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Bildzeitung und Agenda-Setting

Die Titelseite der BILD als Beispiel für mediale Thematisierungsmacht

Title: Bildzeitung und Agenda-Setting

Seminar Paper , 2007 , 16 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Jennifer Koss (Author)

Communications - Print Media, Press
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Der erste Satz des fünften Artikels aus dem Grundgesetz besagt, dass „jeder […] das Recht [hat], seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten.“ Die Presse- und Meinungsfreiheit umfasst alle deutschen Medien, so auch die Bildzeitung (BILD). Doch welche Freiheiten nimmt sich insbesondere BILD, ihre Meinung an den Leser zu bringen? Obliegt es nach gängiger journalistischer Praxis nicht im Ermessen des Rezi-pienten zu entscheiden, ob dieser ein Thema aushandelt, dem zu- oder widerspricht?
In den 1960er Jahren entstanden die „Cultural Studies“, ein interdisziplinäres Feld der Sozial- und Kulturwissenschaften, das den Rezipienten als Bedeutungsproduzenten einordnet. Texte werden demnach dadurch definiert, dass sie sozial konstruierte Bedeu-tung tragen, die nicht endgültig fixiert ist, sondern je nach Konsumart des Rezipienten unterschiedlich aufgefasst wird, wobei die „Macht der Massenmedien“ eine wichtige Rolle in dieser Bedeutungsproduktion spielt. Im Einklang mit dieser Annahme entstand im Rahmen der Medienwirkungsforschung die „Agenda-Setting-Theorie“, die Anfang der 1970er Jahre veröffentlicht wurde und aufzeigt, wie Massenmedien die Bedeu-tungsproduktion von Rezipienten beeinflussen. Anhand der vorliegenden Untersuchung zur Wirkung von Massenmedien aus dem Jahr 1968 fragen wir uns, welche Macht (Massen-) Medien heute, insbesondere BILD, haben, um den öffentlichen Diskurs zu bestimmen.
Ziel der vorliegenden Hausarbeit ist es, Merkmale der Agenda-Setting-Theorie vor-zustellen und anhand einer konkreten Ausgabe der Bildzeitung in Abgleich mit weiteren Tageszeitungen der Frage nachzugehen, wie inhaltliche und äußere Merkmale der Titelseite der BILD „mediale Thematisierungsmacht“ widerspiegeln und welchen Stellenwert diese Macht im öffentlichen Diskurs einnehmen kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 MEDIENWIRKUNGSFORSCHUNG

2.1 AGENDA-SETTING-THEORIE

3 THEMATISIERUNGSMACHT

3.1 DIE BILDZEITUNG

3.2 THEMATISIERUNGSMACHT AM BEISPIEL DER TITELSEITE DER BILDZEITUNG

3.2.1 Die Titelseite der BILD

3.2.2 „Helmut Kohl (78) heiratet!“

3.3 ABGRENZUNG ZU TITELSEITEN VON WEITEREN TAGESZEITUNGEN

3.3.1 Süddeutsche Zeitung

3.3.2 Die Welt

3.3.3 Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ)

3.3.4 Heiratet Helmut Kohl?

3.4 BILD UND MEDIALE MACHTSTRUKTUREN

4 FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die mediale Thematisierungsmacht der Bildzeitung anhand der Agenda-Setting-Theorie. Ziel ist es zu analysieren, wie inhaltliche und äußere Gestaltungsmerkmale einer konkreten Titelseite zur Platzierung von Themen im öffentlichen Diskurs genutzt werden und wie sich die Bildzeitung hierbei von anderen deutschen Tageszeitungen abhebt.

  • Grundlagen der Agenda-Setting-Theorie
  • Mediale Machtstrukturen und Bedeutungsproduktion
  • Analyse der Titelseitengestaltung der BILD
  • Vergleichende Untersuchung mit anderen Tageszeitungen
  • Emotionalisierung als Instrument der Leserbindung

Auszug aus dem Buch

2.1 Agenda-Setting-Theorie

Chefredakteure, Mitarbeiter einer Redaktion und Rundfunksprecher der Massenmedien haben einen Anteil daran, Realität zu formen. Der Begriff Agenda-Setting benennt die Eigenschaft der Massenmedien, durch das Festlegen bestimmter Themenschwerpunkte und Meinungen die öffentliche Agenda zu bestimmen. Maxwell E. McCombs und Donald L. Shaw haben diese Theorie anhand einer Inhaltsanalyse in Form einer Querschnittstudie im Jahr 1968 versucht zu verdeutlichen. Im Folgenden bezieht sich die Auswertung der Studie ausschließlich auf die Printmedien.

Leser von Tageszeitungen erfahren täglich nicht nur neue Fakten, sondern auch, welche Bedeutung sie diesen Fakten beimessen sollen. Insbesondere im Feld der Politik wird der Schnittpunkt mit Inhalten meist nur durch Informationen erzeugt, die durch (Massen-) Medien verbreitet werden. Bestimmte Lesergruppen suchen sich ihre Information gezielt aus verschiedenen Medienformen und -formaten aus, der Großteil jedoch schnappt überall etwas auf: „On any single subject many ‚hear’ but few ‚listen.’“ Die Agenda-Setting-Theorie soll aufzeigen, dass Massenmedien den Leser in bestimmte (Meinungs-) Richtungen lenken und ihm vorführen, worüber er nachdenken und was er wissen sollte. Nicht das Denken an sich wird beeinflusst, aber das, worüber man nachdenkt.

