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Über Franz Kafkas "Auf der Galerie"

Title: Über Franz Kafkas "Auf der Galerie"

Essay , 2010 , 7 Pages

Autor:in: Daniel Volkwein (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Franz Kafka „Auf der Galerie“
I. Einleitung
Am 3 Juli 1883 wurde Franz Kafka als erstes Kind jüdischer Eltern, dem reichen Kaufmann Herrmann Kafka und der aus einer wohlhabenden Prager Familie stammenden Julie geb. Löwy, in Prag geboren.
Weiter fünf Geschwister folgten. Da Kafkas Eltern von dem väterlichen Galanteriewarengeschäft voll in Anspruch genommen wurden, wuchs er vernachlässigt, ohne männliche Bezugsperson und unter dem Einfluss des ständig wechselnden und ausschließlich weiblichen Dienstpersonals auf. Bis auf wenige Ausnahmen verweilte Kafka fast sein ganzes Leben lang im Hause seiner Eltern.
Sein letztes Lebensjahr verbrachte er zusammen mit seiner Lebensgefährtin Dora Diamant in einer Wohnung in Berlin. Zu seinen engsten Freunden zählte der Schriftsteller und Nachlassverwalter Max Brod.
Charakteristisch für Kafkas Werke ist das Groteske, das Nebeneinander von oft tieftraurig-resignierten und gleichzeitig auch ironisch-humorvollen Bildern, die zumeist ein verschlungenes Gewebe sich scheinbar widersprechender Metaphern ergeben.
Er wurde als Ausdruck der Entfremdung und Orientierungslosigkeit des Menschen in der modernen Gesellschaft rezitiert. Die Verwirrung der modernen Welt, mit der sich Franz Kafka in seinen Erzählungen befasst, wurde später in dem Begriff des „Kafkaesken“ (absurd wirkende Zustände) weltweit bekannt. Bezeichnend für seine Erzählungen ist die fließende Grenze zwischen Traum und Realität.
Der Durchbruch zur Literatur ist Kafka mit seinem Erstlingswerk „Das Urteil“ gelungen. Bereits da entfaltet sich mit einem Schlag das ganze Repertoire vor dem Leser und legt die Gleise seiner Art der Weltdeutung. Verstörender Erzählgang, Vater-Sohn-Problematik, Verurteilung, aber auch Konflikt des Kaufmannssohnes mit sich selbst zwischen ungeliebter Pflicht und dem Wunsch nach Freiheit legen eine psychotherapeutische Deutung nahe.
Nach der Diagnose einer Kehlkopftuberkulose verbringt Kafka seine letzten Tage im Sanatorium Kierling bei Wien. Dort stirbt Franz Kafka im Juni 1924.
Kafkas Werke gelten seit langem als klassische Texte der europäischen Moderne.

Noch heute, im Jahre 2010 macht Kafka von sich reden. In einer kürzlich veröffentlichen Debatte um das Werk „Der Prozess“, erhebt Israel Ansprüche auf den Besitz dieser Aufzeichnungen. Dies zeigt wie tiefgründig und bedeutend Kafkas Werke für die Literaturwelt in Deutschland und Israel sind.

Inhaltsangabe

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 INHALTSANGABE

3 TEXTSORTENBESTIMMUNG

4 INTENTION DES AUTORS

5 ANALYSE SPRACHLICHER MITTEL

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit Franz Kafkas Parabel "Auf der Galerie" auseinander, um die literarischen Mittel und die dahinterstehende Intention des Autors offenzulegen. Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie Kafka durch die sprachliche Gestaltung von Scheinwelt und Wirklichkeit die menschliche Existenz sowie die Unmöglichkeit endgültiger Erkenntnis thematisiert.

  • Analyse der narrativen Struktur und Textsortenmerkmale der Parabel
  • Untersuchung der psychologischen und existentiellen Dimensionen in Kafkas Werk
  • Deutung der sprachlichen Mittel, insbesondere des Kontrasts zwischen Indikativ und Konjunktiv
  • Herausarbeitung des pessimistischen Weltbildes und der Suche nach Wahrheit

Auszug aus dem Buch

Analyse sprachlicher Mittel

Kafka verfasste seine Parabel“ Auf der Galerie“ in zwei sehr langen und doch übersichtlichen Sätzen. Hierbei schrieb er den einen im Konjunktiv, den anderen im Indikativ. Dieser Unterschied lässt eine eindeutige inhaltliche Teilung des Werkes zu.

