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Method Acting vs. Biomechanik

Ein theoretischer Vergleich zweier Schauspielkunsttheorien

Titel: Method Acting vs. Biomechanik

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2006 , 25 Seiten , Note: 1,5

Autor:in: Katharina Rose (Autor:in)

Theaterwissenschaft, Tanz
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Mittelpunkt der Betrachtung stehen die avangardistischen Schauspieltheorien von Wsewolod Meyerhold (1874-1940) und K.S. Stanislawski (1863-1938). Welcher Methoden sich der Schauspieler bedienen sollte, um Gefühle auf der Bühne darzustellen und ob die von beiden Regisseuren unterschiedlichen Systeme prinzipiell unvereinbar sind, obwohl sich im Laufe der Zeit Gemeinsamkeiten in ihrer praktischen Theaterarbeit ergeben haben, sind die Fragen die im Rahmen dieser Seminararbeit untersucht werden. Schlussfolgernd wird untersucht, ob zwischen der Methode der physischen Handlungen und der Biomechanik möglicherweise ein innerer Zusammenhang besteht. Dafür werden zunächst die Methoden ausführlich an den zwei Personen im Einzelnen dargelegt. Ebenfalls wird auf das Method Acting eingegangen, eine Schauspielmethode, die in den dreißiger Jahren von Lee Strasberg (1901-1981) als Weiterentwicklung der von Stanislawski erprobten Arbeitsweisen verbreitet wurde. In der Untersuchung des Stanislawski-Systems liegt das Hauptaugenmerk auf den physischen Handlungen, da in dem Kapitel The Method ausführlich auf die Psychotechnik eingegangen wird. Diese begrenzende Aufteilung lag in Bezug auf den Umfang dieser Arbeit und den unbestreitbaren Verbindungen des Stanislawski-Systems mit The Method nahe.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Geschichte der Schauspielkunsttheorie

3. Das Stanislawski-System

3.1 The Method – Schauspielen und das Training des Schauspielers

4. Biomechanik oder die Meyerhold-Methode

5. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das theoretische Spannungsfeld zwischen den Schauspieltheorien von K.S. Stanislawski und Wsewolod Meyerhold. Im Zentrum steht die Frage, ob die unterschiedlichen Ansätze – die Methode der physischen Handlungen und die Biomechanik – prinzipiell unvereinbar sind oder ob bei einer tiefergehenden Analyse methodische Schnittstellen und Gemeinsamkeiten identifiziert werden können.

  • Vergleich der Schauspieltheorien von Stanislawski und Meyerhold
  • Analyse der Methode der physischen Handlungen
  • Untersuchung der "Method Acting"-Tradition nach Lee Strasberg
  • Erläuterung der Meyerholdschen Biomechanik
  • Historische Einordnung der Schauspielkunsttheorie

Auszug aus dem Buch

3. Das Stanislawski-System

Konstantin Sergejewitsch Alexejew, mit Bühnenname K.S. Stanislawski (1863-1938) wird als einer der wichtigsten Theaterautoren des 20. Jahrhunderts und als großer Revolutionär des russischen Theaters angesehen. Stanislawski versuchte, in einer Zeit in der der russische Realismus vorherrschte, universale Schaffensgesetze zu ermitteln, um den Vorgang des Schauspielens zu beschreiben und ihn nachvollzieh- und wiederholbar zu machen. Sein System, welches sich Zeit seines Lebens weiter entwickelt hat, stand auch lange nach seinem Tod noch in heftiger Kritik. Der größte Vorwurf war, dass der Schauspieler zwar mit dem Stanislawski-System zu einem schöpferischen Selbstwertgefühl gelange, dieses ihm jedoch keine Antwort auf die Frage nach der Vorgehensweise für die beste Gestaltung der Rolle gebe.

Bei der Verfassung seiner Schriften hat sich Stanislawski nicht immer konstanten Terminologien bedient und teilweise auch nur skizzenhaft methodische Prinzipien erläutert. Einige wurden auch schnell wieder verworfen und durch Neue ersetzt. Diese Umstände erschweren eine genaue Bestandsaufnahme des Stanislawski-Systems ebenso wie eine genaue Beschreibung von dessen Entwicklung. Es war lange in der Rezeption üblich zumindest eine Unterscheidung des „frühen“ und des „späten“ Stanislawski zu machen und oft wurde der „späte“ Stanislawsi als eine Erfindung der sowjetischen Kulturpropaganda der fünfziger Jahre angesehen. In dieser Unterscheidung wird dem „frühen Stanislawski“ das Plädoyer für die erlebnismäßig fundierte Einfühlung des Schauspielers in die Rolle unterstellt. In seiner Spätphase hingegen beziehe er den Alternativen Standpunkt, das „Gefühl für die Rolle durch das physische Leben des menschlichen Körpers hervorzurufen“. Dies gelingt dem Schauspieler mit Hilfe von sogenannten psychophysischen Handlungen und einer sehr guten Körperbeherrschung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Definition des Untersuchungsgegenstandes und der Forschungsfragen bezüglich der schauspieltheoretischen Positionen von Stanislawski und Meyerhold.

