Vielen Menschen in unserer Gesellschaft ist nicht bewusst, wie viele Menschen im Wachkoma liegen. Noch weniger bekannt ist den Menschen, wie viele Wachkomapatienten davon zu Hause gepflegt werden.
..."Ungefähr 6.000 Menschen liegen in Deutschland z.B. nach einem Unfall oder einer Wiederbelebung bei einem Herzinfarkt im Wachkoma. 4.500 davon werden zu Hause von Angehörigen über lange Jahre versorgt. Die Zahlen lassen sich nur schätzen, genaue Untersuchungen zu diesem Krankheitsbild und auch zur Pflege
dieser Menschen liegen nicht vor." (Studie der Universität Witten/Herdecke 1999)[1]
Um Menschen im Wachkoma versorgen zu können, entsteht ein erheblicher logistischer, rechtlicher und finanzieller Aufwand, der gut organisiert und strukturiert sein muss, damit keine Versorgungsabbrüche entstehen. Bereits vor Entlassung
aus dem Krankenhaus oder einer Rehabilitationseinrichtung müssen die richtigen Weichen gestellt sein. Nicht selten kommt es bereits an dieser Stelle zu Versorgungsabbrüchen durch mangelnde Absprachen, nicht geklärter Finanzierung, fehlende Informationen und nicht eingehaltene Termine der Netzwerkpartner.
Die vorliegende Arbeit hat das Ziel, zu klären, ob durch Case Management eine ganzheitliche, kontinuierliche Versorgung eines Wachkomapatienten, ab dem Entlassungstag ohne Versorgungseinbrüche gewährleistet werden kann.
Im theoretischen Teil wird zunächst auf die Grundlagen des Case Management Regelkreises eingegangen. Anschließend erfolgt die Beschreibung des Soll-Zustandes anhand eines Praxisbeispieles. Danach erfolgt die Erstellung eines Evaluationsbogens. Abschließend folgt dann das Fazit.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Praxisbeispiel "Wachkoma"
3 Theoretische Grundlagen
3.1 Kernfunktionen des Case Managers
3.1.1 Intake, Auswahl des Klienten nach Versorgungsbedarf (Identifikation)
3.1.2 Assessment, Erhebung des Versorgungsbedarfes
3.1.3 Interdisziplinäre Entwicklung des Versorgungsplanes
3.1.4 Implementierung des Versorgungsplanes
3.1.5 Monitoring des Versorgungsplanes
3.1.6 Evaluation des Versorgungsplanes
3.1.7 Abschlussevaluation, Versorgungsziel erreicht
4 Beschreibung des Soll-Zustandes
4.1 Intake, Auswahl des Patienten nach Versorgungsbedarf
4.2 Assessment, Erhebung des Versorgungsbedarfes
4.3 Interdisziplinäre Erstellung des Versorgungsplanes
4.4 Implementierung des Versorgungsplanes
4.5 Monitoring des Versorgungsplanes
4.6 Evaluation des Versorgungsplanes
4.7 Erstellen eines Evaluationsbogens
4.8 Abschlussevaluation
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, ob durch Case Management eine ganzheitliche und kontinuierliche Versorgung von Wachkomapatienten ab dem Entlassungstag aus einer Rehabilitationsklinik in die häusliche Umgebung ohne Versorgungseinbrüche ermöglicht werden kann.
- Grundlagen des Case Management Regelkreises
- Anwendung des Case Management Modells am Fallbeispiel eines Wachkomapatienten
- Strukturierung der Überleitung und Sicherstellung der ambulanten Versorgung
- Etablierung eines Monitoring- und Evaluationsprozesses
Auszug aus dem Buch
3.1.3 Interdisziplinäre Entwicklung des Versorgungsplanes
Nach einem umfassenden Assessment erfolgt nun auf Basis der erhobenen Daten in enger Kooperation mit dem Klienten und seinem sozialen Umfeld die Entwicklung und schriftliche Dokumentation des Versorgungsplanes. Für die Erstellung des Versorgungsplanes müssen zunächst einmal Versorgungsziele formuliert werden. Hierfür ist es hilfreich sich mit der Bedeutung von Zielen auseinander zu setzen.
