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Der Gesellschaftsvertrag von Jean-Jaques Rousseau - Eine Betrachtung zum Freiheitsbegriff

Titel: Der Gesellschaftsvertrag von Jean-Jaques Rousseau - Eine Betrachtung zum Freiheitsbegriff

Seminararbeit , 2008 , 33 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Mathias Hetmank (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des 17. und 18. Jahrhunderts
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Zusammenfassung Leseprobe Details

[...] Die Kämpfe um die Freiheit sind für den Großteil der Europäer – und natürlich nicht nur für diese – wesentlich historische. Nichtsdestotrotz bleibt es ein wesentlicher Begriff der Kultur, der sich wohl erst in seiner Entwicklungsgeschichte
in vollem Maße fassen lässt. Die Forderung der Freiheit begleitet das politische Denken durch seine gesamte Geschichte. Doch die Frage der Umsetzung und Organisation eines Gemeinwesens, das diese Forderung erfüllt, ist stets ein Anreiz und Beginn der Gedanken vieler Denker.

[...] J.-J. Rousseau stellt einen herausragenden Denker dar, da er, mit seiner radikalen Forderung nach der Freiheit des Einzelnen und der Beteiligung Aller an der politischen Macht, weit über seine Zeit hinausgeht. Überdies fordert er den Menschen zur Selbstverantwortung auf und entwickelt ein Staatsmodell, das diesem Anspruch versucht gerecht zu werden. Dies allein rechtfertigt bereits eine nähere Auseinandersetzung mit seinen Gedanken, nicht zuletzt daher, dass sie oft schlicht als utopisch abgetan werden.

Der Autor des Gesellschaftsvertrages bildet auf Grund dieses Anspruchs den Kern dieser Arbeit. Darüber hinaus ist die Stellung J.-J. Rousseau unter den Klassikern des politischen Denkens unbezweifelbar, was die Entscheidung für diesen Autor zusätzlich begründet. Die Organisation der Beteilung der Bevölkerung an ihrer Regierung bzw. der politischen Macht ist, ebenso wie die Forderung nach der Rechtmäßigkeit von Herrschaft, ein stets aktuelles Thema. Alle diese Aspekte treffen letztlich in der Auseinandersetzung mit dem Begriff der Freiheit zusammen. J.-J. Rousseaus erste Bedingung ist die Freiheit, und seine Überlegungen zielen auf die Schaffung von Verhältnissen, die diese, rechtmäßig und von Allen legitimiert, erhalten. Dennoch ergeben sich ungeahnte Gefahren, deren Auflösung bisweilen zu Ergebnissen führen kann, die dem Ziel der Freiheit diametral entgegenstehen.

Gelingt es der Arbeit anhand dieses Beispiels zu zeigen, dass trotz hehrer Ziele und einem für sich genommenen vernünftigen Anspruch, die Gefahr groß ist, die zu erreichenden Ziele gänzlich aus dem Blick zu verlieren, so hat sie ihre Aufgabe erfüllt. Denn dies, dass wird zu zeigen sein, geschieht in der Staatskonzeption J.-J. Rousseaus; trotz − oder gerade wegen − des radikalen Eintretens für die Freiheit.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Eine Vorüberlegung zum Freiheitsbegriff

3 Jean-Jacques Rousseau

3.1 Jean-Jacques in der Tradition der Vertragstheorie

3.2 Der Gesellschaftsvertrag

3.2.1 Die Struktur des Gesellschaftsvertrages

3.2.2 Das Verhältnis der Regierung und des Souveräns

3.3 Die Freiheit im Gesellschaftsvertrag

3.3.1 Der Souverän als Garant der Freiheit

3.3.2 Die Grenzen der Freiheit

3.4 Die Staatsreligion

4 Rousseau und Kant

5 Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der Freiheit im politischen Denken von Jean-Jacques Rousseau, insbesondere im Hinblick auf die Struktur und die Umsetzung des Gesellschaftsvertrags. Dabei wird analysiert, inwiefern die rousseauische Konzeption staatlicher Organisation die individuelle Freiheit des Einzelnen tatsächlich gewährleisten oder aber durch institutionelle Zwänge gefährden kann.

  • Analyse des rousseauischen Freiheitsbegriffs im Kontext der Vertragstheorie.
  • Untersuchung der Struktur des Gesellschaftsvertrags und der Funktion des Souveräns.
  • Erörterung des Spannungsfeldes zwischen Gemeinwillen und individueller Autonomie.
  • Vergleichende Betrachtung von Rousseaus Staatsidee mit Ansätzen von Hobbes und Locke.
  • Kritische Reflexion der Übertragbarkeit rousseauischer Gedanken auf die Philosophie von Immanuel Kant.

Auszug aus dem Buch

Die Struktur des Gesellschaftsvertrages

Wie bereits erwähnt, gehören zu den klassischen Vertragstheorien drei Strukturelemente. Die sich selbst überlassen Menschen im (1.) ,Naturzustand’ erreichen einen Zustand, der sie – welche Gründe es auch sein mögen – nötigt, sich zusammenzuschließen, um gemeinsam eine politische oder bürgerliche Gemeinschaft zu begründen, mit deren Hilfe es möglich ist, wieder ein geordnetes Leben zu führen. Der (2.) ,Vertragsabschluss’ stellt den Gründungsakt dieser politischen oder bürgerlichen Gemeinschaft dar. Auf Grundlage dieses Vertrages wird (3.) ein Staat gebildet, der das gewünschte geordnete Leben herstellen und erhalten soll.

