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Motive und Erzählstrategien in E.T.A Hoffmanns "Der Sandmann". Das Unheimliche, das Pygmalion-Motiv und die Frauenfiguren Clara und Olimpia

Ein GRIN-Sammelband

Titel: Motive und Erzählstrategien in E.T.A Hoffmanns "Der Sandmann". Das Unheimliche, das Pygmalion-Motiv und die Frauenfiguren Clara und Olimpia

Sammelband , 2024 , 78 Seiten

Autor:in: GRIN Verlag (Hrsg.) (Herausgeber:in), Maike Egidi (Autor:in), Maxim Braun (Autor:in), Kinga Donasch (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Dieser Sammelband enthält vier Hausarbeiten.

Die erste Arbeit setzt sich mit den Aspekten der Erzählgestaltung in der Novelle auseinander und betrachtet, wie diese eingesetzt werden, um die Wahrnehmung des Lesers zu steuern und zu beeinflussen. Dabei wird zentral gesetzt, wie einerseits Nathanaels Wahrnehmungen wiedergegeben werden und wie der Leser in seiner Wahrnehmung von Nathanaels Wahrnehmung gelenkt wird. Es soll geklärt werden, inwiefern die angewandten Erzählstrategien die fiktionale Realität verzerren und den Eindruck des Wahnsinns evozieren.

Die zweite Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, was den "Sandmann" von E.T.A. Hoffmann dunkel und unheimlich macht. Dabei wird sowohl auf die epochentypische Unheimlichkeit als auch die inhaltliche Verunsicherung eingegangen. Wodurch wird Unwohlsein und Unbehagen verursacht? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, betrachten wir zunächst die Begrifflichkeit selbst.

Anhand des Pygmalion-Mythos, auf der Basis des Textes aus den Metamorphosen von Ovid, und zwei romantischen Texten aus unterschiedlichen literarischen Kontexten – "Der Sandmann" von E.T.A. Hoffmann und "Ligeia" von Edgar Allan Poe – soll im dritten Text die romantische Aktualisierung des Pygmalion-Stoffes, mit speziellem Fokus auf das Motiv der Augen, verdeutlicht werden. Des Weiteren gilt es herauszuarbeiten, wie der Mythos in den Erzählungen verwendet und verändert wird, und was aus ihm entsteht.

Im Rahmen der vierten Hausarbeit wird die Forschungsfrage beantwortet, inwiefern sich das Frauenbild, welches durch Clara und Olimpia in "Der Sandmann" vermittelt wird, unterscheidet. Aufgrund der Tatsache, dass in der Epoche der Romantik zwei Frauenbilder gegenwärtig waren, beinhaltet diese Hausarbeit eine Analyse der Frauenfiguren der Erzählung. Es wird prognostiziert, dass die Frauenfiguren Clara und Olimpia ein konträres Frauenbild vermitteln.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Wahrnehmungssteuerung in "Der Sandmann". Erzählstrategien

1. Einleitung

2. Rezeptionsästhetik und ihre Bedeutung für die Betrachtung des Sandmanns

3. Erzähltechniken im Sandmann

3.1 Die Textstrukturierung

3.2 Die Erzählhaltung

3.3 Wahn oder fiktionale Realität?

4. Fazit

Das Unheimliche in "Der Sandmann" von E.T.A Hoffmann

1. Einführung

2. Epochentypische Unheimlichkeit und die Strukturelle Ambivalenzen im Textaufbau

3. Inhaltliche Verunsicherung: Das Unheimliche im Text und zwischen den Zeilen

4. Schluss

Das Pygmalion-Motiv in Hoffmanns "Der Sandmann" und Poes "Ligeia". Die Augen als Spiegel oder Abgrund

1. Der Mythos heute und in der Literatur der Romantik

2. Ovids Pygmalion-Mythos und seine Grundmotive

3. Konzepte romantischer Künstlerfiguren

4. Der Sandmann – Ein vielseitiges Nachtstück

4.1 Der Pygmalion-Mythos in der Verlebendigung der Automate

4.2 Die Augen als Spiegel der Seele

4.3 Der Künstler zwischen Innen und Außen

5. Ligeia – Tod und Wiederauferstehung der schönen Frau

5.1 Der Pygmalion-Mythos in der Wiederbelebung von den Toten

5.2 Die Augen der Frau als Abgrund

5.3 Der Künstler als Verdammter

6. Fazit – Zwei pessimistische Künstlerbilder

Die Frauenfiguren Clara und Olimpia in E.T.A. Hoffmanns "Der Sandmann". Das Frauenbild im 19. Jahrhundert

1. Einleitung

2. Zwischen Frauenemanzipation und traditionellem Frauenbild im 19. Jahrhundert

3. Die Frauenfiguren in E.T.A. Hoffmanns Der Sandmann

3.1 Clara

3.2 Olimpia

4. Traditionelles oder emanzipatorisches Frauenbild?

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Dieses E-Book analysiert E.T.A. Hoffmanns Erzählung „Der Sandmann“ aus verschiedenen literaturwissenschaftlichen Perspektiven, um die komplexen Erzählstrategien, das Motiv des Unheimlichen, die Bedeutung des Pygmalion-Mythos sowie die Darstellung weiblicher Identität im 19. Jahrhundert kritisch zu untersuchen.

