Der mittelständischen Wirtschaft kommt in Deutschland eine herausragende Bedeutung zu. Sie ist Motor der wirtschaftlichen Entwicklung und Innovationstreiber. Die heterogene Mittelstandstruktur in Deutschland macht das Land krisenresistenter und unabhängiger von konjunkturellen Schwankungen. Der Mittelstand ist Arbeitgeber und Berufsausbilder Nummer eins in Deutschland. Über 99 Prozent aller Unternehmen in Deutschland weisen mittelständische Wesensmerkmale auf. Aufgrund dieser immensen Bedeutung für die deutsche Volkswirtschaft lässt sich erahnen wie wichtig finanziell gesunde mittelständische Unternehmen sind.
Mittelständische Unternehmen haben sich in den vergangenen 60 Jahren als Entwickler neuer Produkte sowie als Nischenbesetzer und Revolutionäre in ihrer jeweiligen Branche ausgezeichnet. Was jedoch vielfach vergessen wurde, war die Auseinandersetzung mit der unternehmenseigenen Finanzierung. Es wurden oftmals Investitionsentscheidungen getroffen ohne eine gesicherte und substantielle Finanzierung. Dies ist grundsätzlich als betriebswirtschaftlich unvernünftig anzusehen.
Ausgangspunkt dieser Arbeit ist die These, dass die Schwierigkeiten bei der Finanzierung einer Unternehmung in erster Linie aus einem Fehlverhalten der Unternehmensführung resultieren. Folglich ist die erschwerte Kapitalbeschaffung Ergebnis dieser Fehlleistung. Diese Arbeit setzt sich mit den Ursachen für diese Schwierigkeiten, den Auswirkungen auf die Kapitalbeschaffung und möglichen Lösungsansätzen auseinander.
Dass die Lösung der Finanzierungsprobleme ein Wettbewerbsvorteil in umkämpften Märkten sein kann, soll diese Arbeit belegen. Zudem soll sie den Sinn für die Lösung dieser Probleme schärfen.
Inhaltsverzeichnis
1. Allgemeine Grundlagen
1.1 Problemstellung
1.2 Finanzierung im Mittelstand
1.2.1 Grundlegende Begriffe
1.2.2 Finanzierungsziele und –management
2. Problemfelder der Mittelstandsfinanzierung
2.1 Unternehmensinterne Problembereiche
2.2 Externe Kapitalbeschaffung -
Basel II und Kapitalmärkte
2.3 Determinante Unternehmensbesteuerung
3. Optimierung der Finanzierungsstrategie -
Lösungsansätze
3.1 Unternehmensinterne Verbesserungspotentiale
3.1.1 Grundlagen des Optimierungsprozesses
3.1.2 Analyse
3.1.3 Planung und Umsetzung
3.1.4 Organisation
3.1.5 Controlling
3.2 Kapitalbeschaffung – andere Wege
3.2.1 Staatliche Förderprogramme
3.2.2 Lieferantenkredit
3.2.3 Leasing
3.2.4 Factoring
3.2.5 Finanzierung über Mezzanine
4. Schlussbetrachtung
4.1 Zusammenfassung
4.2. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die strukturellen Finanzierungsschwierigkeiten im deutschen Mittelstand. Ziel ist es, die Ursachen für Finanzierungsengpässe zu identifizieren und einen praxisorientierten Handlungsrahmen zur strategischen Optimierung der Unternehmensfinanzierung zu entwickeln, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.
- Analyse der internen und externen Ursachen von Finanzierungsproblemen im Mittelstand
- Bedeutung von Basel II und Rating für die Fremdkapitalbeschaffung
- Etablierung eines betriebswirtschaftlichen Optimierungsprozesses (Analyse, Planung, Controlling)
- Bewertung alternativer Finanzierungsinstrumente wie Leasing, Factoring und Mezzanine-Kapital
- Herausforderungen in der Unternehmensnachfolge und Rekrutierung von Finanzexperten
Auszug aus dem Buch
1.1 Problemstellung
Der mittelständischen Wirtschaft kommt in Deutschland eine herausragende Bedeutung zu. Sie ist Motor der wirtschaftlichen Entwicklung und Innovationstreiber. Die heterogene Mittelstandstruktur in Deutschland macht das Land krisenresistenter und unabhängiger von konjunkturellen Schwankungen. Der Mittelstand ist Arbeitgeber und Berufsausbilder Nummer eins in Deutschland. Über 99 Prozent aller Unternehmen in Deutschland weisen mittelständische Wesensmerkmale auf (vgl. Statistisches Bundesamt, 2005). Aufgrund dieser immensen Bedeutung für die deutsche Volkswirtschaft lässt sich erahnen wie wichtig finanziell gesunde mittelständische Unternehmen sind.