Im Gegenteil zum ersten Teil des Textes, eine einzige Hypotaxe, von dem der Eindruck des Lesers eher negativ, rasant und radikal ist, ist der zweite Teil von Kafka positiv, liebevoll und idyllisch dargestellt. Der erste Absatz ist im Konjunktiv geschrieben, also in der Möglichkeitsform. So erscheint die entschlossene Reaktion des Galeriebesuchers im ersten Absatz, als die Möglichkeit eines dargestellten Teil, logisch nachvollziehbar: Wenn es so wäre, dann würde der junge Galeriebesucher einschreiten. Der zweite Absatz ist im Indikativ verfasst, also in der Ausdrucksform abgefasst. Daher neigt man beim ersten Lesen dazu, die erste Darstellung als Möglichkeit und die zweite als Realität aufzufassen. Dies wird aber durch das Weinen des Galeriebesuchers am Ende in Frage gestellt. Erst recht fraglich wird die „schöne“ Variante, wenn man die Realität eines Zirkusalltags mit der ständigen Routine der Wiederholungen und dem dort normalerweise herrschenden Gefälle zwischen Chef und untergebenen Zirkusvolk bedenkt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Dieses Kapitel bietet einen biographischen Abriss über Franz Kafka und ordnet sein literarisches Schaffen in den Kontext der europäischen Moderne ein.

2 INHALTSANGABE: Hier wird der Inhalt der Parabel "Auf der Galerie" kurz zusammengefasst und in den Kontext des Bandes "Ein Landarzt" gestellt.

3 TEXTSORTENBESTIMMUNG: Dieses Kapitel analysiert die Merkmale der Parabel als literarische Gattung und erläutert den künstlerischen Anspruch Kafkas gegenüber trivialer Literatur.

4 INTENTION DES AUTORS: Hier wird die subjektive Weltsicht Kafkas beleuchtet, insbesondere die Thematisierung von Angst, Schuld und der Sinnlosigkeit des menschlichen Erkenntnisstrebens.

5 ANALYSE SPRACHLICHER MITTEL: Dieses Kapitel untersucht die syntaktische Struktur und rhetorischen Mittel der Parabel, um die Diskrepanz zwischen der wahrgenommenen und der tatsächlichen Realität darzustellen.

Schlüsselwörter

Franz Kafka, Auf der Galerie, Parabel, Moderne, Existenzialismus, Weltdeutung, Bildsprache, Indikativ, Konjunktiv, Entfremdung, Wirklichkeit, Erkenntnis, Zirkuswelt, Pessimismus, literarische Analyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Analyse primär?

Die Analyse befasst sich mit Franz Kafkas Parabel "Auf der Galerie" und untersucht, wie der Autor durch spezifische sprachliche Gestaltung eine tiefgreifende existenzielle Botschaft vermittelt.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?

Im Zentrum stehen die Themen Entfremdung, die Grenze zwischen Traum und Realität sowie das pessimistische Menschenbild Kafkas.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen Schein und Sein in der Parabel aufzudecken und zu erklären, warum die Figur des Galeriebesuchers am Ende weint.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?

Es wird eine textanalytische Methode verwendet, die sich auf die Untersuchung der Syntax, der grammatikalischen Modi (Konjunktiv/Indikativ) und der rhetorischen Gestaltung stützt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Bestimmung der Textsorte, die Deutung der Autorenintention sowie eine detaillierte sprachliche Analyse des Textes.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind unter anderem "Kafkaesk", "Parabel", "Moderne", "Wirklichkeit" und "Entfremdung".

Warum verwendet Kafka in der Parabel zwei unterschiedliche Zeitformen?

Der Wechsel zwischen Konjunktiv und Indikativ dient dazu, den Leser zwischen einer möglichen, kritischen Betrachtung und einer scheinbar realen, idealisierten Darstellung schwanken zu lassen.

Welche Bedeutung hat das Weinen des Zuschauers am Ende des Textes?

Das Weinen symbolisiert das Bewusstsein des Menschen über die Missstände in der Welt, gepaart mit der Unfähigkeit, aus der Passivität herauszutreten und das Leiden zu beenden.

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Details

Title
Über Franz Kafkas "Auf der Galerie"
Author
Daniel Volkwein (Author)
Publication Year
2010
Pages
7
Catalog Number
V150094
ISBN (eBook)
9783640613014
Language
German
Tags
Abschlussarbeit Fachhochschulreife
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniel Volkwein (Author), 2010, Über Franz Kafkas "Auf der Galerie", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150094
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