Der übernahmerechtliche Squeeze-out ist durch das am 14. Juli 2006 in Kraft getretene Übernahmerichtlinie- Umsetzungsgesetz eingeführt worden. Der Squeeze-out nach dem WpÜG sollte von seiner gesetzgeberischen Intention her offenkundig Unvollkommenheiten und Nachteile des Verfahrens nach §§ 327a ff. AktG überwinden, wie zum Beispiel die Möglichkeiten einer Behinderung des Verfahrens durch Minderheitsaktionäre, die den Beschluss der Hauptversammlung (rechtsmissbräuchlich) anfechten.
Grundsätzlich ist die Variante vorzugswürdig, die sich durch den einfacheren, schnelleren und rechtssichereren Vollzug sowie die geringeren Kosten auszeichnet. These der vorliegenden Bachelorarbeit ist es, dass die Probleme, die sich mit dem übernahmerechtlichen Squeeze-out zur Zeit noch verbinden, nicht auf redaktionellen Schwächen der Gesetzesformulierung basieren, sondern die Schwierigkeit illustrieren, zwischen den Interessen des Bieters bzw. Hauptaktionärs und denen der Minderheitsaktionäre einen gerechten Ausgleich zu finden. Die rechtlichen Probleme, die im Zusammenhang mit den §§ 39a ff WpÜG virulent geworden sind, sind Gegenstand der vorliegenden Bachelorarbeit. Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung sowie die Beantwortung der Frage, ob sich der sogenannte übernahme- bzw. kapitalmarktrechtliche Squeeze-out, welcher in den §§ 39a, b WpÜG geregelt ist, als attraktive, weil effizientere Alternative zum aktienrechtlichen Squeeze-out gem. §§ 327a- f AktG darstellt.
Inhaltsverzeichnis
- A. Einleitung und Problemstellung
- B. Der Squeeze-out.
- I. Begriffsbestimmungen und Regelungsmotiv..
- II. Beweggründe für den Squeeze-out.....
- III. Der aktienrechtliche Squeeze-out..
- IV. Der übernahmerechtliche Squeeze-out
- 1. Die Einführung des übernahmerechtlichen Squeeze-out
- 2. Charakteristika des übernahmerechtlichen Squeeze-out..
- a) Die Beteiligung im Vorfeld des Übernahmeangebots.
- b) Das Squeeze-out-Verfahren- Verfahrensüberblick.
- aa) Einzelheiten.
- bb) Die 95%-Schwelle nach § 39a I WpÜG
- (a)Beachtlichkeit des engen zeitlichen Zusammenhangs.…...\n
- (b)Entbehrlichkeit des engen zeitlichen Zusammenhangs
- (c) Eigene Stellungnahme ..
- cc) Die 90%- Schwelle nach § 39a III 3 WpÜG- Die Abfindung.….…………………..\n
- dd) Abfindungsermittlung bei Nicht-Erreichen der 90%-Schwelle..\n
- ee) Rechtsschutz .........\n
- 3. Theoretische Vorzüge der übernahmerechtlichen Variante ..
- a) Vorteilhaftigkeitsanalyse- Allgemeine Darstellung..\n
- aa) Festlegung der Barabfindung nach §§ 327a I, 327b I AktG\n
- bb) Beschluss der Hauptversammlung über den Squeeze-out
- b) Anwendung des übernahmerechtlichen Squeeze-out
- aa) Zeitliche Dimension\n
- bb) Kostendimension...\n
- c) Weitere Vor- und Nachteile der beiden Verfahren\n
- 4. Praktische Probleme des übernahmerechtlichen Squeeze-out.\n
- a) Paketerwerbe und Irrevocable Undertakings\n
- b) Die Rolle des Gerichts im Konfliktfall
- aa) Überprüfung der Angemessenheit nach § 39a III 3 WpÜG trotz ihrer\nunwiderleglichen Vermutung..\n
- IIbb) Justiziabilität der Angemessenheit bei Nicht-Erreichen der 90%-Schwelle gem.\n§ 39a III 3 WpÜG........\n
- C. Zusammenfassung der Ergebnisse...........\n
- Vergleich des aktienrechtlichen und des übernahmerechtlichen Squeeze-out
- Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen und Verfahren
- Bewertung der Vor- und Nachteile beider Verfahren
- Bedeutung der Angemessenheitsvermutung im übernahmerechtlichen Squeeze-out
- Relevanz des Minderheitenschutzes
- Kapitel A: Einleitung und Problemstellung - Die Arbeit führt in die Thematik des Squeeze-out ein und stellt die Fragestellung dar, ob der übernahmerechtliche Squeeze-out eine attraktive Alternative zum aktienrechtlichen Squeeze-out ist.
- Kapitel B: Der Squeeze-out - Dieses Kapitel beleuchtet die grundlegenden Begriffsbestimmungen und Regelungsmotive des Squeeze-out. Es werden die Beweggründe für einen Squeeze-out betrachtet, der aktienrechtliche Squeeze-out erläutert und die Einführung sowie Charakteristika des übernahmerechtlichen Squeeze-out näher beleuchtet.
- Kapitel C: Zusammenfassung der Ergebnisse - Die Arbeit fasst die Ergebnisse ihrer Analyse zusammen und zieht Schlussfolgerungen hinsichtlich der Attraktivität des übernahmerechtlichen Squeeze-out im Vergleich zum aktienrechtlichen Squeeze-out.
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit setzt sich mit dem übernahmerechtlichen Squeeze-out gemäß §§ 39a, b WpÜG auseinander und untersucht, ob er eine attraktive Alternative zum aktienrechtlichen Squeeze-out darstellt.
Zusammenfassung der Kapitel
Schlüsselwörter
Squeeze-out, Übernahmerecht, Aktienrecht, Minderheitenschutz, Angemessenheitsvermutung, Abfindung, Verfahrensrecht, Paketerwerb, Irrevocable Undertakings, Rechtsvergleich
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen einem aktienrechtlichen und einem übernahmerechtlichen Squeeze-out?
Der aktienrechtliche Squeeze-out erfolgt nach §§ 327a ff. AktG, während der übernahmerechtliche Squeeze-out (§§ 39a, b WpÜG) an ein vorangegangenes Übernahmeangebot geknüpft ist.
Warum wurde der übernahmerechtliche Squeeze-out eingeführt?
Ziel war es, Nachteile des aktienrechtlichen Verfahrens zu überwinden, insbesondere die Behinderung durch rechtsmissbräuchliche Anfechtungsklagen von Minderheitsaktionären.
Ab welcher Beteiligungsschwelle ist das Verfahren möglich?
Gemäß § 39a WpÜG ist eine Schwelle von 95 % des stimmberechtigten Grundkapitals erforderlich.
Was bedeutet die „Angemessenheitsvermutung“ bei der Abfindung?
Wenn 90 % des vom Angebot betroffenen Kapitals das Angebot angenommen haben, wird die Angemessenheit der Abfindung gesetzlich vermutet, was das Verfahren beschleunigt.
Ist die übernahmerechtliche Variante wirklich effizienter?
Die Arbeit untersucht dies kritisch und beleuchtet Probleme wie die Justiziabilität der Abfindung und den gerechten Ausgleich zwischen Haupt- und Minderheitsaktionären.
- Arbeit zitieren
- Karin Poelders (Autor:in), 2010, Der übernahmerechtliche Squeeze-out gem. § 39a, b WpÜG - Eine attraktive Alternative zum aktienrechtlichen Squeeze-out?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/153080