Diese Hausarbeit ist thematisch auf Albrecht von Johansdorf und seine Liebesdichtung konzentriert. Es werden drei Lieder von Johansdorf interpretiert und verglichen. Der Schwerpunkt liegt bei dem Vergleich der Figuren in den Liedern. Die verschiedenen Frauen- und Männerrollen machen einen wichtigen Punkt aus, schließlich spielen sie die Hauptrollen in den Liedern. Welche Charaktere sie darstellen und wie sie sich im frühen Minnesang, als auch in den interpretierten Liedern unterscheiden, wird untersucht.
Die ältesten deutschen Liebeslieder stammen aus dem bayrisch- österreichischen Raum und werden um 1160 datiert. Viele davon bestehen noch aus einzelnen Strophen, manche sind anonym, die meisten sind aber schon unter Autorennamen überliefert. Der von Kürenberg, Dietmar von Eist, die Burggrafen von Regensburg und Rietenburg, sowie Meinloh von Sevelingen gelten als die ältesten Minnesänger.
Albrecht von Johansdorf wird auch in den frühen Minnesang eingereiht, er lebte und dichtete zwar eine Generation später als die oben genannten Dichter, aber die typischen Merkmale der donauländischen Lyrik lassen sich bis in seine späten Minnelieder feststellen. Zu einigen Merkmalen gehören beispielsweise das Leid der Frau und der Trost des Mannes. Außerdem
lässt Johansdorf, wie Dietmar oder Kürenberg, in seinen Liedern die Frau im direkten, aber auch in der direkten Art des Wechsels oft zu Worte kommen.
Träger der Liebeserfahrung ist nicht nur, wie in der Trobadorlyrik, - der romanischen Lyrik-, der Mann, sondern auch die Frau. Frauenstrophen sind in der Poetik des frühen Minnesangs sogar ein besonders wichtiger Bestandteil.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Die Person Albrecht von Johansdorf
1.1 Die Frauenfigur
1.2 Die Männerfigur
2. Zu den Liedern von Albrecht von Johansdorf
2.1 „Ich will gesehen, die ich von kinde (MF 90,16)“
2.1.1 Das Minnelied
2.2 „Wie sich minne hebt, daz weiz ich wohl (MF 91,22)“
2.2.1 Das Wechsellied
2.3 „Ich vant si ane houte (MF 93,12)“
2.3.1 Das Dialoglied
3. Schlussfolgerung
Zielsetzung und thematischer Fokus
Die vorliegende Arbeit untersucht das literarische Schaffen von Albrecht von Johansdorf mit einem speziellen Fokus auf die Darstellung und den Vergleich von Frauen- und Männerfiguren in ausgewählten Liebesliedern, um deren Rollenbilder und Charakterisierungen im Kontext des frühen Minnesangs zu ergründen.
- Analyse der Figurenkonstellationen in drei ausgewählten Liedern von Albrecht von Johansdorf.
- Untersuchung von Geschlechterrollen und deren Wandel im Kontext des frühen Minnesangs.
- Vergleich verschiedener Gattungen des Minnesangs (Minnelied, Wechsellied, Dialoglied).
- Erarbeitung der Bedeutung von Minne- und Kreuzzugsthematik im Werk des Autors.
- Interpretation der „huote“ als kontrollierende Instanz und deren Einfluss auf das Handeln der Protagonisten.
Auszug aus dem Buch
1. Die Person Albrecht von Johansdorf
Der Name >>Albertus de Jahenstorf (f)/ Janestorf, Johanstorf<< ist zwischen 1172 und 1209 mehrfach erwähnt für Ministerialen der Bischöfe von Bamberg und von Passau, wie viele sich dahinter verbergen, ist nicht geklärt. Man vermutet, dass dieser Autor um etwa 1165 geboren ist. Im Zentrum seiner Lyrik steht die Minne- und die Kreuzzugsthematik.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung stellt den Autor Albrecht von Johansdorf vor und definiert den Fokus auf die Interpretation von drei Liedern unter Berücksichtigung der Frauen- und Männerrollen.
