Die Armutsquote für Kinder unter 18 Jahren lag 2017 bei 20,4% - in manchen Regionen von Ostdeutschland bedeutet diese Zahl, dass fast jedes vierte Kind arm ist. Durch die Vorstellung, dass Armut ja zunächst „nur“ mit Hunger und Not in Verbindung zu bringen ist, ist vielen Menschen nicht bewusst, wie facettenreich das Phänomen Armut sein kann. Armut in Deutschland ist ein weniger offen sichtbares Problem, sondern vielmehr ein verdeckt vorhandenes Phänomen. Menschen können aus verschiedenen Gründen arm werden und kämpfen gegen Stigmatisierung sowie dem Umstand, dass Armut die Lebenserwartung deutlich verringert, an. Aufgrund dessen, dass Armut sich negativ auf die Gesundheit von Betroffenen auswirkt, soll in dieser Hausarbeit die Leitfrage, inwieweit sich diese auf die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen auswirkt, thematisiert werden. Nachdem sich Forschungen zur gesundheitlichen Ungleichheit lange Zeit nur auf die Erwachsenen konzentriert haben, wurden in den letzten Jahren vor allem Kinder und Jugendliche, welche als Hauptleidtragende gelten, ins Zentrum der Forschung gestellt.
Dazu wird zunächst näher auf den Begriff „Armut“ eingegangen und im weiteren Verlauf die Armut in der Gesellschaft thematisiert. Hierbei folgt eine kurze Einführung in das Verständnis von Georg Simmel und die Perspektive auf die Gesellschaft und Sozialstruktur. Zudem wird aufgezeigt, wie die Gesellschaft mit Armut und Betroffenen umgeht. Im vierten Kapitel werden die Ursachen von Armut beleuchtet, woraufhin eine Überleitung zu dem Schwerpunkt dieser Arbeit folgt. Der Schwerpunkt umfasst den Zusammenhang zwischen Armut und Gesundheit. Hierfür wird das Konzept der sozialen Ungleichheit kurz erläutert. Im darauffolgenden Unterkapitel 5.2 wird konkret Bezug genommen auf die verschiedenen gesundheitlichen Folgen durch Armut. Bevor das letzte Kapitel zu der Gesundheitsförderung erfolgt, wird aufgrund der Folgen von Armut auch noch das Gesundheitsverhalten beleuchtet. Um die Arbeit abzuschließen, werden alle Ergebnisse bündig mit Integration einer Schlussfolgerung zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffsbestimmungen
2.1 Absolute Armut
2.2 Relative Armut
2.3 Gefühlte Armut
2.4 Kinderarmut
3 Armut in der Gesellschaft
4 Ursachen
5 Armut und Gesundheit
5.1 Soziale Ungleichheit
5.2 Auswirkungen
5.2.1 Krankheitsanfälligkeiten und Entwicklungsstörungen
5.2.2 Psychische Auffälligkeiten und ADHS
5.2.3 Übergewicht und Adipositas
5.3 Gesundheitsverhalten
6 Gesundheitsförderung
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den komplexen Zusammenhang zwischen Armut und Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland, um aufzuzeigen, wie sozioökonomische Benachteiligungen die gesundheitliche Entwicklung dieser Bevölkerungsgruppe negativ beeinflussen.
