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Berliner Salons und Londoner Kaffeehäuser im Vergleich (1780-1830)

Title: Berliner Salons und Londoner Kaffeehäuser im Vergleich (1780-1830)

Examination Thesis , 2008 , 88 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Katrina Neuschulz (Author)

History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization
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Summary Excerpt Details

„Geselligkeit ist über die gesamte europäische Kulturgeschichte hinweg ein menschliches Grundbedürfnis gewesen.“ [...]

Berlin um 1800 war bestimmt von kulturellen und politischen Umbrüchen. Das Aufkommen einer Nationalliteratur und die napoleonische Besatzung prägten die Entwicklungen der Stadt nachhaltig. Diese unruhige Zeit ebnete den Weg für die Salons der Henriette Herz und Rahel Levin Varnhagen.
Die Londoner Kaffeehäuser kristallisierten sich bereits 100 Jahre zuvor ebenfalls im Zuge von politischen Umbrüchen, z.B. denen der Glorreichen Revolution 1688, heraus. Beide Erscheinungen werden in dieser Arbeit gegenübergestellt. Dazu wird die Technik des historischen Vergleichs herangezogen, wobei zuerst die Berliner Salons und im Anschluss daran die Londoner Kaffeehäuser genauer betrachtet werden. Die Berliner Salons werden dabei deutlich ausführlicher untersucht, da sich aus dieser Thematik vergleichsweise mehr Problemfelder ergeben werden, welche eine intensivere Auseinandersetzung erfordern.
Der dem Thema zugrundegelegte Zeitraum von 1780 bis 1830 bezieht sich in erster Linie auf die Berliner Salonkultur. Die Blütezeit der Londoner Kaffeehäuser ist ungefähr in der Zeit zwischen 1680 und 1729 anzusiedeln. Trotz der zeitlichen Diskrepanz soll hier der Versuch unternommen werden, die beiden kulturellen Phänomene miteinander zu vergleichen.[...]
In Kapitel VI werden dann die Erkenntnisse der Untersuchungen zu den Berliner Salons und den Londoner Kaffeehäusern in dem Versuch einer Synthese zusammengeführt.
Im Zentrum der Untersuchung der Salon- und Kaffeehauskultur stehen Fragen bezüglich der Bedingungsfaktoren der Entstehung der Institutionen, des aufkommenden literarischen und kulturellen Interesses des Besucher hinsichtlich eines gemeinsamen Austausches sowie der sozialen Zusammensetzung des Publikums. Die Herausarbeitung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden steht dabei im Mittelpunkt des Interesses.[...]
Weiterhin sollen beide Einrichtungen hinsichtlich ihrer Position zwischen Privatheit und Öffentlichkeit untersucht werden. So empfingen die Salonnièren ihre Besucher in ihren privaten Häusern, die Kaffeehausbesucher hingegen verließen diese zwecks des geselligen Austausches. [...]
Über alldem schwebt zusätzlich die Frage danach, inwiefern die beiden Thematiken überhaupt vergleichbar sind. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Quellenlage und Forschungsstand

