„Wer reiste früher jemals so, daß er die Städte nach Tagen zählte und bisweilen am
gleichen Tag zwei oder drei durcheilte wie Straßen einer Stadt? [...] Nun blühen
alle Städte der Griechen unter eurer Führung auf und ihre Weihegeschenke, Kunstwerke
und alle ihre Kostbarkeiten, die sie haben, tragen bei zu eurer Ehre wie die
Kleinodien in einer Vorstadt. Die Küsten des Meeres und das Binnenland sind reich
besetzt mit Städten, die teils neu gegründet, teils unter euch und von euch gefördert
wurden.“ (Romrede. Aelius Aristides, 93-94)
Die vorliegende Arbeit zum Seminar „Reisen in der Antike“ beschäftigt sich mit
einer antiken Persönlichkeit, die für das Kriterium „Reisen“ besonders hervorsticht,
dem sogenannten „Reisekaiser“ Hadrian (Mortensen, Hadrian, S. 179). Wie Aelius
Aristides in seiner Romrede oben anmerkte, gab es bis Hadrian keinen Kaiser, der so
viele Städte in den Provinzen durchreiste wie er. Hadrian verbrachte während seiner
21-Jährigen Regierungszeit ganze 11 Jahre fern von Rom auf Reisen (Mortensen,
Hadrian, S. 174), was ihn nicht nur im Zusammenhang mit dem Thema „Reisen in
der Antike“ zu einer exponierten Persönlichkeit macht.
Im Folgenden sollen Hadrians Reisen, insbesondere die der Quellenstelle 13,1-13,4
der Vita Hadriani in der Historia Augusta, näher untersucht werden.
Zunächst ist es vonnöten, allgemeine Informationen über Kaiser Hadrians Herrschaft
zur Kenntnis zu nehmen (Kapitel 1). In Kapitel 2 werden Hadrians Reisen mit seiner
außenpolitischen Tätigkeit in Verbindung gebracht und mögliche Beweggründe seiner
Reisetätigkeit näher erläutert. Kapitel 3 beschäftigt sich besonders mit der Überlieferung
seiner Reisen in der Vita Hadriani der Historia Augusta. Hierfür ist es zunächst
unabdingbar, Hintergründe der Entstehung der Historia Augusta zu beachten,
um in Kapitel 3,2 intensiver in die Quellenstelle 13,1-13,4 einzusteigen. Dabei soll
anhand unterschiedlicher Forschungsliteratur (Weber, Birley, Mortensen, Fündling)
gezeigt werden, wie komplex die Rekonstruktion der einzelnen Reiserouten Hadrians
ist, und wie auslegungsbedürftig die vorliegenden 5 Sätze der Vita Hadriani sind. Im
Detail wird das Wirken Hadrians an seinen Reisezielen näher beleuchtet und unter
Hinzuziehung der Sekundärliteratur herausgearbeitet. Als weitere Quelle dienen
Auszüge aus Cassius Dios Epitome der Bücher 61-80, die, um den Rahmen der Arbeit
nicht zu sprengen, sehr zurückhaltend eingesetzt wurden.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Allgemeines zu Kaiser Hadrian
- Hadrians Außenpolitik und seine Reisen
- Hadrians Außenpolitik
- Zweck der Reisetätigkeit
- Quellen zur Reisetätigkeit Hadrians - Die Historia Augusta und Vita Hadriani
- Zur Historia Augusta und Vita Hadriani
- Quellenstelle: Hadr. 13,1 - 13,3
- Fazit
- Quellen- und Literaturverzeichnis
- Quellen
- Sekundärliteratur
- Abbildungsverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit analysiert die Reisen von Kaiser Hadrian im Kontext des antiken Reisens. Der Fokus liegt auf der Vita Hadriani, insbesondere auf den Abschnitten 13,1-13,4, um Hadrians Reisetätigkeit in Verbindung mit seiner Außenpolitik und den Quellen der Historia Augusta zu untersuchen.
- Hadrians Regierungszeit und seine Rolle als "Reisekaiser"
- Die Verbindung zwischen Hadrians Außenpolitik und seiner Reisetätigkeit
- Die Quellenlage zur Rekonstruktion der Reisen Hadrians, insbesondere die Historia Augusta
- Die Auslegung der Quellenstelle 13,1-13,4 der Vita Hadriani
- Die Rekonstruktion der einzelnen Reiserouten Hadrians anhand von Forschungsliteratur und Sekundärquellen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik der Arbeit ein und stellt die zentrale Figur, Kaiser Hadrian, als "Reisekaiser" vor. Kapitel 1 bietet einen Überblick über Hadrians Herrschaft und seine Bedeutung für das römische Reich. Kapitel 2 untersucht den Zusammenhang zwischen Hadrians Außenpolitik und seinen Reisen, wobei insbesondere die Friedenspolitik und die Sicherung der Reichsgrenzen sowie die Stärkung des Bandes zwischen Princeps und Soldaten im Vordergrund stehen. Kapitel 3 widmet sich der Quellenlage zur Reisetätigkeit Hadrians, insbesondere der Historia Augusta und der Vita Hadriani. Es analysiert die Quellenstelle 13,1-13,4 und beleuchtet die Komplexität der Rekonstruktion der einzelnen Reiserouten. Die Arbeit schließt mit einem Fazit, das die wichtigsten Erkenntnisse zusammenfasst.
Schlüsselwörter
Kaiser Hadrian, Reisen in der Antike, Außenpolitik, Friedenspolitik, Historia Augusta, Vita Hadriani, Quellenstelle 13,1-13,4, Reiserouten, Forschungsliteratur, Sekundärquellen, Princeps, milites.
Häufig gestellte Fragen
Warum wird Hadrian als „Reisekaiser“ bezeichnet?
Hadrian verbrachte während seiner 21-jährigen Regierungszeit etwa 11 Jahre auf Reisen fern von Rom, um Provinzen zu besuchen und Grenzen zu sichern.
Welchen Zweck verfolgte Hadrian mit seiner Reisetätigkeit?
Die Reisen dienten der Außenpolitik, der Friedenssicherung, der Inspektion des Militärs und der Förderung der Städte in den Provinzen.
Was ist die „Vita Hadriani“?
Es ist eine Biografie Hadrians aus der Historia Augusta, einer spätantiken Sammlung von Kaiserbiografien, die eine wichtige, aber komplexe Quelle darstellt.
Wie zuverlässig ist die Historia Augusta als Quelle?
Die Rekonstruktion ist schwierig, da die Texte oft auslegungsbedürftig sind und die Forschungsliteratur unterschiedliche Interpretationen der Reiserouten bietet.
Welche Rolle spielten die Soldaten (milites) bei seinen Reisen?
Hadrian nutzte die Reisen, um das Band zwischen dem Princeps (Kaiser) und den Soldaten zu stärken und die Disziplin an den Grenzen zu wahren.
- Arbeit zitieren
- Katharina Beyer (Autor:in), 2010, Hadrians Reisen und die Vita Hadriani 13,1-13,4, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151426