheidungstheoretischem Ansatz, woraus sich schließlich die Fragestellung entwickelt. Dabei werde ich analysieren, inwiefern der Berufswahlpass das Berufsverhalten Jugendlicher unter Berücksichtigung des entscheidungstheoretischen Ansatzes fördert und auf eine zu treffende Berufsentscheidung vorbereitet.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Einleitung
- 2 Der Berufswahlpass
- 2.1 Berufswahlpass - was ist das?
- 2.2 Aufbau des Berufswahlpasses
- 2.3 Varianten
- 2.3.1 Besonderheit in Hessen
- 2.4 Ziele und Nutzen des Berufswahlpasses
- 2.5 Aufgaben beim Einsatz des Berufswahlpasses
- 3 Berufswahltheorien
- 3.1 Entscheidungstheoretischer Ansatz
- 3.1.1 Kritik
- 4 Analyse: Inwiefern fördert der Berufswahlpass das Berufswahlverhalten Jugendlicher nach dem entscheidungstheoretischen Ansatz?
- 5 Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Bedeutung des Berufswahlpasses für die Berufsorientierung von Jugendlichen. Dabei liegt der Fokus auf der Frage, inwieweit der Berufswahlpass das Berufswahlverhalten Jugendlicher unter Berücksichtigung des entscheidungstheoretischen Ansatzes fördert.
- Die Rolle des Berufswahlpasses in der modernen Berufsorientierung
- Der Aufbau und die Funktionsweise des Berufswahlpasses
- Der entscheidungstheoretische Ansatz in der Berufswahltheorie
- Analyse der Förderwirkung des Berufswahlpasses auf die Berufswahlentscheidung
- Die Bedeutung von Selbstverantwortung und Eigeninitiative im Berufswahlprozess
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Einleitung beschreibt die Veränderungen in der Berufswahl für Jugendliche und die steigenden Anforderungen an die Berufsvorbereitung in der Schule. Sie stellt den Berufswahlpass als Instrument zur Unterstützung der Schüler bei der Berufsorientierung vor.
- Der Berufswahlpass: Dieses Kapitel erläutert den Aufbau, die Ziele und den Nutzen des Berufswahlpasses. Es geht auch auf die verschiedenen Varianten und die Aufgaben bei der Arbeit mit dem Berufswahlpass ein.
- Berufswahltheorien: Hier wird der entscheidungstheoretische Ansatz in der Berufswahltheorie erläutert.
- Analyse: In diesem Kapitel wird analysiert, inwiefern der Berufswahlpass das Berufswahlverhalten Jugendlicher unter Berücksichtigung des entscheidungstheoretischen Ansatzes fördert.
Schlüsselwörter
Berufswahlpass, Berufsorientierung, Berufswahlverhalten, Entscheidungstheoretischer Ansatz, Selbstverantwortung, Eigeninitiative, Berufswahlvorbereitung, Jugendlicher, Schulische Berufsorientierung, Arbeitswelt, Qualifikationsanforderungen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Berufswahlpass?
Der Berufswahlpass ist ein Portfolio-Instrument, das Schüler dabei unterstützt, ihre Stärken zu erkennen und den Prozess der Berufsorientierung systematisch zu planen.
Wie fördert der Pass die Eigeninitiative von Jugendlichen?
Durch die eigenständige Dokumentation von Praktika, Zertifikaten und Selbsteinschätzungen werden Schüler angeregt, Verantwortung für ihre berufliche Zukunft zu übernehmen.
Was ist der entscheidungstheoretische Ansatz in der Berufswahl?
Dieser Ansatz betrachtet die Berufswahl als einen rationalen Prozess des Abwägens von Alternativen, Zielen und Wahrscheinlichkeiten.
Gibt es regionale Unterschiede beim Berufswahlpass?
Ja, es gibt verschiedene Varianten des Passes, die an die Lehrpläne der jeweiligen Bundesländer (z.B. Hessen) angepasst sind.
Warum ist Berufsorientierung heute schwieriger als früher?
Durch technologischen Wandel und unübersichtliche Bildungswege ist die erste Berufswahl oft nur noch ein Einstieg in ein lebenslanges Lernen.
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- Kirsten Manegold (Author), 2008, Der Berufswahlpass , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/153596