1. Die Berliner Salons

2. Die Londoner Kaffeehäuser

III. Der historische Vergleich

IV. Die Berliner Salons

1. Das preußische Berlin zwischen 1780 und 1830

2. Geselligkeit – Eine theoretische Betrachtung

3. Vorläufer der Berliner Salons

3.1. Die französischen Salons

3.2. Gesellige Zusammenkünfte in Berlin als Vorformen

3.3. Die Auswirkungen der Berliner Aufklärung

4. Gesellschaftliche Außenseiter

4.1. Die Situation der jüdischen Bevölkerung in Berlin

4.2. Die Rechte und Pflichten der Frauen

4.3. Außenseiter in doppelter Hinsicht – Jüdinnen in Berlin

5. Die Berliner Salons

5.1. Eine begriffliche Annäherung

5.2. Definition und Merkmale

5.3. Das Salonpublikum

5.3.1. Die soziale Zusammensetzung

5.3.2. Die Interessen der Salonbesucher

5.3.3. Die habitués und ihre Funktion

5.4. Die Bildungsfunktion als zentrales Element

5.5. Die gesellschaftliche Akzeptanz der Jüdischen Salonnièren

5.6. Die Salons der Henriette Herz und Rahel Levin Varnhagen

5.6.1. Der Doppelsalon Herz und der Tugendbund

5.6.2. Die Salons von Rahel Levin Varnhagen

5.6.2.1. Rahel Levins Salon bis 1806

5.6.2.2. Zwischen den Salons

5.6.2.3. Der Salon der Rahel Varnhagen

V. Die Londoner Kaffeehäuser

1. London zu Beginn des 18. Jahrhunderts

2. Die Londoner Kaffeehäuser

2.1. Die Entwicklung der Kaffeehauskultur

2.2. Definition und Merkmale

2.3. Frauen im Kaffeehaus

2.4. Literarische Kaffeehäuser

2.4.1. Dryden und sein Zirkel in Will’s Coffeehouse

2.4.2. Addison und Steele im Button’s

2.5. Einfluss und Bedeutung der Kaffeehäuser

2.5.1. Die moralischen Wochenschriften

2.5.2. Bildungsfunktion

2.5.3. Fortschrittliche Konversation

3. Die Herausbildung einer literarischen Öffentlichkeit

4. Exkurs: Der Bluestocking Circle

VI. Der Versuch einer Synthese

VII. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht vergleichend die kulturellen Phänomene der Berliner Salons (1780–1830) und der Londoner Kaffeehäuser (ca. 1680–1729) und erforscht deren Entstehungsbedingungen, soziale Strukturen sowie ihre Rolle in der Entwicklung von Geselligkeit und Öffentlichkeit.

  • Historischer Vergleich beider Institutionen als Zentren der Geselligkeit.
  • Analyse der Rolle der Frau und der Salonnière im Berliner Kontext.
  • Untersuchung der Bedeutung von Aufklärung und literarischem Austausch.
  • Erforschung der jüdischen Emanzipation und der Position von Außenseitern in der Berliner Gesellschaft.
  • Bedeutung der moralischen Wochenschriften für die Londoner Kaffeehauskultur.

Auszug aus dem Buch

I. Einleitung

„Geselligkeit ist über die gesamte europäische Kulturgeschichte hinweg ein menschliches Grundbedürfnis gewesen.“ Erste Formen der Geselligkeit, in welchen neben Männern auch Frauen eine zentrale Rolle einnahmen, sind bereits im antiken Griechenland zu verzeichnen: Aspasia, eine Ionierin aus Milet, kam um 450 v. Chr. nach Athen. Als Frau des Perikles nahm sie an gelehrten Diskursen der Philosophie, der Dichtung und Kunst in seinem Haus teil. Daneben etablierte sie schon bald ihren eigenen Geselligkeitskreis, welcher sich den Themen der Kunst, Politik und Mode widmete. Ihre geistige Bildung brachte Aspasia innerhalb der attischen Gesellschaft hohes Ansehen und Einfluss ein.

Elemente dieser antiken Geselligkeiten finden sich in den zu untersuchenden Berliner Salons und den Londoner Kaffeehäusern wieder. Doch zunächst wird eine kleine Zeitreise in die Gegenwart unternommen, denn sowohl das Phänomen der geselligen Berliner Salons um 1800 als auch die aufblühende Londoner Kaffeehauskultur um 1700 haben Spuren hinterlassen, welche sich bis in die heutige Zeit verfolgen lassen. Um diese Spuren der Vergangenheit zu stoßen, genügt ein Blick in das Medium Internet. Schnell stellt man fest, dass sich noch heute kulturelle Einrichtungen der Stadt Berlin mit den Attributen der einstigen Institutionen schmücken. So verweist die Internetpräsenz des Grünen Salon in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin explizit auf die Salons zwischen Aufklärung und Romantik, welche „als Dreh- und Angelpunkt eines jeden Zusammentreffens“ galten.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der Berliner Salons und Londoner Kaffeehäuser ein, verankert diese kulturgeschichtlich und definiert das Ziel, Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider Phänomene durch einen historischen Vergleich zu erarbeiten.

II. Quellenlage und Forschungsstand: Das Kapitel bietet einen kritischen Überblick über die für die Untersuchung verfügbaren Quellen wie Briefe und Memoiren sowie über die einschlägige wissenschaftliche Literatur zur Berliner und Londoner Geschichte.

