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Jean-Francois Marmontel über Madame Geoffrin. Grundlegende Elemente der Salonkultur und die Aufgaben einer Salonniere

Title: Jean-Francois Marmontel über Madame Geoffrin. Grundlegende Elemente der Salonkultur und die Aufgaben einer Salonniere

Term Paper (Advanced seminar) , 2010 , 22 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Christina Gieseler (Author)

History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization
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Summary Excerpt Details

Die Salonnière Madame Geoffrin gilt unter Historikern als „eine der repräsentativsten Figuren einer sich radikal verändernden Zeit“. Über ihren Salon in der Pariser Rue Saint Honoré urteilt einer ihrer Zeitgenossen, der berühmte Dichter und Kritiker Charles-Augustin Sainte-Beuve, dass dieser „der bestorganisierteste, der bestgeführteste ihrer Zeit […], geradezu eine Institution des 18. Jahrhunderts‘“ gewesen ist.

Historische Lexika und Untersuchungen heben neben der bürgerlichen Herkunft der Salondame den Umfang ihrer internationalen Beziehungen zu Intellektuellen und Aristokraten hervor. Ältere und jüngere Biographiensammlungen stellen ihren Lebensverlauf zusammen mit denen verschiedener anderer berühmter Salonnièren und deren Rivalitäten untereinander dar. Für einen ersten thematischen Einstieg in das Thema Salonkultur und die Betrachtung des Salons der Madame Geoffrin bleibt in vielen Werken allerdings oft unerwähnt, welche Aspekte die Begriffe Salon und Salonkultur überhaupt mit sich tragen.

Neben der Darstellung des Salons der Madame Geoffrin soll diese Arbeit daher die grundlegenden Elemente der französischen Salonkultur im 18. Jahrhundert und die Aufgaben einer Salonnière am Beispiel von Madame Geoffrin und ihres bureau d’esprit behandeln. Dabei geht es konkret um das Geschehen im Salon selbst und weniger um dessen Bedeutung in Bezug auf seine Außenwirkung.

Über den Salon der Madame Geoffrin und die Salondame selbst lassen sich viele Informationen in den Memoiren Jean-Francois Marmontels finden, welche die Quellengrundlage für diese Untersuchung bilden. Nach einleitenden Erläuterungen zu den Memoiren Marmontels und dessen Person wird zunächst überblicksweise der Begriff Salon in sprachlicher und historischer Hinsicht genauer bestimmt. Anschließend werden in drei folgenden Kapiteln unter den Oberbegriffen Salonnière, Salongäste und Salonkonversation sowohl allgemeine Aspekte zu diesen Themenbereichen behandelt als auch direkte Bezüge zu Madame Geoffrin und ihrem Salon hergestellt. Bei der Verwendung von Sekundärliteratur wurden zu diesen Themen vor allem auf die Arbeiten von Lukoschik und von der Heyden-Rynsch, ferner auch von Clergue und Seibert zurückgegriffen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 JEAN-FRANCOIS MARMONTEL UND SEINE MEMOIREN

