Im Rahmen dieses Essays soll geklärt werden, warum die deutschen keine Kinder mehr bekommen. An Hand dieser Fragestellung soll aus wissenschaftlicher Sicht dargelegt werden, welche Gründe es gibt, dass die Geburtenrate relativ niedrig konstant ist. Dazu ist es zunächst entscheidend die Geburtenrate aus historischer Sicht zu erklären und daher historische Gründe für die niedrige Geburtenrate auf zu zeigen. Nach der historischen Sichtweise wird im Rahmen dieses Essays auf neuere Gründe für die Kinderlosigkeit der Gesellschaft Bezug genommen und versucht neue Ursachen für die niedrige ......
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Gründe des Geburtenrückgangs aus historischer Sicht
3. Ursachen und Gründe für den neueren Geburtenrückgang
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Dieses Essay untersucht die soziologischen und historischen Ursachen für die anhaltend niedrige Geburtenrate in Deutschland und analysiert den Wertewandel von einer instrumentellen Sicht auf Kinder hin zu postmateriellen Lebensentwürfen.
- Historische Entwicklung der Geburtenraten seit 1871
- Wandel von materiellen zu postmateriellen Wertevorstellungen
- Einfluss der Emanzipation und veränderter Partnerwahlkriterien
- Auswirkungen der Familienpolitik und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen
- Die Rolle der "perfekten Beziehung" bei der Familiengründung
Auszug aus dem Buch
2. Gründe des Geburtenrückgangs aus historischer Sicht
"Deutschland bekommt zu wenig Kinder" heißt es immer wieder in aktuellen Berichterstattungen. Die durchschnittliche Geburtenrate liegt aktuell im Durchschnitt bei 1,38 Kinder pro Frau. Für die Erhaltung der Gesellschaft wäre eine durchschnittliche Geburtenrate von 2,1 Kinder pro Frau notwendig. Allerdings wird diese Zahl bei weitem nicht eingehalten. Aus der niedrigen Geburtenrate und dem zunehmenden Durchschnittsalter der Bevölkerung folgt eine drastische Belastung der sozialen Sicherungssysteme, wie Renten, Krankenversicherung und der Pflegeversicherung. Die Folgen für die Wirtschaft sind des Weiteren auch immens, da ausgebildete Fachkräfte für die Industrie fehlen.
Schaut man sich die Abbildung 1 "Wandel der Geburtenrate" an, ist festzustellen, dass sich die Geburtenrate stark verändert hat. Seit der statistischen Aufbewahrung bzw. Speicherung der Geburtenrate von 1871 blieb die Geburtenrate bis 1881 konstant hoch bei 4,7 Kinder pro Frau. 1901 gab es einen kleinen Einbruch der Geburtenrate, da die Geburtenrate von 4,7 auf 4,2 Kinder pro Frau sank. Dies nennt man auch en Ersten demographischen Übergang. Der Grund der Reduzierung der Geburtenrate ist, dass sich "veränderte Verhaltensmuster durchgesetzt haben und die Kinder ihre Rolle als Arbeitskräfte und Altersstütze für die Eltern verloren." Das die Kinder nun nicht mehr vorwiegend als Arbeitskraft eingesetzt werden ist ein Hauptgrund für den Geburtenrückgang (da Fortschritt der Industrie). Damals ging es demzufolge um materielle Gründe für Eltern ein Kind zu bekommen, da die Kinder vorwiegend als Arbeitskraft eingesetzt wurden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel definiert die Fragestellung nach den Gründen der niedrigen Geburtenrate in Deutschland und erläutert die methodische Vorgehensweise sowie die verwendeten Quellen.
2. Gründe des Geburtenrückgangs aus historischer Sicht: Hier wird der historische Wandel der Geburtenraten seit 1871 analysiert, wobei besonders der Übergang von Kindern als Arbeitskraft zu einer bewussten Familienplanung nach den 1970er Jahren beleuchtet wird.
3. Ursachen und Gründe für den neueren Geburtenrückgang: Dieses Kapitel befasst sich mit modernen Faktoren, wie dem Streben nach Selbstverwirklichung, der Suche nach dem "perfekten" Partner sowie den gestiegenen Anforderungen an Lebensstandard und Ausbildung.
4. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und betont den Bedeutungswandel des Kindes vom materiellen Wirtschaftsfaktor hin zum Bestandteil individueller Lebensentwürfe.
Schlüsselwörter
Geburtenrate, Demografie, Geburtenrückgang, Familienforschung, Wertewandel, Postmaterialismus, Kinderlosigkeit, Partnerschaft, Emanzipation, Familiengründung, Sozialsysteme, demografischer Übergang, Lebensplanung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Essay im Kern?
Die Arbeit analysiert die Gründe für die dauerhaft niedrige Geburtenrate in Deutschland unter Einbeziehung historischer und soziologischer Perspektiven.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den Schwerpunkten gehören der Wertewandel in der Gesellschaft, die historische Entwicklung der Geburtenzahlen sowie sozioökonomische Faktoren, die Familienentscheidungen beeinflussen.
Was ist die zentrale Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: Warum bekommen die Deutschen keine Kinder mehr und welche historischen sowie aktuellen Ursachen lassen sich dafür identifizieren?
Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?
Die Arbeit nutzt eine qualitative Literatur- und Quellenanalyse, die auf statistischen Daten und soziologischen Vorlesungsinhalten basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Geburtenratenentwicklung seit 1871 und eine Untersuchung moderner Ursachen wie dem Streben nach Selbstverwirklichung.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Geburtenrate, demografischer Übergang, Postmaterialismus, Kinderlosigkeit und der Wandel der Geschlechterrollen.
Welche Rolle spielt die "perfekte Beziehung" für den Kinderwunsch?
Der Autor zeigt auf, dass das Ideal der perfekten Partnerschaft den Kinderwunsch oft verzögert, da viele Menschen erst dann ein Kind planen, wenn der ideale Partner und die optimalen Rahmenbedingungen gefunden sind.
Inwiefern spielt der Wertewandel eine Rolle?
Seit den 1980er Jahren vollzog sich laut Autor ein Wandel vom Materialismus zum Postmaterialismus, bei dem Kinder nicht mehr als Altersstütze, sondern als Teil individueller Selbstentfaltung gesehen werden.
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- Christoph Staufenbiel (Author), 2010, Warum bekommen die Deutschen keine Kinder mehr?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152934