III. Der historische Vergleich: Hier werden theoretische Grundlagen des historischen Vergleichs nach Hartmut Kaelble dargelegt, um das methodische Vorgehen für die Untersuchung der Berliner und Londoner Einrichtungen zu rechtfertigen.

IV. Die Berliner Salons: Dieser umfangreiche Teil beleuchtet die preußische Ausgangslage, die theoretischen Aspekte von Geselligkeit, die Rolle der Frau, die schwierige Position jüdischer Salonnièren sowie die spezifische Bedeutung von Henriette Herz und Rahel Levin Varnhagen.

V. Die Londoner Kaffeehäuser: Es folgt eine Untersuchung Londons zu Beginn des 18. Jahrhunderts, der Entwicklung der Kaffeehauskultur, der Rolle der Frauen, literarischer Kaffeehäuser sowie der Bedeutung für die öffentliche Meinung und moralische Wochenschriften.

VI. Der Versuch einer Synthese: Die zentralen Erkenntnisse beider Analysen werden zusammengeführt, wobei Gemeinsamkeiten und Unterschiede hinsichtlich der Funktionen, des Publikums und der sozialen Rahmenbedingungen herausgearbeitet werden.

VII. Schlussbetrachtung: Abschließend wird das Ergebnis zusammengefasst und das menschliche Grundbedürfnis nach Geselligkeit als zeitloses und europäisches Phänomen bekräftigt.

Schlüsselwörter

Berliner Salons, Londoner Kaffeehäuser, Geselligkeit, Salonnière, Rahel Levin Varnhagen, Henriette Herz, Aufklärung, Öffentlichkeit, Jüdische Emanzipation, historischer Vergleich, literarischer Diskurs, Briefkultur, Tugendbund, Bluestocking Circle, moralische Wochenschriften.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Hausarbeit grundlegend?

Die Arbeit vergleicht zwei historisch bedeutsame kulturelle Institutionen der Geselligkeit: die Berliner Salons um 1800 und die Londoner Kaffeehäuser um 1700.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Themen umfassen die Entstehungsgeschichte, die soziale Zusammensetzung des Publikums, den Einfluss auf die literarische Öffentlichkeit sowie die Rolle der Geschlechter und ethnischer bzw. religiöser Minderheiten.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Das Ziel ist es, durch einen historischen Vergleich Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Funktion dieser Orte für den geistigen und sozialen Austausch zu identifizieren und zu typisieren.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin verwendet die Methode des historischen Vergleichs, gestützt auf die theoretischen Ansätze von Historikern wie Hartmut Kaelble.

Welche Schwerpunkte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Berliner Salonkultur (insbesondere jüdische Salonnièren wie Rahel Levin Varnhagen) und die Londoner Kaffeehauskultur (inkl. deren Bedeutung für Journalismus und Politik).

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Geselligkeit, Salonnière, Öffentlichkeit, Emanzipation und Interkulturalität sind die zentralen Konzepte, die die Arbeit durchziehen.

Wie unterscheidet sich die Rolle der Frau in beiden Institutionen?

Während Frauen in Berliner Salons als einflussreiche Salonnièren im Zentrum standen, waren sie in den Londoner Kaffeehäusern meist in untergeordneten Rollen (Bedienung) zu finden oder vom Diskurs weitgehend ausgeschlossen.

Welche Bedeutung kommt der "Dachstube" im Kontext von Rahel Levin Varnhagen zu?

Die Arbeit untersucht den "Dachstuben-Mythos" kritisch und stellt fest, dass es sich eher um ein Symbol für geistigen Rückzug und Bildung handelt als um eine rein räumliche Beschreibung ihres Salons.

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Details

Title
Berliner Salons und Londoner Kaffeehäuser im Vergleich (1780-1830)
College
Humboldt-University of Berlin
Grade
1,3
Author
Katrina Neuschulz (Author)
Publication Year
2008
Pages
88
Catalog Number
V148065
ISBN (eBook)
9783640589234
ISBN (Book)
9783640589005
Language
German
Tags
Salon Salonkultur Rahel Levin Berlin London Kaffeehaus Kaffeehäuser Kaffeehauskultur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katrina Neuschulz (Author), 2008, Berliner Salons und Londoner Kaffeehäuser im Vergleich (1780-1830), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148065
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