3 DER SALON – EINE BEGRIFFSBESTIMMUNG

3.1 DER BEGRIFF SALON

3.2 EIN ÜBERBLICK ÜBER DIE HISTORISCHE ENTWICKLUNG DER SALONKULTUR BIS INS 18. JAHRHUNDERT

4 DIE SALONNIÈRE

4.1 DIE HERKUNFT MADAME GEOFFRINS UND DIE ENTSTEHUNG IHRES SALONS

4.2 DIE ATMOSPHÄRE IM SALON UND DAS AUFTRETEN DER SALONNIÈRE

4.3 DIE GASTGEBERISCHEN FÄHIGKEITEN DER SALONNIÈRE

5 DIE GÄSTE DES SALONS

5.1 KRITERIEN FÜR DIE AUSWAHL DER GÄSTE

5.2 DIE SALONBESUCHER MADAME GEOFFRINS UND DIE BEKANNTHEIT IHRES SALONS IN EUROPA

6 DIE SALONKONVERSATION

6.1 HONNÊTETÉ ALS VERHALTENSIDEAL IM SALON

6.2 HONNÊTETÉ BEI MADAME GEOFFRIN UND BEI MARMONTEL

6.3 DIE SALONNIÈRE ALS MODERATORIN DER SALONKONVERSATION

6.4 MADAME GEOFFRIN ALS MODERATORIN DER SALONGESPRÄCHE

7 FAZIT

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegenden Elemente der französischen Salonkultur im 18. Jahrhundert sowie die spezifischen Aufgaben und den Einfluss der Salondame, dargestellt am Beispiel von Madame Geoffrin und ihrem Salon, unter besonderer Berücksichtigung der Memoiren von Jean-Francois Marmontel.

  • Die historische Entwicklung und Definition des Begriffs Salon
  • Die Rolle der Salonnière als Gastgeberin und Moderatorin
  • Kriterien für die Auswahl der Gäste und die Bedeutung der internationalen Vernetzung
  • Das Verhaltensideal der Honnêteté als Basis der Salonkonversation

Auszug aus dem Buch

4.3 Die gastgeberischen Fähigkeiten der Salonnière

Wie auch Madame Geoffrin, waren Salonnièren im Allgemeinen wohlhabende Damen, die sich durch besondere gastgeberische Fähigkeiten auszeichneten. So ist eine Salonnière eine Dame, „deren Geist und Witz als Magnet wirken. Sie stiftet kultivierte Atmosphäre, in die eine leicht erotische Note einfließt, provoziert amüsante Gespräche, gleicht Gegensätze aus und erzeugt seelisches Behagen wie geistige Bewegung. Ihre unangefochtene, sanfte Autorität zielt stets auf Vermittlung“.

Marmontel beschreibt Madame Geoffrin als eine talentierte Gastgeberin, deren Tischgesellschaft seiner Schilderung nach aus so interessanten und unterhaltsamen Schriftstellern und Künstlern bestand, dass sie ihm „jede andere Gesellschaft ersetzte“. Obwohl Marmontel, wie er anschließend schreibt, auch Gast anderer Salons war, zeigt diese Bemerkung, wie besonders er die Atmosphäre und das Beisammensein in Madame Geoffrins Salon empfand. So hatte die Salonnière „[e]ine ungewöhnliche Gabe der Gastfreundschaft, des herzlich-schlichten Empfanges“, welche die Abende in ihrem Haus auszeichneten. Zudem beeindruckte Marmontel wie es Madame Geoffrin immer wieder gelang, ihre Gäste in ihren Bann zu ziehen: „Nichts beglückte sie mehr als der Umgang mit den Großen […] sie verstand es, diese Menschen mit einer unmerklich schmeichelhaften Koketterie an sich zu ziehen, und in der zwanglosen, natürlichen, halb ehrfürchtigen und halb vertraulichen Art, mit der sie sie empfing, glaubte ich, außergewöhnliche Gewandtheit zu sehen.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der französischen Salonkultur des 18. Jahrhunderts und Vorstellung der methodischen Grundlage durch die Memoiren von Marmontel.

2 JEAN-FRANCOIS MARMONTEL UND SEINE MEMOIREN: Porträt des Schriftstellers Marmontel und Erläuterung seiner Memoiren als primäre Quelle zur Untersuchung des Salons von Madame Geoffrin.

3 DER SALON – EINE BEGRIFFSBESTIMMUNG: Sprachliche und historische Herleitung des Salonbegriffs sowie Einordnung in den europäischen kulturgeschichtlichen Kontext.

4 DIE SALONNIÈRE: Analyse des Rollenbildes der Salondame, ihrer Herkunft, ihrer persönlichen Ausstrahlung und ihrer spezifischen Fähigkeiten als Gastgeberin.