J.-J. Rousseau behält diese Struktur bei. Er verzichtet jedoch auf eine Beschreibung des Naturzustandes und verwirft somit etwaige Übernahmen in seinen Aufbau des Staates, sowie dessen Gründung. J.-J. Rousseau ist vielmehr an den Bedingungen einer rechtmäßigen Herrschaft gelegen, als an einer Rekonstruktion des Naturzustandes und den damit vermeintlich verbunden Ableitungen für den Staat. Er formuliert es wie folgt:

„Der Mensch ist frei geboren, und überall ist er in Ketten. Mancher hält sich für den Herren anderer und sieht nicht, daß er mehr Sklave ist als diese. Wie ist diese Umänderung eingetreten? Das weiß ich nicht. Was kann sie aber rechtmäßig machen? Diese Frage glaube ich beantworten können.“

Der Gesellschaftsvertrag beinhaltet die Erläuterung des Gründungsaktes des Staates, sowie dessen Aufbau und Funktion. Der Titel des Buches ist genau besehen unzutreffend, da J.-J. Rousseau ebenfalls den Gründungsakt derselben Namen gibt: der ‚Gesellschaftsvertrag’.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit motiviert das Interesse am Freiheitsbegriff und führt in die Absicht ein, Rousseaus Staatskonzeption sowie deren Auswirkungen auf die individuelle Freiheit kritisch zu untersuchen.

2 Eine Vorüberlegung zum Freiheitsbegriff: Dieses Kapitel liefert eine propädeutische Grundlage zur Differenzierung zwischen negativer und positiver Freiheit sowie spezieller und genereller Freiheit basierend auf theoretischen Vorarbeiten.

3 Jean-Jacques Rousseau: Es wird die Stellung Rousseaus in der Tradition der Vertragstheorie beleuchtet und der Kern seines Gesellschaftsvertrags als Übergang vom Naturzustand zur staatlichen Organisation analysiert.

4 Rousseau und Kant: Dieses Kapitel prüft, inwieweit rousseauische Gedanken in Kants Philosophie integriert werden können, insbesondere durch die Anwendung des kategorischen Imperativs zur Erklärung des Gemeinwillens.

5 Schlussbemerkung: Die Arbeit resümiert, dass Rousseaus Gesellschaftsvertrag zwar wichtige Anreize für die politische Reflexion bietet, jedoch in der praktischen Umsetzung der individuellen Freiheit problematische institutionelle Zwänge aufwirft.

Schlüsselwörter

Jean-Jacques Rousseau, Gesellschaftsvertrag, Freiheit, Naturzustand, Souverän, Gemeinwille, Vertragstheorie, Politische Philosophie, Staatsorganisation, Individuum, Rechtmäßigkeit, Staat, Autonomie, Immanuel Kant, Freiheitsbegriff.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das politische Konzept des Gesellschaftsvertrags bei Jean-Jacques Rousseau und bewertet, wie dieses Modell den Begriff der Freiheit des Einzelnen innerhalb eines Staates definiert und gefährdet.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen sind die Entwicklung des Freiheitsbegriffs, die Struktur von Verträgen in der politischen Philosophie, das Verhältnis zwischen Souverän und Individuum sowie die kritische Auseinandersetzung mit staatlicher Herrschaft.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu untersuchen, ob Rousseaus Staatsmodell die individuelle Freiheit wahren kann oder ob sie hinter institutionellen Vorgaben und dem Gemeinwillen zurücksteht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es erfolgt eine textanalytische Untersuchung von Rousseaus Werk "Der Gesellschaftsvertrag", ergänzt durch vergleichende Einordnung in die Tradition der Vertragstheorie (Hobbes, Locke) und einen Ausblick auf die Philosophie Kants.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Struktur des Gesellschaftsvertrags, das Verhältnis von Regierung zu Souverän, die Bedeutung des Gemeinwillens sowie die Grenzen der Freiheit unter staatlicher Herrschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte umfassen Rousseau, Gesellschaftsvertrag, Freiheit, Souverän, Gemeinwille, Staatsorganisation und Politische Philosophie.

Warum spielt der Naturzustand bei Rousseau eine andere Rolle als bei Hobbes oder Locke?

Im Gegensatz zu Hobbes oder Locke, die den Naturzustand detailliert rekonstruieren, verzichtet Rousseau auf eine umfassende Beschreibung und konzentriert sich primär auf die Bedingungen rechtmäßiger Herrschaft.

Was versteht man unter dem rousseauischen Souverän?

Der Souverän stellt bei Rousseau das Kollektiv der Bürger dar, welches durch die Äußerung des Gemeinwillens die höchste politische Gewalt ausübt, jedoch unteilbar und unveräußerlich bleibt.

Ende der Leseprobe aus 33 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Gesellschaftsvertrag von Jean-Jaques Rousseau - Eine Betrachtung zum Freiheitsbegriff
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg  (Philosophie)
Veranstaltung
Rousseau: Kritik der Kultur und Gesellschaft
Note
1,0
Autor
Mathias Hetmank (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
33
Katalognummer
V147643
ISBN (eBook)
9783640582563
ISBN (Buch)
9783640582228
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rousseau Freiheit Gesellschaftsvertrag politische Theorie Vertragstheorie politische Philosophie Staat
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Mathias Hetmank (Autor:in), 2008, Der Gesellschaftsvertrag von Jean-Jaques Rousseau - Eine Betrachtung zum Freiheitsbegriff, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147643
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Leseprobe aus  33  Seiten
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