Die vorliegende Arbeit geht der Frage nach, welche Chancen und Herausforderungen mit der gemeinsamen Beschulung von Kindern mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf einhergehen. Deutschland hat sich im Jahr 2008 mit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention zur Umsetzung der Inklusion in Schulen verpflichtet. Trotzdem ist die Umsetzung inklusiver Bildung häufig noch mit Gefühlen wie Angst und Zweifeln verbunden.
Im Folgenden soll das Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (kurz: UN-BRK) erläutert werden, das einen wesentlichen Beitrag geleistet hat, Menschen mit Behinderung in die Gesellschaft zu inkludieren und Diskriminierung entgegenzuwirken. Vor allem durch Artikel 24 der UN-BRK wird sichergestellt, dass Schüler*innen mit Behinderung eine Bildung im allgemeinen Schulsystem ermöglicht und weitestgehend erleichtert wird. Darauffolgend wird der Begriff Inklusion ausgeführt, um einen Einblick in die Diskussion um das gemeinsame Lernen von Kindern mit verschiedenen Heterogenitätsmerkmalen zu gewähren. Dabei ist anzumerken, dass es sich bei der schulischen Inklusion nur um einen Teil des Prozesses gesellschaftlicher Inklusion handelt.
Der Umgang des allgemeinen Bildungssystems mit Heterogenität und Vielfalt ist derzeit eine der pädagogischen Kernfragen. Es erfordert ein Schulsystem, das auf Grundlage von Inklusion selbständiges Denken, Kreativität, Innovationsvermögen und Solidarität mit Beeinträchtigung fördert. Die Umsetzung der Tendenzen zu einer toleranten und vielfältigen Entwicklung, geht mit einer enormen Aufgabe für alle Akteur*innen des Bildungssystems einher.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. UN- Behindertenrechtskonvention
3. Begriffserklärung Inklusion
4. Die Umsetzung schulischer Inklusion
4.1 Die Herausforderungen
4.2 Die Chancen
5. Die Entwicklung der schulischen Inklusion
5.1 Aktuelle Zahlen
5.2 Maßnahmen zur Ausweitung der Inklusion
6. Fazit
7. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Umsetzung des inklusiven Unterrichts im Kontext der UN-Behindertenrechtskonvention und analysiert dabei kritisch die Chancen sowie die Herausforderungen, die mit der gemeinsamen Beschulung von Kindern mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf im deutschen Schulsystem verbunden sind.
- Analyse der UN-Behindertenrechtskonvention und deren Auswirkungen auf das Schulsystem.
- Differenzierung zwischen Inklusion und Integration.
- Herausforderungen in der praktischen Umsetzung und Lehrkräfteprofessionalisierung.
- Chancen der Inklusion für die individuelle Entwicklungsförderung und soziale Teilhabe.
- Statistische Auswertung der Inklusionsentwicklung in Deutschland.
Auszug aus dem Buch
Die Herausforderungen
Die Vorstellung der gemeinsamen Beschulung aller Kinder erweitert das separierende System von Regelschule und sonderpädagogischer Förderung, in der nun unterschiedliche professionelle Perspektiven mitwirken. Dadurch kann ein anerkennender, nicht hierarchisierender Blick auf die Individualität aller Schüler*innen gerichtet und die Teilhabe für alle ermöglicht werden (vgl. Hackbarth/ Martens, 2018, 191).
Die Herausforderung, für alle Schüler*innen gleichmäßige Teilhabechancen zu schaffen, erstreckt sich auf verschiedenen Ebenen mit ihren jeweiligen Akteur*innen. Vor allem auf Seite der allgemeinen Schulen, stellt die Ermöglichung eines pädagogisch angemessen Umgangs mit, sich zunehmend ausweitenden Heterogenitätsmerkmalen der Schüler*innen mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf, eine zunehmende Schwierigkeit dar. Auch wenn das Ziel, alle Schüler*innen entsprechend ihrer Lernausgangslagen und -möglichkeiten zu fördern, eigentlich eindeutig und klar ist. (vgl. Middendorf, 2015, 7).
