THEMA DER UNTERRICHTSREIHE:
Teilen wie Martin - Die Schülerinnen und Schüler erschließen durch den Umgang mit dem Buch <Das schönste Martinslicht> und der Legende Sankt Martin verschiedene Handlungsmöglichkeiten, wie das Teilen, das Schenken und das Helfen, erhalten durch die Gestaltung des Bibeltextes (Matthäus 25,31-16) einen biblisch-christlichen Zugang und erkennen eine Verbindung mit der Geschichte, der Legende und ihrer Lebenswirklichkeit.
INTENTION DER UNTERRICHTSREIHE
Am 11. November wird im Christentum der Martinstag gefeiert. Der Tag leitet sich aus dem Geburtstag Martin Luthers und dessen Namenspatrons Sankt Martin ab. Es handelt sich also um eine Mischform evangelischen und katholischen Brauchtums. Sankt Martin zu feiern heißt für die Kinder der 1. und 2. Klassen unserer Schule vor allen Dingen mit einem Laternenlicht in die Dunkelheit zu gehen – ein Ritual, das sie über alles lieben. Die Bilderbuchgeschichte <Das schönste Martinslicht> greift dieses auf und verwebt dieses traditionelle Laternengehen mit der Legende des Sankt Martin, der seinen Mantel mit einem frierenden Bettler teilte. Martin, die Hauptfigur der Bilderbuchgeschichte, trägt nicht nur denselben Namen wie der „Heilige“, er vermittelt den Kindern auch dessen Tat. Dadurch dass er hilft, in dem er teilt bzw. abgibt, bietet er ihnen eine zeitgemäße und für sie sehr nachvollziehbare Motivation sozialen Verhaltens.
Aus diesem Grund habe ich mich für die Unterrichtsreihe zum Thema Teilen in Bezug auf die Geschichte <Das schönste Martinslicht> sowie in Bezug zur Legende des Sankt Martin entschieden. Die Notwendigkeit und Bereicherung des Teilens ist dabei der Schwerpunkt. Es geht beim Teilen nämlich nicht nur darum, dass Menschen etwas von ihrem Überfluss an andere abgeben oder um die Vorstellung, immer die Hälfte von etwas abgeben zu müssen. Wenn Menschen teilen, dann handelt es sich dabei immer um einen Vorgang, bei dem einer die Not (Bedürftigkeit) eines anderen sieht, darüber nachdenkt, welche Möglichkeiten er hat, diese Not zu lindern bzw. lindern zu helfen und dies dann in die Tat umsetzt.
Inhaltsverzeichnis der Unterrichtsreihe
1. Wir teilen und geben ab!
2. Wir bitten und danken!
3. Wir hören die Geschichte vom kleinen Martin und erinnern uns an Sankt Martin!
4. Wir lernen, dass auch Jesus in der Bibel vom Teilen und Helfen spricht!
5. Wir teilen wie Martin!
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Unterrichtsreihe zielt darauf ab, Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 und 2 durch die Verknüpfung von Bilderbucherzählungen, Legenden und biblischen Texten für soziale Werte wie Teilen, Helfen und Schenken zu sensibilisieren und eine Brücke zwischen religiöser Überlieferung und ihrer persönlichen Lebenswelt zu schlagen.
- Sensibilisierung für soziales Verhalten durch praktische Handlungen (Teilen von Lebensmitteln)
- Erarbeitung von Handlungsmöglichkeiten in sozialen Interaktionen wie Leihen, Tauschen und Schenken
- Vertiefung des Verständnisses der Legende um Sankt Martin durch Identifikation mit der Hauptfigur
- Erschließung biblisch-christlicher Zugänge zum Teilen und Helfen anhand von Matthäus 25, 31-46
- Reflexion eigener Erfahrungen und Gefühle im Kontext von Gemeinschaft und Nächstenliebe
Auszug aus dem Buch
Das schönste Martinslicht von Ursula Wölfel und Daniele Winterhager
1. Doppelseite: Martin ist sehr stolz auf seine Laterne. Sie ist viereckig und aus blauer Pappe geschnitten und geklebt. Die vier Seitenfelder sind aus durchsichtigem gelbem Papier. Darauf sind eine Sonne, ein Mond, ein Stern und der heilige Martin auf seinem Pferd gemalt. Und diese Laterne hat Martin selbst gemacht! Anton, Vaters Gehilfe, hat ihm nur die Pappe zugeschnitten und Ulis Vater hat ihm das Pferd und den Reiter vorgezeichnet.
