1993 – Bill Clinton war reif für die Weltpolitik, doch war sie es auch für ihn?
Das „Comeback-Kid“ trat die größte Herausforderung in seiner politischen Karriere mit ambitionierten Plänen an und vollzog in der Folgezeit einen politischen und menschlichen Reifeprozess, den in dieser Konsequenz keiner erwartet hatte – am wenigsten er selbst. Er fühlte sich bereit, die umfassenden Probleme Amerikas in Angriff zu nehmen und musste doch sehr schnell feststellen, dass die politische Bühne Washingtons eben doch anderen Gesetzen folgte als jene im heimischen Arkansas.
Er wollte viel und erreichte wenig, doch niemand kann ihm ernsthaft mangelndes Engagement vorwerfen, auch nicht in den Versuchen seiner Interventionspolitik, die im Laufe seiner Amtszeit mehrere Metamorphosen durchlief.
Der acht Jahre dauernde und teilweise nervenaufreibende Verhandlungsprozess mit einem Kongress, der ihn frühzeitig auf den Boden der Tatsachen zurückholte und ihm die Grenzen des politisch Machbaren ein ums andere Mal aufzeigte, hat ihn sicherlich mehr als ein graues Haar gekostet. Im folgenden soll sein Schaffen auf diesem Gebiet anhand der wichtigsten Stationen noch einmal nachvollzogen werden.
Inhaltsverzeichnis
- Einführung
- Erste Amtszeit 1993-1996
- I. Strategy of Democratic Enlargement
- 1. PRD 13 – das Konzept des assertive multilateralism.
- II. Anfänge der Interventionspolitik.
- III. Veränderung der Mehrheitsverhältnisse im Kongress
- 1. Übergang von united zu divided gouvernment 1993/94
- 2. gouvernment shutdown 1995.
- IV. Überarbeitung der Interventionspolitik
- 1. Friktion zwischen Kongress und Präsident hinsichtlich der Außenpolitik
- 2. PDD 25 – Übergang von Multilateralismus zu Interessenpolitik in der Interventionspolitik.....
- 3. Haiti.
- 4. Ruanda.
- V. Realistische Interventionspolitik im europäischen Kontext.
- 1. Bosnien.....
- 2. Sicherheitspolitik - Teststopvertrag und die Diskussion um die NATO-Osterweiterung.
- VI. Wahrnehmung der Außenpolitik in der amerikanischen Öffentlichkeit
- I. Strategy of Democratic Enlargement
- Zweite Amtszeit 1997-2000
- I. Fortgesetzte Blockadehaltung des Kongresses
- 1. Konzept zur Begleichung der Schulden bei den UN.
- 2. fast-track authorithy..
- II. Doppelstrategie in der Interventionspolitik..
- III.
- 1. Kosovo........
- NATO-Erweiterungsvertrag ..
- IV. Anhaltende Probleme mit dem Kongress
- V.
- 1. Impeachment
- 2. Missile Defence Act
- 3. Verweigerung der Ratifizierung des Teststopvertrages
- VI. Abschließendes interventionspolitisches Engagement...
- I. Fortgesetzte Blockadehaltung des Kongresses
- VII. Was bleibt im Rückblick?
- Schlusswort..
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit analysiert die Interventionspolitik der Clinton-Administration in den Jahren 1993 bis 2000. Sie untersucht, wie Clinton seine ambitionierten Pläne für eine aktivere Rolle der USA in der Weltpolitik in der Praxis umsetzte und welche Herausforderungen er dabei bewältigen musste. Dabei werden die Veränderungen in der Interventionspolitik im Kontext des Wandels von einer bipolaren zu einer unipolaren Weltordnung betrachtet.
- Die Entwicklung der Interventionspolitik von Clinton
- Die Herausforderungen der unipolaren Weltordnung für die USA
- Die Rolle des Kongresses in der Außenpolitik
- Die Bedeutung von Menschenrechten und Demokratie in der Außenpolitik
- Die Beziehungen zwischen den USA und Europa
Zusammenfassung der Kapitel
- Einführung: Die Einleitung stellt die historische und politische Situation der USA nach dem Ende des Kalten Krieges dar und führt in die Thematik der Interventionspolitik der Clinton-Administration ein.
- Erste Amtszeit 1993-1996: Dieses Kapitel beleuchtet die ersten Jahre von Clintons Präsidentschaft, in denen er seine „Strategy of Democratic Enlargement“ entwickelte und erste Interventionspolitik einleitete. Es werden die Herausforderungen durch den Kongress und die Veränderungen in der Interventionspolitik im Laufe dieser Zeit dargestellt.
- Zweite Amtszeit 1997-2000: Der zweite Teil der Arbeit analysiert die zweite Amtszeit von Clinton, in der er seine Interventionspolitik weiterentwickelte und mit dem Kosovo-Konflikt eine neue Herausforderung bewältigen musste. Es werden die anhaltenden Probleme mit dem Kongress und die Schlussfolgerungen aus Clintons Interventionspolitik beleuchtet.
Schlüsselwörter
Die Arbeit befasst sich mit den Konzepten von „Sicherheit“ in der US-amerikanischen Außenpolitik, insbesondere mit der Interventionspolitik der Clinton-Administration. Die wichtigsten Schlüsselwörter sind: Interventionspolitik, Democratic Enlargement, assertive multilateralism, unipolare Weltordnung, Kongress, NATO-Osterweiterung, Kosovo-Konflikt, Menschenrechte, Demokratie.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter Clintons „Strategy of Democratic Enlargement“?
Diese Strategie beschreibt Bill Clintons außenpolitisches Ziel, die Gemeinschaft marktwirtschaftlicher Demokratien weltweit auszuweiten, um die Sicherheit und den Wohlstand der USA zu fördern.
Was bedeutet „assertive multilateralism“ im Kontext der Clinton-Administration?
Es handelt sich um ein Konzept (festgelegt in PRD 13), bei dem die USA versuchten, globale Probleme verstärkt durch internationale Organisationen wie die UN zu lösen, dabei aber eine führende Rolle beanspruchten.
Welche Rolle spielte der US-Kongress in Clintons Außenpolitik?
Der Kongress fungierte oft als Vetospieler, der Clintons Handlungsspielraum einschränkte, insbesondere nach dem Wechsel zum „divided government“ 1994, was zu Konflikten über Auslandseinsätze und Budgetfragen führte.
Wie veränderte sich die Interventionspolitik nach den Erfahrungen in Ruanda und Haiti?
Mit der Richtlinie PDD 25 vollzog Clinton einen Übergang vom idealistischen Multilateralismus hin zu einer stärker interessengeleiteten Realpolitik bei militärischen Interventionen.
Welche Bedeutung hatte der Kosovo-Konflikt für Clintons zweite Amtszeit?
Der Kosovo-Konflikt forderte Clintons Interventionspolitik erneut heraus und markierte einen wichtigen Punkt in der Entwicklung der NATO-Osterweiterung und der transatlantischen Sicherheitsbeziehungen.
Was war der „Government Shutdown“ von 1995?
Es war ein Stillstand der Regierungsgeschäfte aufgrund eines Haushaltsstreits zwischen dem demokratischen Präsidenten Clinton und dem republikanisch dominierten Kongress.
- Quote paper
- Dipl. Pol. Anke Datemasch (Author), 2007, Humanitäre Interventionen, Democratic Enlargement - die Präsidentschaft Clinton 1993-2000, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148532