5 DIE GÄSTE DES SALONS: Untersuchung der Auswahlkriterien für das Publikum sowie der Bedeutung der Salons für die internationale Vernetzung der intellektuellen Elite.

6 DIE SALONKONVERSATION: Erörterung der Gesprächskultur, des Ideals der Honnêteté und der moderierenden Funktion der Salonnière bei der Leitung der Debatten.

7 FAZIT: Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse zur Rolle Madame Geoffrins und Ausblick auf weitere Forschungspotenziale im Bereich der Salonkultur als alternativer Öffentlichkeit.

Schlüsselwörter

Salon, Salonkultur, Salonnière, Madame Geoffrin, Jean-Francois Marmontel, Honnêteté, Salonkonversation, 18. Jahrhundert, Aufklärung, Gesellschaft, Geselligkeit, Kommunikation, Mäzenatentum, Memoiren, Gelehrtenrepublik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit analysiert die grundlegenden Strukturen und Elemente der französischen Salonkultur des 18. Jahrhunderts am konkreten Beispiel des Salons von Madame Geoffrin.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Rolle der Salonnière als Gastgeberin, dem Ideal der Honnêteté, der Auswahl der Gäste sowie der Funktion des Salons als Ort des intellektuellen Austauschs.

Was ist die zentrale Forschungsfrage der Untersuchung?

Es geht darum, wie sich die Salonkultur im 18. Jahrhundert gestaltete und welche spezifischen Aufgaben und moderierenden Tätigkeiten eine erfolgreiche Salonnière wie Madame Geoffrin in ihrem Umfeld ausübte.

Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewendet?

Die Arbeit basiert primär auf einer quellenkritischen Analyse der Memoiren von Jean-Francois Marmontel sowie auf der Auswertung relevanter Sekundärliteratur zur europäischen Salonkultur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert ausgeführt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsbestimmung des Salons, die Charakterisierung der Salonnière und ihrer Fähigkeiten, die Auswahlkriterien für Gäste sowie die Analyse der Gesprächskultur und des Verhaltensideals Honnêteté.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Salonkultur, Honnêteté, Salonkonversation, intellektuelle Elite und die spezielle Rolle der Salonnière als soziale Vermittlerin definiert.

Wie bewertet der Autor Marmontel die Rolle von Madame Geoffrin?

Marmontel schätzt einerseits ihre Fähigkeit zur Organisation eines geistreichen Salons, kritisiert jedoch andererseits ihr zu stark mäßigendes Verhalten, das die Freiheit des Denkens seiner Meinung nach einschränkte.

Welche Bedeutung hatte das Ideal der "Honnêteté" für die Salonkonversation?

Die Honnêteté fungierte als Verhaltenscodex, der Mäßigung, Höflichkeit und soziale Integration einforderte, um einen angenehmen und geistreichen Austausch ohne vulgäre oder aufbrausende Dispute zu gewährleisten.

Warum war der Salon für die Aufklärungsbewegung wichtig?

Der Salon bot einen "alternativen Ort der Öffentlichkeit", an dem abseits der Zensur des königlichen Hofes aktuelle gesellschaftliche, politische und philosophische Themen diskutiert werden konnten.

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Details

Title
Jean-Francois Marmontel über Madame Geoffrin. Grundlegende Elemente der Salonkultur und die Aufgaben einer Salonniere
College
University of Wuppertal  (Neuere und Neueste Geschichte)
Course
Das Zeitalter Voltaires
Grade
1,0
Author
Christina Gieseler (Author)
Publication Year
2010
Pages
22
Catalog Number
V148704
ISBN (eBook)
9783640592821
ISBN (Book)
9783640593071
Language
German
Tags
Jean-Francois Marmontel Madame Geoffrin Grundlegende Elemente Salonkultur Aufgaben Salonniere
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christina Gieseler (Author), 2010, Jean-Francois Marmontel über Madame Geoffrin. Grundlegende Elemente der Salonkultur und die Aufgaben einer Salonniere, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148704
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