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"Wahrheit und Methode" nach Hans-Georg Gadamer

Eine Untersuchung der Hermeneutik

Title: "Wahrheit und Methode" nach Hans-Georg Gadamer

Seminar Paper , 2003 , 19 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Daniel Schwarz (Author)

Philosophy - Philosophy of the 20th century
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Was ist Wahrheit?' Diese von Pilates an Jesus gerichtete Frage beschäftigt von alters her die Gelehrten. Nicht nur die Theologie befasst sich mit dem Wahrheitsbegriff, sondern es ist auch Anspruch der Philosophie, zur Wahrheitsfindung beizutragen.
In dieser Seminararbeit nun soll versucht werden in Grundzügen aufzuzeigen, wie der vielleicht wichtigste deutsche Philosoph des 20. Jahrhunderts, Hans-Georg Gadamer, mit der Frage nach Wahrheit im hermeneutischen Zusammenhang umgegangen ist. Dabei ist im Anschluss an die Untersuchungen der Hermeneutik Gadamers nach dem Ertrag für die Theologie zu fragen.
Sicherlich wird die Darstellung den größten Raum einnehmen, aber im Rahmen einer Seminararbeit der Systematischen Theologie soll es auch darum gehen herauszuarbeiten, welche Ansätze Gadamers theologisch zu bedenken sind und welche eher kritisch gesehen werden müssen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Die Frage nach der Relevanz für die Theologie

2. Wahrheit und Methode: Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik

2.1 Wahrheit und Methode

2.1.1 Die Problematik der Methode

2.1.2 Die Wahrheit des Verstehens

2.2 Theoretische Grundzüge der Gadamaschen Hermeneutik

2.2.1 Der hermeneutische Zirkel

2.2.2 Die Vorstruktur des Verstehens: Die Vorurteile

2.2.3 Das Prinzip der Wirkungsgeschichte

2.3 Die Bedeutung der Applikation

2.4 Die Praxis der Hermeneutik

2.4.1 Die hermeneutische Erfahrung

2.4.2 Verstehen als Gespräch in der Dialektik von Frage und Antwort

3. Kritische Würdigung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht Gadamers hermeneutische Philosophie, insbesondere sein Werk "Wahrheit und Methode", im Hinblick auf deren Anwendbarkeit und Relevanz für die systematische Theologie.

  • Verständnis der Problematik von Methode in den Geisteswissenschaften
  • Analyse des hermeneutischen Zirkels und der Bedeutung von Vorurteilen
  • Erörterung des Konzepts der Wirkungsgeschichte und Horizontverschmelzung
  • Reflektion über das Verstehen als Gespräch in Frage und Antwort
  • Kritische Diskussion der philosophischen Hermeneutik aus biblisch-evangelikaler Perspektive

Auszug aus dem Buch

2.4.1 Die hermeneutische Erfahrung

Die hermeneutische Erfahrung besteht nach Gadamer wesentlich aus drei Elementen. Nach einer ausführlichen, geschichtlichen Analyse des Begriffes der Erfahrung kommt er zu seiner ersten Feststellung, dass der Hermeneut einen Text als „Du“ und somit als Kommunikationspartner ansehen muß, wobei es nicht darum geht diesen als die „Lebensäußerung eines Du zu verstehen, sondern als einen Sinngehalt, der von aller Bindung an die Meinenden, an Ich und Du abgelöst ist.

Gadamer betrachtet also in seiner ersten Feststellung zwei Elemente für wesentlich: Es geht beim Verstehen eines Textes um dessen Sinngehalt, der in Kommunikation des Hermeneuten mit dem Text herausgefunden werden muß.

Als zweiten integralen Bestandteil der hermeneutischen Erfahrung nennt Gadamer die Abhängigkeit des Verstehenden zur Überlieferung.

Dies bedeutet, dass ein Text beim Versuch ihn zu verstehen schon Einfluß auf den Hermeneuten ausübt und dieser sich im Klaren darüber sein muß, dass er ihn nicht vorurteilsfrei verstehen kann.

Gadamer demonstriert diesen Gedankengang am „Beispiel der Wechselseitigkeit eines menschlichen Verhältnisses zwischen Ich und Du aus dem man sich nicht herausreflektieren darf. Wer dies doch tut der zerstört „die sittliche Verbindlichkeit dieser Beziehung.“ „Genau so zerstört, wer sich aus dem Lebensverhältnis zur Überlieferung herausreflektiert den wahren Sinn dieser Überlieferung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Frage nach der Relevanz für die Theologie: Diese Einleitung führt in das Thema ein und fragt nach dem Ertrag der Hermeneutik Hans-Georg Gadamers für die systematische Theologie.

2. Wahrheit und Methode: Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik: Kapitel zwei erläutert die Grundlagen von Gadamers Kritik an naturwissenschaftlichen Methodenidealen und führt in zentrale Begrifflichkeiten seiner Hermeneutik ein.

2.1 Wahrheit und Methode: Hier wird die Problematik der "Methode" als Erkenntnisideal sowie die Wahrheit des Verstehens dargelegt, wobei Gadamer sich gegen den Positivismus wendet.

