Ausgangspunkt meiner Arbeit waren allgemeine Überlegungen zur Optimierung von Lernprozessen. Diese Überlegungen führten mich sukzessive zu den Wissenschaftsbereichen: Systemtheorie, Kommunikation und Konstruktivismus. Diesen drei Bereichen entspringt nun auch mein Leitgedanke, dass eine Lernlandschaft, insbesondere innerhalb der Erwachsenenbildung (EB), ohne die Anerkennung von autopoietischen Systemstrukturen nicht mehr vorstellbar ist. Diese Aussage muss zwingend auch auf die kommunikative Ebene didaktischer Prozesse erweitert werden, hier im Besonderen auf den Bereich der Beziehungskommunikation. Damit verbunden ist die Frage nach den geeigneten Methoden und Gedanken zur Gestaltung von Beobachterrollen in Lernsystemen.
Lernprozesse basieren immer auf Kommunikation/Pertubation. Kommunikation ist strukturiert in einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt. Die Ebene der Beziehungen bestimmt dabei den Inhaltsaspekt und ist in diesem Sinne eine Metakommunikation (Vgl. Watzlawick u.a. 2000, S 56). Diese Beziehungsebene oder Metakommunikation formt maßgeblich den Lernprozess und ist damit das wesentliche didaktische Element für die gesamte Lernlandschaft. Eine Optimierung von Lernprozessen ist nach meiner Vorstellung nicht ohne diesen Bereich der Kommunikation und nur in mehreren Stufen möglich. Eine erste Stufe, und diese ist auch Thema meiner Arbeit, beschäftigt sich mit der Optimierung von Kommunikationsprozessen in Lernsystemen.Um diese Optimierung zu erreichen schlage ich einen gezielten Einsatz der systemischen Methode der Skulpturen innerhalb der EB vor.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Begriffe und erkenntnistheoretische Einordnung
- 2.1. Systeme (N. Luhmann)
- 2.2. Kommunikation (P. Watzlawick)
- 2.3. Systemischer Konstruktivismus (K. Reich)
- 3. Kooperative Lernsysteme
- 3.1. Anforderungen an einen kooperativen Lernprozess
- 3.2. Kommunikation in Lernsystemen
- 3.2.1. Reflexion/Metakommunikation (P. Watzlawick)
- 3.2.2. Beziehungsaspekt im kollektiven Lernprozess (K. Reich)
- 3.3. Lernprozesse
- 3.3.1. Emotionales Lernen, Passung zweiter Ordnung (R. Arnold)
- 3.3.2. Konstruktion, Rekonstruktion, Dekonstruktion (K. Reich)
- 3.3.3. Subjektive Theorien geringer Reichweite und träges Wissen (D. Wahl)
- 3.4. Lernblockaden
- 3.4.1. Kommunikationswiderstände
- 3.4.2. Störungen der Beziehungsebene
- 4. Systemische Methode der Skulpturen (K. Reich)
- 4.1. Darstellung
- 4.2. Quellen
- 4.3. Begründung für den Einsatz in der Erwachsenenbildung
- 5. Vergleich der Methode mit den Anforderungen an einen kooperativen Lernprozess
- 5.1. Tabelle mit Indikatoren
- 5.1.1. Auswertung der Tabelle
- 5.2. Vergleich Themen-Zentriertes-Interaktions - Modell (TZI) und systemische Skulptur
- 5.2.1. Gemeinsame Grundlagen
- 5.2.2. Grafische Darstellungen I, II
- 5.2.3. Gegenüberstellung der Modelle
- 6. «Lernfamilien» verändern die Lernlandschaft
- 6.1. Auswertungen der drei Gegenüberstellungen
- 6.2. Optimierung der Kommunikation in Lernsystemen
- 6.3. Optimierung der Beobachterposition in Lernsystemen (Grafik III)
- 6.4. Monitoring von Lernsystemen (Diagramm)
- 6.5. Methodenkombinationen und Variationen
- 6.6. Abgeleitete Anforderungen an den Trainer
- 7. Paradigmawechsel in der Lernforschung
- 7.1. Optimierung der personellen Zusammensetzung eines Lernsystems (Grafik IV)
- 7.2. Ausblick
- 8. Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Optimierung von Lernprozessen in der Erwachsenenbildung. Dabei werden die Wissenschaftsbereiche Systemtheorie, Kommunikation und Konstruktivismus als Grundlage für die Analyse und Gestaltung von Lernlandschaften herangezogen. Insbesondere wird der Einfluss von Beziehungskommunikation auf den Lernprozess und die Notwendigkeit geeigneter Methoden zur Gestaltung von Beobachterrollen in Lernsystemen untersucht.
