Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Bedeutung deutscher Entwicklungszusammenarbeit am Beispiel der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit und in Bezug auf Lateinamerika. Es wird zunächst auf Grundlegendes zur Entwicklungszusammenarbeit eingegangen, wie beispielsweise auf die Entstehung der Entwicklungszusammenarbeit, die Geschichte deutscher Entwicklungszusammenarbeit, die Ziele und Maßnahmen sowie die Wirkung und Kritik an der Entwicklungszusammenarbeit, die Akteure der deutschen Entwicklungszusammenarbeit und die Partnerländer der Bundesrepublik Deutschland. Anschließend werden die Herausforderungen und Entwicklungstendenzen deutscher Entwicklungspolitik in Lateinamerika erläutert, wobei die Situation in Lateinamerika und allgemeine Informationen zur deutschen Entwicklungspolitik in Lateinamerika dargelegt werden. Im vierten Kapitel wird die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit GmbH insbesondere in Bezug auf ihre Ziele in Lateinamerika vorgestellt. Anschließend folgt die Erfolgskontrolle deutscher Entwicklungszusammenarbeit. Im sechsten Kapitel wird das Problem der nachhaltigen Entwicklung behandelt, bevor im siebten Kapitel die Wirkung deutscher
Entwicklungszusammenarbeit anhand von zwei ausgewählten GTZ-Projektbeispielen in Lateinamerika aufgezeigt wird. Die Begriffe ‚Entwicklungszusammenarbeit’ und ‚Entwicklungspolitik’ werden in dieser Arbeit synonym verwendet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlegendes zur Entwicklungszusammenarbeit
2.1. Entstehung und Geschichte der Entwicklungszusammenarbeit
2.1.1. Entstehung der Entwicklungszusammenarbeit
2.1.2. Geschichte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit
2.2. Ziele und Maßnahmen
2.2.1. Millenniumserklärung und internationale Gemeinschaftsziele
2.2.2. Schwerpunkte deutscher Entwicklungszusammenarbeit
2.3. Wirkung und Kritik
2.4. Akteure der deutschen Entwicklungszusammenarbeit
2.4.1. Bilaterale Entwicklungszusammenarbeit
2.4.2. Europäische Entwicklungszusammenarbeit
2.4.3. Multilaterale Entwicklungszusammenarbeit
2.5. Die Partnerländer Deutschlands
3. Herausforderungen und Entwicklungstendenzen deutscher Entwicklungspolitik in Lateinamerika
3.1. Situation und Probleme in Lateinamerika
3.2. Deutsche Entwicklungspolitik in Lateinamerika – allgemeine Informationen
4. Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit GmbH
4.1. Vorstellung des Unternehmens
4.2. Technische Zusammenarbeit
4.3. Die Ziele der GTZ in Lateinamerika
5. Die Erfolgskontrolle der deutschen Entwicklungszusammenarbeit
5.1. Praxis
5.2. Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und Ausschuss für Entwicklungshilfe (DAC)
5.2.1. Kurzer Überblick über die OECD und den DAC
5.2.2. Die OECD/DAC-Kriterien für Evaluierungen
5.3. Probleme
5.4. Vorschläge für Verbesserungen und Veränderungen
5.5. Erfolgskontrolle der GTZ
6. Nachhaltige Entwicklung
6.1. Allgemeine Informationen zur nachhaltigen Entwicklung
6.2. Nachhaltige Entwicklung deutscher Entwicklungszusammenarbeit
7. Die Wirkung deutscher Entwicklungszusammenarbeit in Lateinamerika gezeigt anhand von GTZ-Projektbeispielen
7.1. Förderung von Klein- und Mittelunternehmen in ausgewählten Regionen
7.2. Nachhaltiges Ressourcenmanagement und Förderung unternehmerischer Kompetenzen
8. Schluss
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Bedeutung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit am Beispiel der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) mit einem spezifischen Fokus auf die Region Lateinamerika, um deren Wirksamkeit und Herausforderungen kritisch zu beleuchten.
- Grundlagen und Geschichte der internationalen sowie deutschen Entwicklungszusammenarbeit
- Die Rolle der GTZ und ihre strategische Ausrichtung in Lateinamerika
- Methoden und Problematiken der Erfolgskontrolle in der Entwicklungspolitik
- Analyse der Nachhaltigkeit als zentrales Ziel deutscher Entwicklungszusammenarbeit
- Fallbeispiele: Wirksamkeitsanalyse zweier GTZ-Projekte in Peru und Nicaragua
Auszug aus dem Buch
Entstehung der Entwicklungszusammenarbeit
Im Zuge der Dekolonisation der ‚Dritten Welt‘ nach dem Zweiten Weltkrieg und der plötzlich auf sich allein gestellten neuen Staaten kam bei den großen Mächten, in erster Linie den USA, England und der damaligen Sowjetunion, die Frage auf, wie ihnen beim Aufbau ihrer Volkswirtschaften zu helfen sei.
Harry S. Truman, der 33. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, griff dieses Thema bei seiner Antrittsrede zu seiner zweiten Amtszeit auf. Diese Rede vom 20. Januar 1949 wird als Gründungsdokument der Entwicklungspolitik angesehen. Truman prägte in seiner Rede den Begriff der ‚Unterentwicklung‘ und er sprach vom Elend, dem sich ein Großteil der Erdbevölkerung gegenüber sah, und von der Möglichkeit, diesen Menschen in Not zu helfen:
[…] we must embark on a bold new program for making the benefits of our scientific advances and industrial progress available for the improvement and growth of underdeveloped areas. More than half the people of the world are living in conditions approaching misery. Their food is inadequate. They are victims of disease. Their economic life is primitive and stagnant. Their poverty is a handicap and a threat both to them and to more prosperous areas. For the first time in history, humanity possesses the knowledge and the skill to relieve the suffering of these people.