- Begriffsbestimmung von absoluter, relativer und gefühlter Armut sowie Kinderarmut
- Analyse der gesellschaftlichen Strukturen und der Ursachen von Armut
- Systematisierung der Zusammenhänge von sozialer Ungleichheit und Gesundheit
- Detaillierte Untersuchung gesundheitlicher Folgen (physisch und psychisch)
- Diskussion von Gesundheitsförderung und Präventionsansätzen
Auszug aus dem Buch
5.2 Auswirkungen
Die Folgen von Armut erstrecken sich auf alle Lebensbereiche und beeinflussen die Qualität und Dauer des Lebens (vgl. Fischer, 2018). Besonders die Teilhabe am gesellschaftlichen und kulturellen Leben leidet, wodurch oftmals gar keine Möglichkeit besteht Freunde nach Hause einzuladen, in den Urlaub zu fahren oder ein Café oder Restaurant zu besuchen (vgl. AWO, 2017). Bei der beispielhaften Betrachtung des Handlungsspielraums eines Hartz-IV-Empfängers, wird schnell deutlich, was dies für die gelebte Wirklichkeit der armen Menschen in der heutigen Gesellschaft bedeutet. Betroffene werden täglich mit Herausforderungen konfrontiert: Neben dem ständigen Kalkulieren jedes Euros sowie dem Verzicht vieler für die, in unserer Wohlstandsgesellschafts selbstverständlichen erscheinenden, Güter, müssen sich Menschen aus der Armut mit Scham und Stigmatisierungen auseinandersetzen (vgl. Butterwegge, 2020a). Sie werden nicht als vollwertiges und geschätztes Mitglied der Gesellschaft angesehen, sondern als gescheiterte und faule Menschen dargestellt, die weder Leistungsbereitschaft noch die -fähigkeit dazu besitzen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Ausmaß der Kinderarmut ein und formuliert die Leitfrage nach den gesundheitlichen Auswirkungen von Armut auf Kinder und Jugendliche.
2 Begriffsbestimmungen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie absolute, relative und gefühlte Armut sowie den spezifischen Begriff der Kinderarmut.
3 Armut in der Gesellschaft: Hier wird Armut aus gesellschaftlicher und sozialstruktureller Perspektive beleuchtet, unter Einbeziehung soziologischer Ansätze wie denen von Georg Simmel.
4 Ursachen: Dieses Kapitel analysiert verschiedene Faktoren, die das Armutsrisiko erhöhen, wie Arbeitslosigkeit, Qualifikationsniveau und Migrationshintergrund.
5 Armut und Gesundheit: Dies ist der Schwerpunktteil, der den Zusammenhang zwischen sozialer Ungleichheit, verschiedenen physischen sowie psychischen Krankheitsfolgen und dem individuellen Gesundheitsverhalten behandelt.
6 Gesundheitsförderung: In diesem Kapitel werden Ansätze und Maßnahmen zur Prävention und Gesundheitsförderung diskutiert, um armutsbedingte Folgeschäden zu mindern.
7 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf die Notwendigkeit unterstützender Maßnahmen für betroffene Kinder und Familien.
Schlüsselwörter
Armut, Kinderarmut, soziale Ungleichheit, Gesundheit, Gesundheitsförderung, Prävention, Lebensbedingungen, Stigmatisierung, sozioökonomischer Status, Teilhabe, ADHS, Adipositas, Bildungsabschluss, Armutsrisiko, psychosoziale Entwicklung
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Hauptziel dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht, wie sich Armutsbedingungen negativ auf die physische und psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen auswirken.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Armut, die gesellschaftlichen Ursachen, den direkten Zusammenhang mit Gesundheit sowie Ansätze der Gesundheitsförderung.
Was ist die zentrale Forschungsfrage?
Die Leitfrage lautet, inwieweit sich Armut auf die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen auswirkt.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse aktueller Studien, Berichte und soziologischer Fachliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit analysiert?
Der Hauptteil analysiert die soziale Ungleichheit als Konzept sowie konkrete gesundheitliche Folgen wie Entwicklungsstörungen, psychische Auffälligkeiten, Adipositas und das Gesundheitsverhalten.
Durch welche Schlüsselwörter wird die Arbeit charakterisiert?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Armut, soziale Ungleichheit, Kinderarmut, Gesundheitsförderung und sozioökonomischer Status.
Wie beeinflusst Armut die Wohn- und Lebenssituation von Kindern?
Armut führt oft zu einer Konzentration in segregierten Stadtvierteln mit schlechter Infrastruktur, was Faktoren wie Lärm, Feuchtigkeit oder Schimmel miteinschließt und sich unmittelbar negativ auf die Gesundheit auswirkt.
Warum ist Gesundheitsförderung in diesem Kontext so wichtig?
Da Armut die Lebenserwartung senkt und diverse Krankheitsrisiken birgt, sind gezielte Präventionsmaßnahmen notwendig, um Kinder in ihren Bewältigungsstrategien zu unterstützen und den Teufelskreis der Armut zu durchbrechen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2021, Inwieweit wirkt sich Armut auf die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen aus? , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1471916