Im Wintersemester 2008/09 wurde im Seminar „Menschenrechte und Kritik“ unter der Leitung von PD Dr. Regina Kreide ein weiter Bogen in der Ideengeschichte zu den Menschenrechten gespannt.
In der vorliegenden Studienarbeit werden die beiden Theoretiker Karl Marx und Gayatri Chakravorty Spivak in ihren Ansichten zu dem Thema Menschenrechte gegenübergestellt. Basierend auf zwei aussagekräftigen Texten soll ein Vergleich der beiden Autoren stattfinden.
Karl Marx schrieb 1843 in seinem Schriftstück „Zur Judenfrage“ über Themen wie Recht, Freiheit und Gleichheit, aber auch Religion. Gayatri Chakravorty Spivak analysiert in ihrem Aufsatz „Righting Wrongs- Unrecht richten“ im Jahr 2008 die bestehenden Umstände der Menschenrechte aus postkolonialer Sicht.
An den Anfang dieser Studienarbeit habe ich einen Überblick der Genese der Menschenrechte gestellt.
Es ist mir wichtig darauf hinzuweisen, dass Menschenrechte für jedes Individuum gelten, egal welches Geschlecht, welche Herkunft oder Religion es hat.
Dem Kapitel zu Gayatri Chakravorty Spivaks Kritik an den Menschenrechten habe ich eine Einführung in das Thema Postkolonialismus vorangestellt. Dieser vielseitige Forschungsaspekt verdient eine eigene Betrachtung und nutzt dem Verständnis der Autorin. Die Werke von Ania Loomba und Robert J.C. Young wurden von mir rezipiert und ich stellte daraus einen kurzen Überblick zusammen. Darauf folgen die Vorstellung der Autorin und ein kurzer Einblick in ihre Arbeitsthesen. Ein Interview von Ina Kerner bringt dem Leser die Forscherin Gayatri Chakravorty Spivak nah.
Schließlich habe ich den Aufsatz „Righting Wrongs- Unrecht richten“ analysiert und Gayatri Chakravorty Spivak Kernthesen herausgearbeitet. Das Kapitel werde ich mit einem Fazit zu deren Theorie schließen.
Während meiner Bearbeitung der beiden Theoretiker habe ich folgende Frage formuliert:
Wie kam es dazu, dass Menschenrechte als „Herrschaftsinstrument der ökonomisch Mächtigen“; bzw. wie kommt es dazu, dass Menschenrechte als „koloniales Machtmittel“ genutzt werden können?
Die Funktion der Menschenrechte als naturgegebener Schutz ist im Jahr 2009 noch immer nicht gegeben.
In meiner Schlussbetrachtung werde ich Karl Marx und Gayatri Chakravorty Spivak gegenüberstellen und versuchen, eine Antwort auf meine Frage zu geben.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Die Geschichte der Menschenrechte
- Die Universalität der Menschenrechte
- Einblick in das Marxsche Denken
- „Zur Judenfrage“ - eine Einleitung
- Marx Kritik an den Menschenrechten
- Fazit der Menschenrechtskritik bei Karl Marx
- Postkolonialismus
- Gayatri Chakravorty Spivak - Ein Einblick in ihr Denken
- Gayatri Chakravorty Spivaks Kritik an den Menschenrechten
- Fazit der Menschenrechtskritik bei Gayatri Chakravorty Spivak
- Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Studienarbeit setzt sich zum Ziel, die Menschenrechtskritik von Karl Marx und Gayatri Chakravorty Spivak zu vergleichen und dabei zu untersuchen, wie Menschenrechte als Herrschaftsinstrument der wirtschaftlichen Mächtigen oder als koloniales Machtmittel eingesetzt werden können.
- Die Entstehung und Entwicklung der Menschenrechte
- Die Kritik an den Menschenrechten aus marxistischer Perspektive
- Die postkoloniale Kritik an den Menschenrechten
- Die Universalität der Menschenrechte
- Die Verwendung von Menschenrechten als Instrument der Macht
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel bietet einen Überblick über die Geschichte der Menschenrechte und stellt die wichtigsten Denkströme und historischen Entwicklungen vor. Das zweite Kapitel befasst sich mit der Universalität der Menschenrechte und beleuchtet die Frage, ob und wie Menschenrechte für alle gelten. Das dritte Kapitel gibt einen Einblick in das Denken von Karl Marx und analysiert seine Kritik an den Menschenrechten in seiner Schrift "Zur Judenfrage". Das vierte Kapitel beschäftigt sich mit dem Postkolonialismus und bietet eine Einführung in diesen wichtigen Forschungsbereich. Das fünfte Kapitel stellt die Autorin Gayatri Chakravorty Spivak vor und analysiert ihre Kritik an den Menschenrechten aus postkolonialer Perspektive.
Schlüsselwörter
Menschenrechte, Marxismus, Postkolonialismus, Universalität, Herrschaftsinstrument, Koloniales Machtmittel, Kritik, Ideengeschichte, "Zur Judenfrage", Gayatri Chakravorty Spivak, "Righting Wrongs- Unrecht richten".
Häufig gestellte Fragen
Wie kritisiert Karl Marx die Menschenrechte?
In "Zur Judenfrage" (1843) kritisiert Marx, dass Menschenrechte primär die Rechte des egoistischen, vom Gemeinwesen getrennten Individuums in der bürgerlichen Gesellschaft schützen.
Was ist die postkoloniale Kritik von Gayatri Spivak?
Spivak analysiert Menschenrechte als potenzielles "koloniales Machtmittel", das westliche Werte exportiert und oft die Stimmen der tatsächlich Unterdrückten übergeht.
Sind Menschenrechte universell gültig?
Die Arbeit untersucht die Spannung zwischen dem Anspruch auf Universalität und der Realität, in der sie oft als Herrschaftsinstrument ökonomisch Mächtiger dienen.
Was bedeutet "Righting Wrongs" bei Spivak?
Dieser Aufsatz von 2008 hinterfragt die Art und Weise, wie Unrecht im globalen Kontext "gerichtet" wird und wer dabei die Deutungshoheit über Gerechtigkeit hat.
Welche Gemeinsamkeiten haben Marx und Spivak in ihrer Kritik?
Beide sehen Menschenrechte kritisch als Werkzeuge, die bestehende Machtverhältnisse (ökonomisch oder kolonial) eher zementieren als grundlegend auflösen könnten.
- Citation du texte
- Jenny Schwarzhaupt (Auteur), 2009, Ein Vergleich der Menschenrechtskritik von Karl Marx und Gayatri Chakravorty Spivak, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146753