Erst seit diesen Worten spricht man in diesem Zusammenhang von ‚Entwicklung‘. Diese Rede und die Entstehung der Entwicklungshilfe fielen jedoch in die Zeit des Kalten Krieges. Das hatte zur Folge, dass Entwicklungshilfe nicht nur rein humanitäre Hilfe für arme Länder, sondern vielmehr Teil des „globalen Systemkonflikts“ war. Die Supermächte und ihre Blöcke versuchten vor allem, „einen politischen, wirtschaftlichen oder militärisch-geostrategischen Vorteil gegenüber der anderen Seite zu erringen“, indem sie sich die Gunst der Empfängerländer mit finanziellen und materiellen Zuwendungen sicherten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die globale Problematik von Hunger und Armut sowie die Schwierigkeit, die Wirksamkeit von Entwicklungshilfeprojekten zu evaluieren.
2. Grundlegendes zur Entwicklungszusammenarbeit: Dieses Kapitel erläutert die historische Entwicklung und die zentralen Akteure, Ziele und institutionellen Rahmenbedingungen der deutschen Entwicklungspolitik.
3. Herausforderungen und Entwicklungstendenzen deutscher Entwicklungspolitik in Lateinamerika: Es wird die wirtschaftliche und soziale Lage in Lateinamerika sowie die spezifische Ausrichtung der deutschen Unterstützung in dieser Region dargestellt.
4. Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit GmbH: Das Kapitel stellt die Struktur, Aufgaben und Arbeitsweise der GTZ als wesentlichen Durchführungsträger der deutschen technischen Zusammenarbeit vor.
5. Die Erfolgskontrolle der deutschen Entwicklungszusammenarbeit: Hier werden die Instrumente, Standards (OECD/DAC) und bestehenden Probleme bei der Evaluation von Entwicklungsvorhaben analysiert.
6. Nachhaltige Entwicklung: Das Kapitel diskutiert das Konzept der Nachhaltigkeit als entscheidendes Kriterium für den langfristigen Erfolg entwicklungspolitischer Maßnahmen.
7. Die Wirkung deutscher Entwicklungszusammenarbeit in Lateinamerika gezeigt anhand von GTZ-Projektbeispielen: Anhand zweier konkreter Projekte in Peru und Nicaragua wird die praktische Wirksamkeit und Umsetzung deutscher Entwicklungsarbeit aufgezeigt.
8. Schluss: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Evaluation sowie der Anpassung an globale Herausforderungen.
Schlüsselwörter
Entwicklungszusammenarbeit, GTZ, Lateinamerika, Erfolgskontrolle, Nachhaltigkeit, Armutsbekämpfung, technische Zusammenarbeit, OECD, DAC-Kriterien, Projektbeispiele, Millenniumserklärung, Good Governance, Strukturwandel, Ressourcenmanagement, Evaluierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Bedeutung und die praktische Umsetzung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, wobei der Fokus auf der Arbeit der GTZ in Lateinamerika liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die Geschichte der Entwicklungshilfe, die Institutionenstruktur, die methodischen Ansätze zur Erfolgskontrolle sowie die Herausforderungen der nachhaltigen Entwicklung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Wirksamkeit deutscher Entwicklungspolitik und technischer Zusammenarbeit kritisch anhand von theoretischen Konzepten und praktischen Projektbeispielen zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Evaluierungsberichten zu spezifischen GTZ-Projekten nach den Kriterien des OECD-Ausschusses für Entwicklungshilfe (DAC).
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Grundlagen, die Erläuterung der Rolle der GTZ, eine detaillierte Auseinandersetzung mit Erfolgskontrollmechanismen und die Analyse zweier Fallstudien aus Peru und Nicaragua.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Entwicklungszusammenarbeit, Erfolgskontrolle, Nachhaltigkeit, Good Governance und GTZ charakterisiert.
Warum spielt die GTZ eine zentrale Rolle in der Untersuchung?
Die GTZ dient als repräsentatives Beispiel für ein deutsches Unternehmen, das Projekte aktiv vor Ort durchführt, anstatt nur finanzielle Mittel bereitzustellen.
Welche speziellen Herausforderungen werden für Lateinamerika identifiziert?
Als größte Probleme werden soziale Ungleichheit, Kriminalität, politische Instabilität, Korruption sowie Umweltzerstörung und Raubbau an natürlichen Ressourcen hervorgehoben.
Wie werden die Projekte in Peru und Nicaragua bewertet?
Die Projekte werden anhand der OECD/DAC-Kriterien (Relevanz, Effektivität, Effizienz, Impact, Nachhaltigkeit) bewertet, wobei insgesamt eine zufriedenstellende bis gute Wirksamkeit bei gleichzeitigem Verbesserungspotenzial in der Planung und Laufzeit festgestellt wird.
Was ist das Fazit der Arbeit zur Wirksamkeit der Hilfe?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Wirksamkeit aufgrund der hohen Komplexität schwer zu messen ist, aber eine kontinuierliche kritische Evaluation und Anpassung der Strategien für den Erfolg unerlässlich sind.
- Quote paper
- Michael Kofler (Author), 2009, Die Bedeutung deutscher Entwicklungszusammenarbeit am Beispiel der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit und in Bezug auf Lateinamerika, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147647