Seit der Aufnahme der Bundesrepublik Deutschland in die NATO im Jahr 1955 sind die deutsch-amerikanischen Beziehungen von besonderer Bedeutung für die Stabilität des nordatlantischen Bündnisses. Durch die Angreifbarkeit aufgrund ihrer geographischen Lage und des Verzichts auf Atomwaffen, war die BRD im hohen Maße auf den Schutz durch fremde Streitkräfte angewiesen, was, gemeinsam mit den starken Interessendivergenzen zwischen der BRD und den USA diese Beziehungen so bedeutsam machte. Ihre Bedeutung war sogar von so großer Tragweite, dass eine Krise der deutsch-amerikanischen Beziehungen zwangsbedingt eine Krise der NATO verursacht hätte.
Eine der Phasen, in denen die Interessendivergenzen innerhalb dieser Beziehungen besonders zum Vorschein kamen, war gegen Ende der 70er Jahre, als die konkrete Bedrohung der BRD durch neue Atomwaffen der UdSSR wuchs, sich die USA aber gleichzeitig von ebenso konkreten Schutz-Eingeständnissen zu distanzieren schienen. Der NATO-Doppelbeschluss über die bedingte Stationierung von Mittelstreckenwaffen aus dem Jahr 1979 war das Ergebnis gemeinsamer Bemühungen für eine allianzinterne Lösung der Interessenkonflikte der Bündnispartner.
Diese Arbeit analysiert, in wie weit durch den NATO-Doppelbeschluss sowohl deutsche als auch US-amerikanische Interessen befriedigt werden konnten. Zu diesem Zeck werden zunächst die sicherheitspolitischen Interessenlagen beider Parteien beleuchtet, woraufhin der Doppelbeschluss vorgestellt und in Bezug auf die Durchsetzung deutscher und US-amerikanischer Interessen untersucht wird, sodass die Ergebnisse im Schlussteil ausgewertet werden können.
Inhaltsverzeichnis
- EINLEITUNG.
- DEUTSCH-AMERIKANISCHE INTERESSENDIVERGENZEN
- US-AMERIKANISCHE INTERESSENLAGE.
- DEUTSCHE INTERESSENLAGE
- INTERESSENDIVERGENZEN
- DER NATO-DOPPELBESCHLUSS.
- VORSTELLUNG DER QUELLE
- AUSWERTUNG DER INTERESSENDURCHSETZUNG
- FAZIT
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit analysiert, inwiefern durch den NATO-Doppelbeschluss sowohl deutsche als auch US-amerikanische Interessen befriedigt werden konnten. Zu diesem Zweck werden zunächst die sicherheitspolitischen Interessenlagen beider Parteien beleuchtet, woraufhin der Doppelbeschluss vorgestellt und in Bezug auf die Durchsetzung deutscher und US-amerikanischer Interessen untersucht wird, sodass die Ergebnisse im Schlussteil ausgewertet werden können.
- Die sicherheitspolitischen Interessenlagen der BRD und der USA in den späten 1970er Jahren.
- Die Entstehung und Inhalte des NATO-Doppelbeschlusses.
- Die Auswirkungen des NATO-Doppelbeschlusses auf die Interessen beider Seiten.
- Die Bedeutung des NATO-Doppelbeschlusses für die deutsch-amerikanischen Beziehungen.
- Die Rolle des NATO-Doppelbeschlusses im Kontext der Ost-West-Konfrontation.
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Problematik der deutsch-amerikanischen Interessendivergenzen im Kontext der NATO-Politik der 1970er Jahre dar. Kapitel 1 beleuchtet die sicherheitspolitischen Interessenlagen der BRD und der USA, wobei die unterschiedlichen Bedrohungsperzeptionen und strategischen Ziele herausgestellt werden. Kapitel 2 stellt den NATO-Doppelbeschluss als Ergebnis der Bemühungen um eine allianzinterne Lösung der Interessenkonflikte vor und analysiert die Durchsetzung deutscher und US-amerikanischer Interessen in diesem Prozess. Das Fazit fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen und diskutiert die Bedeutung des NATO-Doppelbeschlusses für die deutsch-amerikanischen Beziehungen.
Schlüsselwörter
NATO-Doppelbeschluss, deutsch-amerikanische Beziehungen, sicherheitspolitische Interessen, Rüstungskontrolle, Abschreckung, Containment, flexible Response, Mittelstreckenwaffen, Ost-West-Konflikt, strategische Parität.
Häufig gestellte Fragen
Was war der Kern des NATO-Doppelbeschlusses von 1979?
Er sah die Stationierung neuer US-Mittelstreckenwaffen in Europa vor, falls die Verhandlungen mit der UdSSR über den Abbau ihrer SS-20-Raketen scheitern sollten.
Warum war die BRD in den 70ern besonders besorgt?
Aufgrund ihrer geographischen Lage und des Verzichts auf Atomwaffen fühlte sich die BRD durch sowjetische Raketen direkt bedroht, während die USA sich strategisch von Europa zu distanzieren schienen.
Welche Interessen verfolgten die USA mit dem Beschluss?
Die USA wollten die strategische Parität wahren, die Sowjetunion zur Rüstungskontrolle zwingen und die Geschlossenheit des NATO-Bündnisses demonstrieren.
Was bedeutete "Flexible Response" in diesem Zusammenhang?
Es war die NATO-Strategie, auf Angriffe angemessen und abgestuft reagieren zu können, wofür die Stationierung von Mittelstreckenwaffen als notwendiges Bindeglied galt.
Wie beeinflusste der Beschluss die deutsch-amerikanischen Beziehungen?
Der Doppelbeschluss war ein Versuch, tiefe Interessendivergenzen zu überbrücken; eine Krise in diesem Verhältnis hätte zwangsläufig eine Krise der gesamten NATO bedeutet.
- Quote paper
- Nils Marheinecke (Author), 2008, Deutsch-amerikanische Interessenzusammenführung im NATO-Doppelbeschluss, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148752