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Silence is sexy

Stille als positive Gestalt

Title: Silence is sexy

Seminar Paper , 2007 , 17 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Frank Lachmann (Author)

Musicology - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

Es ist unmöglich, nicht zu kommunizieren, lautet sinngemäß Paul Watzlawicks sogenanntes "metakommunikatives Axiom". Übertragen auf Sound Studies bzw. "Akustische Kommunikation", wäre also auf tonaler (akustischer) Ebene die entsprechende Form der Nicht-Kommunikation – die Stille – eben auch eine Form der Kommunikation, nur offenbar eine bisher selten untersuchte. In der vorliegenden Arbeit soll nun auf drei unterschiedliche Arten versucht werden, jeweils eine neue bzw. originellere Herangehensweise an dieses Phänomen, an diese besondere Form der akustischen Kommunikation, zu wagen. Die Arbeit ist inhaltlich eher als Sammlung von Texten und Textarten konzipiert, soll in ihrer Gesamtheit also weder rein wissenschaftlich noch ausschließlich essayistisch funktionieren, sondern vielmehr einen Eindruck, ein Gefühl, eine Empfindung vermitteln darüber, was ihr Anliegen ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Betrachtungen

a. Stille Akustik (~ klassisch)

b. Stille Bedeutungen (~ relativ & absolut)

c. Stille Beispiele (~ alltäglich)

3. Essays

a. Pause (Musikalische Stille)

b. Luzides Hören (Stille hören)

c. Schweigen (Stille erzeugen)

4. Ideen

a. Individualität bei der Nichtwahrnehmung von Ton

b. Stille gestaltet / Stille gestalten

c. Kontrast und Potential / Stimmung und Dramatik

5. Plädoyer

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen der Stille als eine bisher selten betrachtete Form der Kommunikation. Ziel ist es, neue Herangehensweisen an Stille aufzuzeigen, sie aus ihrem negativen Definitionskontext zu lösen und sie als eine positive, gestaltbare akustische und kommunikative Größe zu etablieren.

  • Akustische und physikalische Definitionen von Stille
  • Stille in Musik, Wahrnehmung und zwischenmenschlicher Kommunikation
  • Die emanzipatorische Bedeutung von Stille als Potential
  • Die Wechselwirkung zwischen Klang und Stille

Auszug aus dem Buch

a. Pause (Musikalische Stille)

Eine Pause klingt nicht. Eine Pause findet dann statt, wenn keine Musik gespielt wird, wenn die Bögen der Streichinstrumente ruhen und die Blasinstrumente ungeblasen abwarten. Eine Pause entsteht „by accident“ oder intentional, sie entsteht in amüsant-doppelter Hinsicht aus dem Nichts heraus, nämlich wenn sonst Nichts passiert – also klingt sie nicht.

Wie ist das, wenn etwas nicht klingt, was doch Teil der Musik ist? Was in der zeitlichen Abfolge der Töne auftaucht, was da offensichtlich hingehört, an einer Stelle wo nicht hingehört werden muß, oder soll, weil da eben nichts ist, außer der Pause? Saugt solch eine Pause alles auf, was davor und danach an Tönen im Raum stand und steht, ist die Pause also die Negativierung der Musik? Oder würde genau das der Pause zuviel Bedeutung zurechnen? Ist das, was nicht ist, also nicht ganz so sehr nicht, sondern nur nicht ein bißchen?

Eine Pause kann nur sein, wenn sie sich auf etwas bezieht. Stille wird zur Pause durch die musikalische Umgebung: die Semantik der Pause verlangt geradezu einen Kontext, der pausieren kann, und nicht einfach nur das Vorhandensein von Stille. Pause ist ungleich Stille, Pause ist mehr als Stille, Pause bedeutet anders, Pause hat mindestens einen Grund oder einen Anlaß. Pause ist ein Resultat, oder wenigstens ein Ergebnis – nämlich von Klang. Kein hinreichendes, aber ein notwendiges Ergebnis: wo Licht ist, ist Schatten; wo Klang ist, ist Ver-klingen, ist Pause.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Hinführung zum Thema unter Bezugnahme auf das metakommunikative Axiom und Vorstellung der drei strukturellen Teile der Arbeit.

2. Betrachtungen: Erörterung der klassischen physikalischen Definitionen von Stille sowie deren Bedeutungsebenen und alltagsbezogene Anwendungsbeispiele.

3. Essays: Auseinandersetzung mit Stille in den spezifischen Kontexten von Musik (Pause), Wahrnehmung (Luzides Hören) und sozialer Interaktion (Schweigen).

4. Ideen: Untersuchung der Individualität der Stille-Wahrnehmung und Plädoyer für einen bewussten Umgang mit Stille als Gestaltungselement.

5. Plädoyer: Zusammenfassendes Manifest, das die Gleichwertigkeit von Stille und Klang sowie die Notwendigkeit einer neuen Hörerfahrung postuliert.

Schlüsselwörter

Stille, Klang, Akustische Kommunikation, Sound Studies, Pause, Schweigen, Wahrnehmung, John Cage, Potential, Geräusch, Kontext, Emanzipation, Hör-Erfahrung, Musik, Stille-Phänomene

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Stille nicht als bloße Abwesenheit von Geräusch, sondern als eine positive, gestaltbare Form der akustischen Kommunikation und Wahrnehmung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen physikalische Akustik, Musikwissenschaft, Psychologie der Wahrnehmung sowie den gesellschaftlichen und künstlerischen Diskurs über Stille.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist eine Neubewertung der Stille: Sie soll aus ihrer Rolle als „negatives“ Gegenstück zum Geräusch befreit und als ein aktives Potential für neue Hörerfahrungen begriffen werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit kombiniert eine essayistische Auseinandersetzung mit theoretischen Ansätzen, philosophischen Diskursen und musiktheoretischen Fallbeispielen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Betrachtungen zu physikalischen Grundlagen, Essays zur Pause und zum Schweigen sowie innovative Ansätze zur bewussten Gestaltung und Wahrnehmung von Stille.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Stille, Kommunikation, Klang, Potential, John Cage, Wahrnehmung und Kontext sind die zentralen Begriffe.

Warum bezieht sich die Arbeit auf John Cage?

John Cage dient als prominentes Beispiel für einen Künstler, der Stille in seiner kompositorischen Arbeit radikal aufwertete und die Grenze zwischen Geräusch und Nicht-Geräusch aktiv auflöste.

Welche Rolle spielt der „schalltote Raum“ für die Argumentation?

Er dient als Nachweis, dass vollkommene Stille unerreichbar ist, da im menschlichen Körper stets biologische Geräusche wie Herzschlag oder Blutkreislauf vorhanden bleiben.

Was bedeutet der Titel „Silence is sexy“ im Kontext der Arbeit?

Der Titel unterstreicht die These, dass Stille als ein ästhetisch wertvolles, spannungsreiches und positiv besetztes Phänomen verstanden werden kann.

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Details

Title
Silence is sexy
Subtitle
Stille als positive Gestalt
College
University of the Arts Berlin
Grade
2,3
Author
Frank Lachmann (Author)
Publication Year
2007
Pages
17
Catalog Number
V148096
ISBN (eBook)
9783640588428
ISBN (Book)
9783640588312
Language
German
Tags
Sound Studies Stille Funktionale Klänge Pause
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Frank Lachmann (Author), 2007, Silence is sexy, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148096
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