2. Geschichte der Schauspielkunsttheorie: Überblick über die Entwicklung schauspieltheoretischer Ansätze von der Antike bis zum 19. Jahrhundert unter besonderer Berücksichtigung der Frage nach der Natürlichkeit.

3. Das Stanislawski-System: Detaillierte Betrachtung des Stanislawski-Systems, seiner pädagogischen Schriften sowie der Bedeutung von psychophysischen Handlungen.

3.1 The Method – Schauspielen und das Training des Schauspielers: Darstellung der Weiterentwicklung durch Lee Strasberg und der Etablierung des "Method Acting" als zentrales System in den USA.

4. Biomechanik oder die Meyerhold-Methode: Analyse der von Meyerhold entwickelten Biomechanik als Gegenentwurf zum Naturalismus und als wissenschaftlich orientiertes System der Körperorganisation.

5. Schlussbemerkung: Synthese der Untersuchungsergebnisse und Aufzeigen gemeinsamer Nenner zwischen der Spätphase Stanislawskis und dem Schaffen Meyerholds.

Schlüsselwörter

Schauspieltheorie, Stanislawski-System, Biomechanik, Method Acting, Lee Strasberg, Wsewolod Meyerhold, Psychotechnik, Physische Handlungen, Körperbeherrschung, Konstruktivismus, Natürlichkeit, Rollengestaltung, Affektives Gedächtnis, Sensorisches Gedächtnis, Theaterwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit vergleicht die Schauspielkunsttheorien von Wsewolod Meyerhold und K.S. Stanislawski, um deren scheinbare Gegensätze zu hinterfragen und mögliche theoretische Gemeinsamkeiten aufzuzeigen.

Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?

Die Arbeit behandelt die Entwicklung der Schauspieltheorie, die Psychotechnik im Stanislawski-System, die Methoden des Method Acting nach Lee Strasberg sowie die biomechanischen Prinzipien Meyerholds.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Ziel ist es zu klären, ob zwischen Stanislawskis Methode der physischen Handlungen und Meyerholds Biomechanik ein innerer Zusammenhang besteht, der über die bisher postulierten Gegensätze hinausgeht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine tiefgehende Literatur- und Quellenanalyse theaterwissenschaftlicher Standardwerke, Lehrschriften und zeitgeschichtlicher Aufzeichnungen.

Was wird im Hauptteil der Seminararbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Fundamente von Stanislawski und Strasberg (The Method) detailliert ausgearbeitet, gefolgt von einer Analyse der Meyerholdschen Biomechanik.

Welche Schlüsselbegriffe sind für das Verständnis der Arbeit essenziell?

Wichtige Begriffe sind neben den Namen der Regisseure vor allem „Psychotechnik“, „Physische Handlungen“, „Biomechanik“, „Method Acting“ und „Natürlichkeit“ im kunsttheoretischen Kontext.

Wie unterscheidet sich Strasbergs Ansatz von dem seines Lehrers Stanislawski?

Strasberg fokussierte sich innerhalb der Stanislawski-Rezeption besonders auf die Psychotechnik und die systematische Erschließung des affektiven sowie sensorischen Gedächtnisses durch spezielle Übungen.

Welche Rolle spielt die Biomechanik in Meyerholds System?

Die Biomechanik dient Meyerhold als wissenschaftliche Grundlage, um den menschlichen Körper ökonomisch als präzises Instrument für die Darstellung plastischer Formen im Raum zu nutzen.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Method Acting vs. Biomechanik
Untertitel
Ein theoretischer Vergleich zweier Schauspielkunsttheorien
Hochschule
Universität Leipzig  (Institut für Theaterwissenschaft Uni Leipzig)
Note
1,5
Autor
Katharina Rose (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
25
Katalognummer
V148912
ISBN (eBook)
9783640609703
ISBN (Buch)
9783640609666
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Method Acting Biomechanik Vergleich Schauspielkunsttheorien
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Katharina Rose (Autor:in), 2006, Method Acting vs. Biomechanik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148912
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Leseprobe aus  25  Seiten
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