- Bedeutung von Systemtheorie und Konstruktivismus für die Erwachsenenbildung
- Analyse von Kommunikationsprozessen in Lernsystemen
- Einsatz der systemischen Methode der Skulpturen zur Optimierung von Lernsystemen
- Vergleich der Methode der Skulpturen mit Anforderungen an kooperative Lernprozesse
- Entwicklung des Konzepts der «Lernfamilie» und dessen Einfluss auf die Lernlandschaft
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1 führt in die Thematik der Arbeit ein und stellt die Forschungsfrage nach der Optimierung von Lernprozessen in der Erwachsenenbildung. Kapitel 2 beleuchtet die relevanten theoretischen Konzepte aus der Systemtheorie, Kommunikationstheorie und dem Konstruktivismus. Kapitel 3 beschäftigt sich mit den Anforderungen an einen kooperativen Lernprozess und analysiert die Kommunikation in Lernsystemen. Kapitel 4 stellt die systemische Methode der Skulpturen vor und begründet ihren Einsatz in der Erwachsenenbildung. Kapitel 5 vergleicht die Methode der Skulpturen mit den Anforderungen an einen kooperativen Lernprozess und dem Themen-Zentriertes-Interaktions-Modell (TZI). Kapitel 6 entwickelt das Konzept der «Lernfamilie» und untersucht dessen Einfluss auf die Lernlandschaft. Kapitel 7 beleuchtet den Paradigmawechsel in der Lernforschung und stellt die Optimierung der personellen Zusammensetzung eines Lernsystems in den Vordergrund. Kapitel 8 enthält das Literaturverzeichnis.
Schlüsselwörter
Systemtheorie, Kommunikation, Konstruktivismus, Erwachsenenbildung, Lernprozess, Beziehungskommunikation, Beobachterrolle, systemische Methode der Skulpturen, «Lernfamilie», Lernlandschaft, Paradigmawechsel.
Häufig gestellte Fragen
Was ist die systemische Methode der Skulpturen?
Es handelt sich um eine Methode, bei der Beziehungen und Strukturen innerhalb eines Systems (z. B. einer Lerngruppe) räumlich durch Personen oder Symbole dargestellt werden, um Kommunikation und Dynamiken sichtbar zu machen.
Warum wird diese Methode in der Erwachsenenbildung eingesetzt?
Sie dient der Optimierung von Lernprozessen, indem sie die Beziehungsebene (Metakommunikation) thematisiert, Lernblockaden erkennt und die Reflexion über das eigene Handeln fördert.
Welche Rolle spielt der Konstruktivismus in diesem Kontext?
Der Konstruktivismus geht davon aus, dass Wissen individuell konstruiert wird. Die Skulpturmethode hilft dabei, subjektive Theorien und "träges Wissen" durch Visualisierung und Interaktion zu bearbeiten.
Was versteht man unter einer "Lernfamilie"?
Das Konzept der Lernfamilie beschreibt eine Lernumgebung, in der die Teilnehmer wie in einem System eng interagieren und durch Methoden wie die Skulpturarbeit ihre Rollen und Beziehungen klären.
Wie verbessert die Skulpturarbeit die Kommunikation?
Durch die räumliche Darstellung werden nonverbale Aspekte und Beziehungsstörungen deutlich, die rein verbal oft schwer zu fassen sind. Dies ermöglicht eine gezielte Metakommunikation.
Welche Anforderungen stellt die Methode an den Trainer?
Der Trainer muss über systemische Kompetenz verfügen, die Beobachterrolle professionell gestalten können und in der Lage sein, emotionale Lernprozesse sensibel zu begleiten.
- Citation du texte
- Joerg Sydow (Auteur), 2009, Einsatzmöglichkeiten der systemischen Methode der Skulpturen in der Erwachsenenbildung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146806