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Politik im Rundfunkwesen der Weimarer Republik

Title: Politik im Rundfunkwesen der Weimarer Republik

Seminar Paper , 2009 , 15 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Katharina Hoffmann (Author)

History of Germany - World War I, Weimar Republic
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Als im Oktober 1923 der Hörfunk in Deutschland erstmals sein Programm startete, war dies auch gleichzeitig der Beginn des ersten elektronischen Massenmediums. Anfang der Zwanziger Jahre war die Informationsübertragung auf das Zeitungswesen beschränkt; eine Technik, die Ton und Bild übertragen könnte, schien zwar möglich, jedoch in ferner Zukunft. Das Fernsehen sollte erst zehn Jahre später vereinzelte (Test-)Sendungen durchführen.
Trotz der Euphorie dieser technischen Sensation war unter deutschen Publizisten der Rundfunk zweitrangig, sie waren auf den schriftlichen Ausdruck konzentriert, hatten kaum Interesse an einem Engagement in der neuen Branche. Während die Zeitungen einen hohen Andrang an Publizisten hatten, stand man dem Rundfunk, was die langfristige journalistische Bedeutung angeht, skeptisch gegenüber. Teilweise war die Wirkung des gesprochenen Wortes unterschätzt, weil nicht bekannt, andererseits herrschte größte Euphorie in Anbetracht der neuen Möglichkeiten. Als ab 1923 Tagesmeldungen ausgestrahlt wurden, so geschah dies, indem aus Zeitungen vorgelesen wurde. Die Rundfunksender verfügten lange nicht über eigene Redakteure oder eine Nachrichtenagentur. Der Westdeutsche Rundfunk musste dieses Verfahren fast zwei Jahre lang beibehalten.
In der politisch instabilen Republik, die sich eigentlich eine Zensurfreiheit zum Ziel gesetzt hatte und dies in ihrer Verfassung verankert hatte, musste bald eine Richtlinie herausgegeben werden, die ihren eigenen Zweck ad absurdum führte. Um die Parität der Parteien und somit die demokratischen Grundsätze zu garantieren, wurde eine Regelung zur Überparteilichkeit des Mediums beschlossen, deren Umsetzung jedoch von links- und rechtsradikalen Flügeln insofern eingefordert wurde, dass auch eine pro republikanische Ausrichtung nicht gestattet sein sollte.
Im Folgenden möchte ich die Rundfunkkultur in der Politik der Weimarer Republik beziehungsweise die Politik in der Radiokultur darstellen und werde dafür die Regelungen zum Hörfunk und deren praktische Funktionsweise erläutern und einen Vergleich mit der ländlichen Radiokultur anstellen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1. Ein neues Medium und die Erwartungen, die an es gestellt wurden

2.2. Gesetzliche Bestimmungen im Rundfunk

2.2.1. Hans Bredow (1879-1959)

2.3. Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben

2.4. Beispiel: Der Westdeutsche Rundfunk

2.5. Vergleich: Radiokultur auf dem Land

3. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die wechselseitige Beziehung zwischen der politischen Kultur der Weimarer Republik und der Entwicklung des Rundfunks als neuem Massenmedium. Dabei wird untersucht, wie staatliche Regelungen, der Wunsch nach Überparteilichkeit und die praktische Programmgestaltung den Rundfunk sowohl als Integrationsmittel als auch als politisches Instrument prägten.

  • Die Rolle des Rundfunks im Spannungsfeld zwischen Information, Bildung und Unterhaltung.
  • Gesetzliche Rahmenbedingungen und der Einfluss politischer Parteien auf den Rundfunk.
  • Die Vision von Hans Bredow und die praktische Umsetzung der Programmüberwachung.
  • Regionale Besonderheiten am Beispiel des Westdeutschen Rundfunks.
  • Die spezifische Ausgestaltung und politische Funktion des Landfunks.

Auszug aus dem Buch

2.1. Ein neues Medium und die Erwartungen, die an es gestellt wurden

Als das neue technische Wunder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, kamen viele Stimmen auf, die Erwartungen an das neue Medium stellten. Die Tatsache, dass es nun ein Gerät gab, das das ganze Volk erreichbar machte, versah es auch mit Aufgaben, die es nicht erfüllen konnte, zum Beispiel die Überwindung sozialer Konflikte als ein Integrationsmedium. In der Weimarer Republik, einer Zeit der gesellschaftlich-politischen Polarisierung sollte das Radio den Hörer auf humanitäre Werte lenken und Konflikte entschärfen. Verantwortungsvoller Umgang wurde sehr ernst genommen, denn diese neue Möglichkeit der Verbindung wurde gar als Grundlage des vernünftigen Lebens untereinander gesehen.

Nach den Vorstellungen einiger Schriftsteller würde der Rundfunk eine politische Sprengkraft entfalten, Bertold Brecht forderte sogar, das Radio als wechselseitigen Kommunikationsapparat zu nutzen. Er stellte sich vor, dass die Hörer ihr Programm teilweise selbst bestimmen sollten und somit der Rundfunk die öffentliche Meinung präsentiere. Tatsächlich wurden Hörerwünsche jahrelang kaum beachtet, gegen diese Unmündigkeit wandte sich Brecht.