2. Doppelseite: Nun schaukelt die schöne Laterne an einem langen Stock vor Martin hin und her.
3. Doppelseite: Alle Kinder aus der Lindenstraße wollen sich um sechs Uhr abends vor Herrn Bierbachs Laden treffen und dort mit dem Martinssingen anfangen. Sie bekommen jedes Jahr von Herrn Bierbach besonders leckere Sachen. Fast alle sind schon da. Da kommen andere Kinder. Sie gehen gleich in Herrn Bierbachs Laden und singen. „Das sind die aus der Erlenstraße“, sagt Andreas. „Was wollen die denn hier? Herrn Bierbachs Laden gehört zu unserer Straße.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Wir teilen und geben ab!: Die Kinder werden durch das gemeinsame Teilen von Schokolade im Stuhlkreis für die Thematik sensibilisiert und tauschen sich über ihre persönlichen Gefühle beim Geben aus.
2. Wir bitten und danken!: Anhand von Rollenspielen entdecken die Schülerinnen und Schüler verschiedene soziale Handlungsmöglichkeiten wie Leihen, Schenken oder Tauschen.
3. Wir hören die Geschichte vom kleinen Martin und erinnern uns an Sankt Martin!: Die Kinder verknüpfen ihre bisherigen Erfahrungen mit der Geschichte „Das schönste Martinslicht“ und reflektieren die Tat des Martins in der Erzählung.
4. Wir lernen, dass auch Jesus in der Bibel vom Teilen und Helfen spricht!: Durch das kindgerechte Gestalten des Bibeltextes nach Matthäus 25 werden ethische Grundsätze christlichen Handelns auf die eigene Lebenswelt übertragen.
5. Wir teilen wie Martin!: Das praktische Teilen von Brötchen bildet den Abschluss der Reihe und festigt das Verständnis von Teilen und Helfen als gelebte religiöse Praxis.
Schlüsselwörter
Teilen, Sankt Martin, Nächstenliebe, Religionsunterricht, Gemeinschaft, soziale Kompetenz, Laterne, Bibel, Helfen, Schenken, Tauschen, Identität, Grundschule, Matthäus-Evangelium, Soziales Verhalten
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Unterrichtsreihe im Kern?
Die Unterrichtsreihe vermittelt Grundschulkindern der Klassen 1 und 2 den Wert des Teilens und Helfens durch eine Kombination aus Alltagserfahrungen, Literatur und biblischen Texten.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Felder sind das soziale Miteinander, die christliche Nächstenliebe, die Identitätsentwicklung der Kinder sowie das bewusste Erfahren von Gemeinschaft.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist, dass Kinder durch Identifikation mit den Figuren der Martins-Legende und biblischen Impulsen soziale Handlungsweisen wie Teilen, Schenken und Helfen als wertvoll für ihre eigene Lebenswelt erkennen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt, der kreative Gestaltung (Malen, Schreiben), handelnde Elemente (Rollenspiele) und kognitive Reflexion (Gesprächskreise) kombiniert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in fünf Sequenzen, die vom konkreten Teilen einer Schokolade über Rollenspiele bis hin zur biblischen Einordnung in Matthäus 25 und dem abschließenden Teilen von Brötchen reichen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind Teilen, Sankt Martin, Nächstenliebe, Gemeinschaft, Soziales Verhalten und Identitätsentwicklung.
Warum spielt die Geschichte „Das schönste Martinslicht“ eine so zentrale Rolle?
Die Geschichte dient als Brücke zur Legende des Sankt Martin, da sich die Kinder durch die Identifikationsfigur des „kleinen Martin“, der selbst ein Schulkind ist, besonders gut in das Thema einfühlen können.
Wie wird der biblische Bezug hergestellt?
Der Bibeltext aus Matthäus 25 wird kindgerecht durch Symbole und haptische Gegenstände (z.B. Brot, Pullover) im Theaterkreis gestaltet, um die abstrakte Botschaft Jesu greifbar zu machen.
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- Yvonne Buchenau (Author), 2010, Unterrichtseinheit: Teilen wie (Sankt) Martin - 1.+ 2. Klasse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/153564