Von Reibnitz beschreibt in Ihrer Präsentation Ziele wie folgt:
..."Ein Ziel ist ein gedanklich vorweggenommener Soll-Zustand, der in der Zukunft liegt, der real sein soll, dessen Erreichen erwünschenswert ist, der bewusst gewählt wird und der nur durch Handlung erreicht werden kann." (von Reibnitz 2008, S. 6)[10]
Bei der Erstellung müssen Ressourcen und Defizite aus dem Assessment Berücksichtigung finden. Individuelle klientenbezogene Versorgungsziele werden vom CM definiert und mit dem Klienten abgestimmt. Bei der Zielformulierung ist darauf zu achten, dass Ziele nach der SMART-Methode formuliert werden. SMART eignet sich dazu, die Zielformulierung zu prüfen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Darstellung der Problematik der Versorgung von Wachkomapatienten und Zielsetzung der Arbeit zur Vermeidung von Versorgungsabbrüchen.
2 Praxisbeispiel "Wachkoma": Vorstellung des Fallbeispiels Sven S. und der geplanten Überleitung aus der Rehaklinik in das häusliche Umfeld.
3 Theoretische Grundlagen: Erläuterung der Kernfunktionen des Case Managers und des methodischen Regelkreises.
4 Beschreibung des Soll-Zustandes: Konkrete Anwendung des Case Management Phasenmodells auf das Praxisbeispiel unter Einbeziehung des RAI-HC Assessments.
5 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Wirksamkeit von Case Management für den Überleitungsprozess und Empfehlungen für die Praxis.
Schlüsselwörter
Case Management, Wachkoma, Überleitungsmanagement, Versorgungsplan, Assessment, RAI-HC, Monitoring, Evaluation, Gesundheitsversorgung, Pflegequalität, SMART-Methode, interdisziplinäre Kooperation, häusliche Pflege, Netzwerkmanagement, Fallmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der kontinuierlichen und ganzheitlichen Überleitung eines Patienten im Wachkoma von der Rehabilitationsklinik in die häusliche Versorgung mithilfe von Case Management.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind das Case Management Phasenmodell, die Erstellung von Versorgungsplänen, die Bedeutung von Assessmentinstrumenten wie RAI-HC sowie das Monitoring und die Evaluation der Versorgungsqualität.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist zu belegen, dass Case Management durch Koordination und zielgenaue Planung Versorgungsabbrüche bei der Entlassung komplexer Fälle vermeiden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird das Phasenmodell des Case Management Regelkreises auf ein spezifisches Praxisbeispiel (Sven S.) angewandt und eine Soll-Zustands-Beschreibung erarbeitet.
Was wird im Hauptteil detailliert beschrieben?
Der Hauptteil beschreibt den Prozess von der Auswahl des Klienten über das Assessment und die interdisziplinäre Erstellung des Versorgungsplanes bis hin zur Implementierung, dem Monitoring und der Evaluation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Case Management, Versorgungsbruchvermeidung, interdisziplinäre Versorgung, Wachkoma und Qualitätsmanagement in der Pflege geprägt.
Welche Bedeutung hat das RAI-HC Assessment im vorliegenden Fall?
Das RAI-HC dient als standardisiertes Instrument zur Erhebung des individuellen Versorgungsbedarfs, wobei die Autorin für den speziellen Fall Wachkoma eine eigene Ergänzung zum Instrument entwickelt hat.
Warum wird die SMART-Methode in der Arbeit hervorgehoben?
Die SMART-Methode dient der Überprüfung der Anwendbarkeit und Messbarkeit der gesetzten Versorgungsziele, um die Qualität der Versorgung sicherzustellen.
- Quote paper
- Birgit zum Felde (Author), 2009, Überleitung eines Wachkomapatienten aus der Rehaklinik in die häusliche Umgebung durch Case Management, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146765