Radio sollte zunächst nicht als Nachrichtenmedium, sondern zur bildenden Unterhaltung genutzt werden, dadurch sollten Konflikte der einflussreichen Zeitungskonzerne vermieden werden. Durch eben diesen Bildungsanspruch sollte auch noch ein weiterer Zweck verfolgt werden: die Abschwächung der Gegensätze zwischen Stadt und Land., Homogenität sollte erreicht werden. Rundfunk sollte gleichsam Spiegelbild und Produzent einer nationalen Einheit unter kulturpolitischen Vorzeichen werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Situation des aufkommenden Hörfunks in den 1920er Jahren ein und skizziert die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dessen politischer Bedeutung.

2. Hauptteil: Der Hauptteil untersucht die technischen und sozialen Erwartungen an das Radio, die gesetzlichen Regulierungsversuche sowie die spezifischen Bedingungen im Rundfunkwesen und den Landfunk.

2.1. Ein neues Medium und die Erwartungen, die an es gestellt wurden: Dieses Kapitel behandelt die anfängliche Euphorie und die teils utopischen Erwartungen an das Radio als Integrationsmedium und bildendes Werkzeug.

2.2. Gesetzliche Bestimmungen im Rundfunk: Hier werden die staatliche Kontrolle, das Gebührenmodell und das Bestreben nach Überparteilichkeit durch institutionelle Regelungen analysiert.

2.2.1. Hans Bredow (1879-1959): Das Kapitel porträtiert Hans Bredow als eine der zentralen Figuren, die das Konzept des Rundfunks maßgeblich geprägt haben.

2.3. Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben: Es wird erörtert, wie die Praxis der Programmüberwachung zu Konflikten mit Künstlern und politischen Akteuren führte.

2.4. Beispiel: Der Westdeutsche Rundfunk: Anhand des Westdeutschen Rundfunks wird die besondere Situation in besetzten Gebieten und der politische Einfluss auf regionale Sender dargestellt.

2.5. Vergleich: Radiokultur auf dem Land: Der Vergleich beleuchtet, wie der Landfunk zur Modernisierung und zur Verbreitung agrarromantischer sowie politischer Ideologien genutzt wurde.

3. Schluss: Das Schlusskapitel resümiert die Ambivalenz des Rundfunks in der Weimarer Republik, der trotz seines demokratischen Potenzials oft als Instrument zur Destabilisierung und politischen Einflussnahme genutzt wurde.

Schlüsselwörter

Weimarer Republik, Rundfunk, Hörfunk, Hans Bredow, Überparteilichkeit, Massenmedium, Landfunk, politische Kultur, Zensur, Rundfunkpolitik, Demokratie, Propaganda, Programmüberwachung, Zwischenkriegszeit, Massenkommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung und der politischen Rolle des Rundfunks während der Weimarer Republik.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die Rolle als Massenmedium, die politische Einflussnahme sowie die Besonderheiten des städtischen und ländlichen Rundfunkwesens.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Es wird untersucht, wie sich die politische Kultur der Zeit im Rundfunk widerspiegelte und inwieweit das Medium zur Integration oder Polarisierung der Gesellschaft beitrug.

Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?

Die Autorin nutzt eine historische Literaturanalyse, um die politischen und organisatorischen Strukturen des frühen deutschen Rundfunks aufzuarbeiten.

Welche Aspekte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der gesetzlichen Regelungen, die Rolle von Schlüsselpersonen wie Hans Bredow und spezifische Fallbeispiele wie den Westdeutschen Rundfunk und den Landfunk.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Weimarer Republik, Rundfunkpolitik, Massenmedium, Überparteilichkeit und politische Kultur charakterisiert.

Welche Bedeutung hatte die Überparteilichkeit in der Praxis?

Die angestrebte Überparteilichkeit führte oft zu einem starren Regelwerk und zu Konflikten mit kreativen Künstlern wie Bertold Brecht, da die Sender eine behördliche Einmischung fürchteten.

Wie unterscheidet sich der Landfunk vom städtischen Rundfunk?

Der Landfunk war stärker auf die agrarwirtschaftliche Zielgruppe ausgerichtet, vermittelte agrarromantische Werte und wurde teilweise zur Modernisierung der Landwirtschaft sowie für spezifische ministerielle Öffentlichkeitsarbeit genutzt.

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Details

Title
Politik im Rundfunkwesen der Weimarer Republik
College
University of Constance
Course
Die Goldenen Zwanziger. Der schöne Schein der Weimarer Republik
Grade
1,7
Author
Katharina Hoffmann (Author)
Publication Year
2009
Pages
15
Catalog Number
V147697
ISBN (eBook)
9783640585366
ISBN (Book)
9783640585496
Language
German
Tags
WDR Westdeutscher Rundfunk Rundfunk Weimarer Republik Radio Politik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Hoffmann (Author), 2009, Politik im Rundfunkwesen der Weimarer Republik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147697
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