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Politische Veränderungen durch den Westfälischen Frieden für das Alte Reich

Titel: Politische Veränderungen durch den Westfälischen Frieden für das Alte Reich

Seminararbeit , 2009 , 16 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: David Kirsch (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Westfälische Frieden, bestehend aus dem Frieden von Münster und Osnabrück, wurde am 24. Oktober 1648 unterzeichnet und gilt als der Schlusspunkt des Dreißigjährigen Krieges. Doch er stellt nicht nur ein historisches Datum dar, sondern zählt zu den „großen Friedenschlüssen von europäischen Rang“ und gewann als Grundgesetz des Alten Reiches an Bedeutung. Nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Mitteleuropa haben jene 30 Jahre Millionen Tote, Verwüstungen und Barbarei hervorgebracht. Der Vertrag stellte neben einer Friedensregelung, die nach jahrelangen kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den beteiligten Staaten getroffen wurde, auch einen verfassungsrechtlichen Ordnungsrahmen für das Heilige Römische Reich Deutscher Nationen dar. Es kam somit 1648 zur Restaurierung „der verfassungspolitischen Verhältnisse, wie sie sich in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts eingependelt hatten“. Auch wenn der Westfälische Frieden in der Öffentlichkeit noch immer als Symbol der Zersplitterung und machtpolitischer Schwäche gilt, prägte dieses Grundgesetz die deutsche Staatlichkeit länger als nachfolgende Verfassungsordnungen. Ein gemeinsames politisches System, von Georg Schmidt nicht als Staat sondern als ein „Territorien, Herrschaften und Kommunen überwölbender Verbund“ bezeichneter Raum zwischen den Alpen und der Nord- und Ostseeküste, entstand. Diese Arbeit soll versuchen, die politischen Veränderungen des Friedenswerkes und seine Bedeutung als Grundgesetz für das Alte Reich aufzuzeigen. Dabei werden allgemeine Veränderungen der politischen Landkarte, die Bestimmungen für die Reichsverfassung und einiger deren Organe sowie die Bedeutung des Vertragswerkes als Grundgesetz vorgestellt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kriegsende und Friedensverhandlungen

3. Politische Folgen für das Alte Reich

3.1. Der Kaiser und die Reichsstände

3.2. Reichstag und jüngster Reichsabschied

3.3. Territoriale Veränderungen

4. Der Frieden als Grundgesetz

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die politischen Veränderungen, die durch den Westfälischen Frieden eingeleitet wurden, und analysiert dessen zentrale Bedeutung als verfassungsrechtliches Grundgesetz für das Heilige Römische Reich Deutscher Nationen.

  • Historische Einordnung des Westfälischen Friedens als Ende des Dreißigjährigen Krieges
  • Veränderungen im Machtgefüge zwischen Kaiser und Reichsständen
  • Rolle des Reichstags als Koordinationsorgan der Reichspolitik
  • Territoriale Umgestaltungen und deren Auswirkungen auf die Reichssouveränität
  • Die Funktion des Friedensvertrages als fundamentales Grundgesetz des Reiches

Auszug aus dem Buch

3.1 Der Kaiser und die Reichsstände

Bereits während der Friedensverhandlungen wurde deutlich, dass der Kaiser einen Verlust seiner Stellung hinnehmen musste. Denn Schweden und Frankreich drangen auf eine Beteiligung der Reichsstände an den Friedenskongressen und auf eine spätere Mitbestimmung dieser bei Reichsangelegenheiten. Dies verdeutlichte Schweden im Januar 1646, indem sie eine Übereinkunft zur Reichsverfassung als Bedingung für einen erfolgreichen Friedensabschluss bezeichneten. Somit geriet der Kaiser unter Druck und lies die Reichsstände an den Verhandlungen teilhaben. Mit dieser Zustimmung verlor Ferdinand III. bereits indirekt einen Teil seiner Machtfülle und Machtposition.

Eine wichtige Bestimmung des Vertrages, die den Kaiser betraf, war die Umsetzung dieses Friedensvertrages im Alten Reich. Er musste demnach Durchführungsverordnungen erlassen und dafür sorgen, dass die vereinbarten Entschädigungsleistungen von den Reichskreisen erbracht wurden. Die Funktion der Gerichtsgewalt blieb dem Kaiser für das Alte Reich „im Kern“ erhalten. Er wurde jedoch verpflichtet „die Verhandlungen vor dem Reichshofrat nach den Vorschriften der Reichskammergerichtsordnung durchführen zu lassen“. Anstatt der Revision entstand das Rechtsmittel der Supplikation, welches beim Kaiser selbst lag, aber jede mit Supplikation bekämpfte Erkenntnis musste durch den Reichshofrat nochmal überprüft werden. Es kam in diesem Fall zu einer Kontrolle des Kaisers durch eine unabhängige Institution und folglich zu einer Einschränkung der kaiserlichen Macht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung verortet den Westfälischen Frieden als bedeutsames historisches Datum und verfassungsrechtlichen Ordnungsrahmen für das Alte Reich.