Auf fachlicher Ebene stellt die Bestimmung der gemeinsamen unterrichtlichen Grundlage eine Schwierigkeit dar, da es bisher keine curricularen Vorgaben gibt, die der Heterogenität der Schülerschaft gerecht werden können. So lautet die Aufgabe der inklusiv unterrichtenden Lehrer*innen, aus sonderpädagogischen Vorgaben und curricularen Vorgaben der Regelschulen, ein ‚inklusives‘ Curriculum für die Schüler*innen zu erstellen. Empirische Befunde an inklusiven Grundschulen zeigen jedoch, dass die Lehrer*innen sich weitestgehend an den Kompetenzerwartungen der Regelschüler*innen halten und Abweichungen für Schüler*innen mit Förderbedarf häufig nicht berücksichtigt werden (vgl. ebd., 196f.). Dies ist insofern problematisch, da sich in den dominierenden Vorgaben für Regelschüler*innen,
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Stellt das Thema des inklusiven Unterrichts im Kontext der UN-BRK vor und formuliert die zentrale Fragestellung zur Beschulung von Kindern mit und ohne Förderbedarf.
2. UN- Behindertenrechtskonvention: Erläutert die völkerrechtliche Bedeutung der UN-BRK und die spezifische Relevanz des Artikels 24 für das inklusive Bildungssystem.
3. Begriffserklärung Inklusion: Definiert den Inklusionsbegriff und grenzt diesen im fachlichen Diskurs von dem Konzept der Integration ab.
4. Die Umsetzung schulischer Inklusion: Beleuchtet die komplexen Herausforderungen der praktischen Unterrichtsgestaltung und identifiziert gleichzeitig die positiven Chancen einer inklusiven Beschulung.
5. Die Entwicklung der schulischen Inklusion: Bietet einen statistischen Überblick zur aktuellen Inklusionssituation in Deutschland und beschreibt notwendige Maßnahmen zur Schulentwicklung.
6. Fazit: Fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer verbesserten Lehrkräftebildung sowie einer wertschätzenden Haltung im Umgang mit Heterogenität.
7. Literaturverzeichnis: Listet die verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Referenzen der Arbeit auf.
Schlüsselwörter
Inklusion, UN-Behindertenrechtskonvention, schulische Inklusion, Heterogenität, Sonderpädagogik, Regelschule, Teilhabe, Barrierefreiheit, Lehrkräftebildung, Schulentwicklung, Förderbedarf, Diversität, Bildungsrecht, Diskriminierungsverbot, Inklusive Didaktik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, vor welche Aufgaben das deutsche Schulsystem durch die Umsetzung der inklusiven Beschulung im Rahmen der UN-Behindertenrechtskonvention gestellt wird.
Welche sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die rechtlichen Grundlagen der UN-BRK, die konzeptionelle Abgrenzung von Inklusion und Integration sowie die Auswirkungen auf Schulentwicklung und Didaktik.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel der Arbeit ist es zu analysieren, welche spezifischen Chancen und Herausforderungen für alle Akteure im Bildungssystem entstehen, wenn Kinder mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf gemeinsam unterrichtet werden.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?
Es handelt sich um eine auf Literatur basierende Analyse, die theoretische Konzepte und aktuelle bildungsstatistische Daten verknüpft, um den Status quo der Inklusion zu bewerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in rechtliche Grundlagen, begriffliche Klärungen, die konkrete Umsetzung inklusive Chancen/Herausforderungen sowie einen empirischen Blick auf aktuelle Statistiken und Optimierungsmaßnahmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie Inklusion, Heterogenität, UN-BRK, Teilhabe und schulpädagogische Herausforderungen beschreiben.
Warum wird im Text zwischen Inklusion und Integration unterschieden?
Der Text hebt hervor, dass Integration oft eine bloße Eingliederung in das bestehende System unter gewissen Bedingungen bedeutet, während Inklusion als ein umfassenderes Menschenrecht verstanden wird, das Segregation gänzlich ausschließt.
Welche Maßnahmen schlägt der Text für eine bessere Umsetzung vor?
Der Text unterstreicht die Notwendigkeit multiprofessioneller Teams, regionaler Beratungszentren sowie einer fundierteren Aus- und Fortbildung für Lehrkräfte.
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- Yasmin Müller (Author), 2023, Inklusiver Unterricht zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1467069