1. Die Person Albrecht von Johansdorf: In diesem Kapitel werden biographische Informationen zum Autor und der thematische Kern seines Werkes skizziert.
1.1 Die Frauenfigur: Es wird das Spektrum weiblicher Typen im frühen Minnesang sowie die Rolle der Frau in den Minneklagen und Werbeliedern analysiert.
1.2 Die Männerfigur: Dieses Kapitel beleuchtet die unterschiedlichen Perspektiven auf das männliche lyrische Ich und dessen Charakterisierung im Vergleich zu Frauenrollen.
2. Zu den Liedern von Albrecht von Johansdorf: Dies ist das übergeordnete Kapitel zur detaillierten Untersuchung und Interpretation der spezifischen Lieder.
2.1 „Ich will gesehen, die ich von kinde (MF 90,16)“: Eine detaillierte Strophenanalyse dieses Minneliedes hinsichtlich der Hoffnung auf Wiedersehen.
2.1.1 Das Minnelied: Zusammenfassende Betrachtung der Thematik dieses Minneliedes, insbesondere der Hoffnung auf Belohnung für den ritterlichen Dienst.
2.2 „Wie sich minne hebt, daz weiz ich wohl (MF 91,22)“: Analyse des Wechselliedes, das sowohl eine Frauen- als auch eine Mannesklage in monologischer Form vereint.
2.2.1 Das Wechsellied: Vertiefung der Gattungsmerkmale und der spezifischen Kombination von Klagen in diesem Wechsellied.
2.3 „Ich vant si ane houte (MF 93,12)“: Untersuchung dieses Dialogliedes, welches sich durch eine stärkere dramatische Interaktion zwischen den Figuren auszeichnet.
2.3.1 Das Dialoglied: Reflexion über die Gattung des Dialogliedes und die Einzigartigkeit des Minnekonzepts in diesem Werk.
3. Schlussfolgerung: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Liedanalysen zusammen und stellt die unterschiedlichen Minnekonzepte sowie die Rolle der „huote“ final gegenüber.
Schlüsselwörter
Albrecht von Johansdorf, Minnesang, Frauenfigur, Männerrolle, Minneklage, Wechsellied, Dialoglied, Huote, Liebesdichtung, Mittelalter, Mittelhochdeutsch, Minnekonzept, Lyrik, Literaturanalyse, Treue.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von drei ausgewählten Liedern des Minnesängers Albrecht von Johansdorf, wobei der Schwerpunkt auf der Darstellung der Geschlechterrollen liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die Minnethematik, die Rollenverteilung zwischen Mann und Frau, der Einfluss der gesellschaftlichen Kontrolle (huote) sowie die verschiedenen Gattungen des Minnesangs.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist es, die spezifischen Charaktereigenschaften und Rollenbilder der Figuren in den Liedern zu vergleichen und zu untersuchen, wie sich diese im Kontext des frühen Minnesangs unterscheiden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die literaturwissenschaftliche Analyse und Interpretation der Originaltexte, gestützt durch Sekundärliteratur zu den Gattungen des frühen Minnesangs.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Vorstellung des Autors sowie in eine detaillierte, strophenweise Analyse dreier spezifischer Lieder, unterteilt in Minnelied, Wechsellied und Dialoglied.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Albrecht von Johansdorf, Minnesang, Frauen- und Männerrollen, Huote sowie die spezifischen Gattungsbegriffe der mittelhochdeutschen Lyrik.
Warum ist die Rolle der „huote“ in dieser Arbeit so wichtig?
Die „huote“ stellt im Minnesang die gesellschaftliche Überwachung dar, die das Handeln der Protagonisten stark einschränkt und die Dame oft dazu zwingt, ihre wahren Gefühle zu verbergen.
Wie unterscheidet sich das Dialoglied vom Wechsellied in den Analysen?
Während im Wechsellied Frau und Mann übereinander statt miteinander sprechen, herrscht im Dialoglied eine direkte, teils streitbare Kommunikation, die das Minnekonzept und die Rollenbilder anders akzentuiert.
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- Nuran Aksoy (Author), 2002, Albrecht von Johansdorf und seine Minnelyrik im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146356