2. Kriegsende und Friedensverhandlungen: Dieses Kapitel beleuchtet den Weg zu den Verhandlungen in Münster und Osnabrück und die Einbeziehung der Reichsstände in den diplomatischen Prozess.

3. Politische Folgen für das Alte Reich: Das Hauptkapitel analysiert die Auswirkungen auf die kaiserliche Macht, die Kompetenzverlagerungen zugunsten des Reichstags sowie die territorialen Verschiebungen.

3.1. Der Kaiser und die Reichsstände: Hier wird der Machtverlust des Kaisers durch die Mitspracherechte der Stände und die Kontrolle durch den Reichshofrat thematisiert.

3.2. Reichstag und jüngster Reichsabschied: Dieses Kapitel erläutert die neuen Befugnisse des Reichstags, insbesondere im Bereich der Außenpolitik und der Reichsacht.

3.3. Territoriale Veränderungen: Der Fokus liegt hier auf den Gebietsabtretungen an Frankreich und Schweden sowie deren politischer Wirkung auf das Reich.

4. Der Frieden als Grundgesetz: Das Kapitel definiert den Friedensschluss als dauerhafte, verfassungsmäßige Ordnung des Reichs-Staats.

5. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung bündelt die Ergebnisse zur Bedeutung des Friedenswerkes für den Erhalt und die Struktur des Reiches über anderthalb Jahrhunderte.

Schlüsselwörter

Westfälischer Frieden, Heiliges Römisches Reich, Reichsverfassung, Kaiser, Reichsstände, Reichstag, Dreißigjähriger Krieg, Grundgesetz, Territoriale Veränderungen, Landeshoheit, Bündnisrecht, Souveränität, Völkerrechtsfähigkeit, Reichshofrat, Politikgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den politischen und verfassungsrechtlichen Konsequenzen des Westfälischen Friedens von 1648 für das Heilige Römische Reich.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Veränderungen der Machtverhältnisse zwischen dem Kaiser und den Reichsständen, die Aufwertung des Reichstags sowie die territorialen Auswirkungen des Friedensschlusses.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Ziel ist es, den Westfälischen Frieden nicht nur als Kriegsende zu verstehen, sondern seine Funktion als zentrales, tragfähiges Grundgesetz des Alten Reiches aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse geschichtswissenschaftlicher Standardwerke zur Verfassungsgeschichte des Alten Reiches.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der kaiserlichen Machtstellung, der Kompetenzen des Reichstags sowie eine Untersuchung der territorialen Umgestaltungen und der völkerrechtlichen Verankerung als Grundgesetz.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Westfälischer Frieden, Reichsverfassung, Grundgesetz, Kaiser, Reichsstände und Souveränität.

Warum war die Einbeziehung der Reichsstände in die Verhandlungen so bedeutend?

Ihre Einbeziehung wandelte die Verhandlungen in einen deutschen Verfassungskongress um und beschränkte indirekt die kaiserliche Machtfülle, da der Kaiser nun an die Zustimmung der Stände gebunden war.

Welche Rolle spielte der Reichstag nach 1648?

Der Reichstag festigte seine Rolle als Koordinationsforum der Reichspolitik und erhielt wichtige neue Befugnisse, wie beispielsweise die Entscheidung über Krieg und Frieden.

Veränderten sich die Souveränitätsrechte der Reichsstände?

Ja, durch das Bündnisrecht erhielten sie eine eingeschränkte Souveränität und Völkerrechtsfähigkeit, auch wenn sie formell noch keine souveränen Staaten im modernen Sinne bildeten.

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Details

Titel
Politische Veränderungen durch den Westfälischen Frieden für das Alte Reich
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Historisches Institut)
Veranstaltung
Das Heilige Römische Reich Deutscher Nationen
Note
2,0
Autor
David Kirsch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
16
Katalognummer
V151162
ISBN (eBook)
9783640627509
ISBN (Buch)
9783640627653
Sprache
Deutsch
Schlagworte
grundgesetz
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
David Kirsch (Autor:in), 2009, Politische Veränderungen durch den Westfälischen Frieden für das Alte Reich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151162
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Leseprobe aus  16  Seiten
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