Mittelständische Unternehmen haben sich in den vergangenen 60 Jahren als Entwickler neuer Produkte sowie als Nischenbesetzer und Revolutionäre in ihrer jeweiligen Branche ausgezeichnet. Was jedoch vielfach vergessen wurde, war die Auseinandersetzung mit der unternehmenseigenen Finanzierung. Es wurden oftmals Investitionsentscheidungen getroffen ohne eine gesicherte und substantielle Finanzierung. Dies ist grundsätzlich als betriebswirtschaftlich unvernünftig anzusehen.
Die Finanzierung durch deutsche Kreditinstitute war über viele Jahre aufgrund einer großzügigen Vergabepolitik problemlos möglich. Ein Investitionsvorhaben über die Beschaffung von Eigenkapital aus Beteiligungen anderer Gesellschaften oder auf dem Kapitalmarkt zu finanzieren, war wenig verbreitet. Somit mussten sich Unternehmensführungen bei der Entscheidungsfindung so gut wie nie mit der eigenen Bilanz bzw. einer Wirtschaftlichkeitsrechnung der Finanzierung auseinandersetzen. Diese Umstände prägten die Denk- und Verhaltensweise deutscher Mittelständler bis weit in die 90-er Jahre des vorherigen Jahrhunderts.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Allgemeine Grundlagen: Einführung in die ökonomische Bedeutung des Mittelstands und Definition des Finanzierungsbegriffs im Kontext unternehmerischer Aufgaben.
2. Problemfelder der Mittelstandsfinanzierung: Analyse der internen Schwächen wie mangelndes Finanzwissen sowie externer Faktoren wie Basel II und Unternehmensbesteuerung.
3. Optimierung der Finanzierungsstrategie - Lösungsansätze: Detaillierte Darstellung eines Optimierungsprozesses sowie Erläuterung alternativer Finanzierungsinstrumente jenseits klassischer Bankkredite.
4. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf die zukünftige Bedeutung einer stabilen Finanzierungsstrategie für den Fortbestand mittelständischer Betriebe.
Schlüsselwörter
Mittelstand, Unternehmensfinanzierung, Eigenkapitalquote, Basel II, Finanzierungsstrategie, Liquidität, Rentabilität, Controlling, Fremdkapital, Leasing, Factoring, Mezzanine-Finanzierung, Rating, Investition, Bonität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Finanzierungsproblematik im deutschen Mittelstand, sucht nach den Ursachen in der Unternehmensführung und erarbeitet Strategien zur Verbesserung der Finanzstruktur.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die Kapitalbeschaffung unter den Bedingungen von Basel II, die Optimierung der internen Finanzplanung sowie die Nutzung alternativer Finanzierungsmöglichkeiten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Sinn für eine professionelle Finanzierungsstrategie zu schärfen und aufzuzeigen, wie diese als Wettbewerbsvorteil in einem schwierigen Marktumfeld genutzt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender betriebswirtschaftlicher Theorien und überträgt diese auf die spezifischen Rahmenbedingungen mittelständischer Unternehmen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Problemfeldern, die Vorstellung eines Optimierungsprozesses (bestehend aus Analyse, Planung, Organisation, Controlling) und die Evaluierung von Instrumenten wie Leasing, Factoring und Mezzanine.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Finanzierungsmanagement, Eigenkapital, Bonität, Basel II, Wettbewerbsvorteil und strategisches Controlling.
Warum wird die Unternehmensbesteuerung als Problemfeld betrachtet?
Hohe Steuersätze auf einbehaltene Gewinne werden als Hemmnis für die Eigenkapitalbildung gesehen, was die finanzielle Substanz mittelständischer Unternehmen im europäischen Vergleich schwächt.
Wie bewertet der Autor den Einfluss von Basel II?
Obwohl Basel II anfangs als existenzbedrohend wahrgenommen wurde, sieht der Autor darin eine Chance zur notwendigen Professionalisierung der Finanzierung und zur Steigerung der unternehmerischen Transparenz.
- Quote paper
- Christian Polster (Author), 2008, Unternehmensfinanzierung im Mittelstand: Schwierigkeiten und Lösungsansätze, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150850