2.1.1 Die Problematik der Methode: Dieser Abschnitt analysiert das Ziel der Verifizierbarkeit in den Wissenschaften und Gadamers Kritik an der Methodenobsession.

2.1.2 Die Wahrheit des Verstehens: Das Unterkapitel klärt den Wahrheitsbegriff bei Gadamer, der Wahrheit als Unverborgenheit und nicht als bloße Gewissheit versteht.

2.2 Theoretische Grundzüge der Gadamaschen Hermeneutik: Dieses Kapitel behandelt die theoretischen Säulen, wie den hermeneutischen Zirkel, die Rolle von Vorurteilen und das Prinzip der Wirkungsgeschichte.

2.2.1 Der hermeneutische Zirkel: Hierbei geht es um das Ineinanderspiel des Verstehens zwischen dem Einzelnen und dem Ganzen in der Überlieferung.

2.2.2 Die Vorstruktur des Verstehens: Die Vorurteile: Gadamer rehabilitiert den Begriff des Vorurteils als notwendige Bedingung für jedes Verstehen.

2.2.3 Das Prinzip der Wirkungsgeschichte: Dieser Teil beschreibt das Prägeverhältnis, in dem der Hermeneut zur Geschichte steht, und erklärt das Konzept der Horizontverschmelzung.

2.3 Die Bedeutung der Applikation: Es wird die Rolle der Anwendung untersucht, die Gadamer als zentralen integrierenden Bestandteil des hermeneutischen Vorgangs begreift.

2.4 Die Praxis der Hermeneutik: Das Kapitel wendet die Theorie auf die praktische Ebene des Verstehens an.

2.4.1 Die hermeneutische Erfahrung: Es werden die Elemente der Erfahrung, wie die Anerkennung des Textes als Kommunikationspartner, erläutert.

2.4.2 Verstehen als Gespräch in der Dialektik von Frage und Antwort: Das Kapitel schließt mit der Darstellung von Verstehen als ein dialogisches Geschehen im Medium der Sprache.

3. Kritische Würdigung: Der abschließende Teil reflektiert Gadamers Ansatz aus einer evangelikalen Theologieperspektive und prüft, inwieweit er für eine biblische Hermeneutik fruchtbar ist.

Schlüsselwörter

Hans-Georg Gadamer, Wahrheit und Methode, Hermeneutik, Verstehen, Vorurteil, Wirkungsgeschichte, Horizontverschmelzung, Applikation, Systematische Theologie, Dialektik, Frage und Antwort, Sprachlichkeit, Biblische Hermeneutik, Überlieferung, Ontologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit setzt sich mit der philosophischen Hermeneutik von Hans-Georg Gadamer auseinander und hinterfragt dessen Relevanz sowie Anwendbarkeit für die systematische und evangelikale Theologie.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Wahrheit und Methode, die Rolle der Vorurteile im Verstehensprozess, das Prinzip der Wirkungsgeschichte sowie die hermeneutische Bedeutung von Sprache und Gespräch.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Gadamers grundlegende hermeneutische Ansätze darzustellen und kritisch zu prüfen, welche Aspekte davon für eine biblisch-orientierte Hermeneutik fruchtbar gemacht werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Seminararbeit nutzt eine literaturanalytische und systematisch-theologische Methode, um Gadamers Texte zu interpretieren und diese anschließend theologisch zu würdigen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden Gadamers Theorie der Hermeneutik, insbesondere die Aspekte des hermeneutischen Zirkels, der Vorurteilstruktur, der Wirkungsgeschichte und die Bedeutung der Anwendung (Applikation) detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist insbesondere durch Schlüsselwörter wie "Hermeneutik", "Wirkungsgeschichte", "Vorurteil", "Horizontverschmelzung" und "Dialektik" geprägt.

Wie kritisiert der Autor Gadamers Haltung zu Gott?

Der Autor merkt kritisch an, dass Gadamer die Dimension Gottes in seinen hermeneutischen Überlegungen ausklammert, was ihn aus evangelikaler Sicht problematisch erscheinen lässt, da Gott als Maßstab für Wahrheit fehlt.

Welche Bedeutung misst der Autor der "Applikation" bei?

Der Autor schlägt vor, die Rolle der Anwendung (Applikation) in der Theologie neu zu überdenken. Er lehnt es ab, sie als nachträgliches Appendix zu sehen, und fordert eine sorgfältige Übertragung erarbeiteter exegetischer Erkenntnisse in die aktuelle Lebenssituation.

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Details

Title
"Wahrheit und Methode" nach Hans-Georg Gadamer
Subtitle
Eine Untersuchung der Hermeneutik
College
Giessen School of Theology  (Systematisch-Theologische Seminar)
Course
Systematisch-Theologische Seminar
Grade
1,7
Author
Daniel Schwarz (Author)
Publication Year
2003
Pages
19
Catalog Number
V1488358
ISBN (PDF)
9783389043370
ISBN (Book)
9783389043387
Language
German
Tags
Hans-Georg Gadamar Wahrheit und Methode Hermeneutischer Zirkel Hermeneutik Philosophie Theologie Systematische Theologie Applikation Vorurteile Dialektik von Frage und Antwort
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniel Schwarz (Author), 2003, "Wahrheit und Methode" nach Hans-Georg Gadamer, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1488358
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