In der vorliegenden Seminararbeit Briefe über die Moralität der Leiden des jungen Werthers – Lenz zwischen Lob und Kritik über Goethe und dessen Werk. soll herausgearbeitet werden, inwieweit Lenz den Roman Goethes wirklich verteidigt oder inwiefern es sich nicht in Teilen um eine Abwertung desselben handelt. Als Grundlage für die Darstellung dient zum einen der Aufsatz „J.M.R. Lenz’ Poetik der Bedingungsverhältnisse: Werther, die ,Werther-Briefe’ und der Waldbruder ein Pedant zu Werthers Leiden“ von Karin Wurst, zum anderen wird Roland Krebs mit seiner Schrift „Lenz’ Beitrag zur Werther-Debatte: die Briefe über die Moralität der Leiden des jungen Werthers.“ herangezogen. In der Forschungsliteratur wird häufig auf das Konkurrenzverhältnis der beiden Dichter eingegangen, jedoch erfolgt diese meist allgemein oder auf mehrere Werke bezogen. Daher wird in dieser Seminararbeit nur auf die „Werther-Briefe“ eingegangen und geringfügig auf Sekundärliteratur zurückgegriffen.
Zunächst wird kurz der Aufbau und Entstehungskontext der Moralitätsbriefe erläutert. Im Anschluss folgt eine Analyse einiger ausgewählter Briefe, in denen die Uneinigkeit Lenz’ in Bezug auf Goethe und dessen literarisches Schaffen zum Tragen kommt. In diesem Kontext soll zudem versucht werden, innerhalb der Briefe einige (mögliche) Gründe für die Kritik bzw. Abwertung seitens Lenz’ herauszuarbeiten. Es erscheint denkbar, dass Lenz in dieser Art des literarischen Schreibens seine einzig verbliebene Möglichkeit sah, in der Öffentlichkeit Aufmerksamkeit zu erlangen.
In einem Schlusskapitel werden die wichtigsten Ergebnisse noch einmal zusammengefasst und ein abschließendes Bild über die Beziehung von Lenz zu Goethe auf Basis der vorangegangenen Untersuchung gezeichnet.
Inhaltsverzeichnis
- EINLEITUNG
- KURZE VORSTELLUNG DES WERKES UND DER HISTORISCHEN HINTERGRÜNDE
- ZWISCHEN KRITIK UND LOB – DER ZWIESPALT IN LENZ' AUSFÜHRUNGEN
- SCHLUSSBETRACHTUNG
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Seminararbeit befasst sich mit Jakob Michael Reinhold Lenz' „Briefen über die Moralität der Leiden des jungen Werthers“ und untersucht, inwieweit Lenz den Roman Goethes verteidigt oder ob es sich in Teilen um eine Abwertung desselben handelt. Die Arbeit analysiert die Briefe im Kontext der Werther-Debatte und beleuchtet die Beziehung zwischen Lenz und Goethe.
- Lenz' Kritik und Verteidigung von Goethes „Leiden des jungen Werthers“
- Die Rolle der Moralitätsbriefe in der Werther-Debatte
- Der Einfluss der Parodie von Christoph Friedrich Nicolai auf Lenz' Werk
- Die Beziehung zwischen Lenz und Goethe
- Die Gründe für die Nichtveröffentlichung der „Werther-Briefe“
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Einleitung stellt Jakob Michael Reinhold Lenz und seine Beziehung zu Johann Wolfgang von Goethe vor. Sie erläutert den Entstehungskontext der „Briefe über die Moralität der Leiden des jungen Werthers“ und die Ziele der Seminararbeit.
- Kurze Vorstellung des Werkes und der historischen Hintergründe: Dieses Kapitel beschreibt den Aufbau und Entstehungskontext der Moralitätsbriefe. Es beleuchtet die Rolle der Briefform als zeitgenössische Form der Literaturkritik und analysiert die Form und den Inhalt der Briefe im Kontext der Werther-Debatte.
- Zwischen Kritik und Lob – Der Zwiespalt in Lenz' Ausführungen: Dieses Kapitel analysiert ausgewählte Briefe, in denen Lenz seine Kritik und Verteidigung von Goethes „Leiden des jungen Werthers“ zum Ausdruck bringt. Es untersucht die Gründe für Lenz' Kritik und die möglichen Beweggründe für seine Abwertung des Werthers.
Schlüsselwörter
Die „Briefe über die Moralität der Leiden des jungen Werthers“ von Jakob Michael Reinhold Lenz sind ein bedeutendes Zeugnis der Werther-Debatte. Die Arbeit beschäftigt sich mit den Schlüsselbegriffen der Literaturkritik, der Moralität, der Selbstmordthematik, der Beziehung zwischen Lenz und Goethe sowie der Rolle der Briefform als literarisches Genre.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in Lenz’ „Briefen über die Moralität der Leiden des jungen Werthers“?
Jakob Michael Reinhold Lenz setzt sich in diesen Briefen mit Goethes Roman „Werther“ auseinander und schwankt dabei zwischen Lob, Verteidigung und versteckter Kritik.
Was war die „Werther-Debatte“?
Eine zeitgenössische Diskussion über die Moralität des Romans, insbesondere im Hinblick auf die Darstellung von Selbstmord und die Wirkung auf junge Leser.
Wie war das Verhältnis zwischen Lenz und Goethe?
Das Verhältnis war von Konkurrenz geprägt. Lenz nutzte die literarische Auseinandersetzung teils auch, um in der Öffentlichkeit Aufmerksamkeit zu erlangen.
Warum wurden Lenz’ Werther-Briefe damals nicht veröffentlicht?
Die Seminararbeit untersucht die Hintergründe der Nichtveröffentlichung und die Ambivalenzen in Lenz' Ausführungen.
Welchen Einfluss hatte Christoph Friedrich Nicolai auf das Werk?
Nicolais Parodie auf den Werther war ein Mitauslöser für die Debatte, auf die Lenz in seinen Moralitätsbriefen reagierte.
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- Anne Mrotzek (Author), 2009, Briefe über die Moralität der Leiden des jungen Werthers, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148493