McCombs’ und Shaw’s Studie überprüfte die Agenda-Setting Kapazität in Bezug auf die Präsidentschaftswahlen in den USA im Jahr 1968. In einem Zeitraum von knapp drei Wochen wurden 100 Leute befragt, was ihrer Meinung nach die Anliegen der Präsidentschaftskandidaten wären. Zeitgleich wurden „major news“ verschiedener Medienformen gesammelt und ausgewertet. „Major news“ werden die Artikel genannt, die auf der Titelseite erscheinen oder über eine Länge von mindestens drei Spalten verfügen. Die Länge einzelner Spalten wurde in der Studie jedoch nicht definiert.

Die Ergebnisse der Studie waren, dass Medien die Meinung der Leser stark zu beeinflussen schienen. Die Bedeutungsproduktion des Rezipienten wurde durch die Inhalte der Medien gelenkt. Die Befragten fixierten sich gemäß der Studie nicht auf die Äußerungen ihrer Favoriten, sondern spiegelten eher die Meinung der Massenmedien wider.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Die Einleitung führt in das Thema der medialen Thematisierungsmacht ein und stellt die Relevanz der Untersuchung im Kontext der Agenda-Setting-Theorie dar.

2 MEDIENWIRKUNGSFORSCHUNG: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Medienwirkungsforschung und fokussiert dabei insbesondere auf die Agenda-Setting-Theorie.

3 THEMATISIERUNGSMACHT: Hier wird die zentrale These aufgestellt, dass die Bildzeitung sich in ihrer Themenwahl und Darstellung stark von anderen Tageszeitungen unterscheidet.

4 FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die ökonomischen Hintergründe sowie die Rolle der Emotionalisierung bei der Meinungsbildung durch die Bildzeitung.

Schlüsselwörter

Agenda-Setting, Medienwirkungsforschung, Bildzeitung, Thematisierungsmacht, Massenmedien, Titelseite, Emotionalisierung, Meinungsbildung, Printmedien, Rezipienten, Öffentlicher Diskurs, Medienmacht, Inhaltsanalyse, Journalismus, Boulevard.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung, wie Massenmedien – speziell die Bildzeitung – durch gezielte Themenauswahl und Gestaltung der Titelseite die öffentliche Meinungsbildung beeinflussen können.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Agenda-Setting-Theorie, mediale Machtstrukturen, journalistische Gestaltungstechniken und der Einfluss von Emotionalisierung auf die Leserbindung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist der Nachweis, dass die Bildzeitung Themen durch eine spezifische, oft emotionalisierte Gestaltung auf die mediale Agenda setzt, die sich deutlich von der Themenpräsentation anderer Tageszeitungen unterscheidet.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin stützt sich auf die Agenda-Setting-Theorie nach McCombs und Shaw und führt einen vergleichenden Analyseteil durch, in dem die Titelseite der BILD jenen der Süddeutschen Zeitung, der Welt und der WAZ gegenübergestellt wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Medienwirkung, die detaillierte Untersuchung der Titelseite der BILD vom 15. April 2008 sowie einen vergleichenden Abgleich mit anderen Leitmedien.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Analyse?

Wichtige Begriffe sind unter anderem mediale Thematisierungsmacht, Agenda-Setting, Emotionalisierung, Bedeutungsproduktion und die Rolle des Rezipienten als aktiver oder beeinflusster Akteur.

Warum wurde ausgerechnet die Titelseite vom 15. April 2008 für die Analyse gewählt?

Dieses Datum dient als konkretes Fallbeispiel, an dem sich die unterschiedliche Gewichtung politischer Ereignisse versus Boulevardthemen (in diesem Fall die Heirat von Helmut Kohl) zwischen der BILD und anderen Zeitungen exemplarisch demonstrieren lässt.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des Lesers im Prozess des Agenda-Setting?

Die Autorin betont, dass der Leser nicht zur reinen „Meinungsmarionette“ degradiert werden muss, sofern er sich seiner Selektionskompetenz bewusst ist und aktiv verschiedene Nachrichtenquellen zur Meinungsbildung heranzieht.

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Details

Title
Bildzeitung und Agenda-Setting
Subtitle
Die Titelseite der BILD als Beispiel für mediale Thematisierungsmacht
College
Ruhr-University of Bochum
Grade
2,3
Author
Jennifer Koss (Author)
Publication Year
2007
Pages
16
Catalog Number
V148938
ISBN (eBook)
9783640598342
ISBN (Book)
9783640598182
Language
German
Tags
Bild Bildzeitung Agenda Setting
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jennifer Koss (Author), 2007, Bildzeitung und Agenda-Setting , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148938
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