  • Analyse der Erzähltechniken und der narrativen Wahrnehmungssteuerung.
  • Untersuchung des „Unheimlichen“ im Kontext der Schwarzen Romantik.
  • Vergleichende Analyse des Pygmalion-Motivs und der Künstlerfiguren (Hoffmann und Poe).
  • Deutung der Frauenfiguren Clara und Olimpia unter Berücksichtigung damaliger Rollenbilder.
  • Diskurs über das Spannungsfeld zwischen Realität, Wahn und Fiktion.

Auszug aus dem Buch

Die Augen als Spiegel der Seele

Ein entscheidendes Motiv in Der Sandmann stellen die Augen dar. In der Kindheit Nathanaels ist die Angst vor dem Sandmann dadurch begründet, dass dieser angeblich die Augen der Kinder stiehlt. In der Laborszene schreit Nathanael entsetzt auf, als Coppelius sagt „Augen her, Augen her!“14, daraufhin greift der Advokat den Jungen:

„Nun haben wir Augen – Augen – ein schön Paar Kinderaugen.“ So flüsterte Coppelius, und griff mit den Fäusten glutrote Körner aus der Flamme, die er mir in die Augen streuen wollte.15

Es gehört also zu den Grundängsten des Protagonisten, seine Augen zu verlieren, sei es durch die Fantasie des Sandmanns oder durch den real existierenden Coppelius, welcher den Sandmann für ihn verkörpert. Und später sind es die Augen Olimpias, die den Protagonisten anziehen und, nachdem sie herausgerissen wurden, wieder ins Entsetzen stürzen.

In der Kindheit Nathanaels ist das Sehen eng mit der Heimlichkeit verbunden, wie auch Freud in Das Unheimliche zu zeigen versucht hat. Das Geheimnis rund um den nachts in die Wohnung eindringenden Sandmann, der ihm den Vater entzieht, wird bei Freud mit einer Kastrationsangst in Verbindung gesetzt.16 Die Szene im Labor zwischen Vater und Coppelius wird demnach als ein Geschlechtsakt gedeutet.

Zusammenfassung der Kapitel

Wahrnehmungssteuerung in "Der Sandmann". Erzählstrategien: Diese Arbeit untersucht, wie spezifische Erzähltechniken eingesetzt werden, um die Wahrnehmung des Lesers zu lenken und eine Verbindung zwischen Nathanaels Innenwelt und der fiktionalen Realität herzustellen.

Das Unheimliche in "Der Sandmann" von E.T.A Hoffmann: Hier wird analysiert, wie die Vermischung von Bekanntem und Fremdem sowie die strukturellen Ambivalenzen des Textes beim Leser ein Gefühl des Unbehagens erzeugen.

Das Pygmalion-Motiv in Hoffmanns "Der Sandmann" und Poes "Ligeia". Die Augen als Spiegel oder Abgrund: Dieser Teil vergleicht die Einflüsse des Pygmalion-Mythos auf die Künstlerfiguren bei Hoffmann und Poe, wobei besonders die Augen als visuelles Motiv und psychologischer Spiegel untersucht werden.

Die Frauenfiguren Clara und Olimpia in E.T.A. Hoffmanns "Der Sandmann". Das Frauenbild im 19. Jahrhundert: Diese Analyse setzt sich mit der Emanzipationsgeschichte auseinander und zeigt auf, dass Clara eine rationale, emanzipierte Gegenposition zur passiven, mechanischen Olimpia darstellt.

Schlüsselwörter

E.T.A. Hoffmann, Der Sandmann, Schwarze Romantik, Unheimliches, Erzählstrategien, Pygmalion-Motiv, Augenmotiv, Rezeptionsästhetik, Clara, Olimpia, Frauenbild, Emanzipation, Wahnsinn, Künstlerfigur, Doppelgänger.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Diese Sammlung von Einzelpublikationen bietet eine interdisziplinäre Untersuchung der Novelle „Der Sandmann“ von E.T.A. Hoffmann unter Berücksichtigung von Erzählstrukturen, literarischen Motiven und zeitgenössischen Frauenbildern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die literarische Psychopathologie, die Romantik als Epoche, literarische Mythenadaptation und historische Gender-Studien zur Rolle der Frau im 19. Jahrhundert.

Was ist das primäre Ziel der Analysen?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Hoffmann durch eine geschickte Kombination von Erzähltechniken und symbolischen Motiven wie „Augen“ oder „Automaten“ die Grenze zwischen Wirklichkeit und Wahn für den Leser intentional verschwimmen lässt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Publikationen nutzen primär literaturwissenschaftliche Textanalyse, stützen sich teilweise auf rezeptionsästhetische Ansätze und beziehen historische sowie psychoanalytische Deutungsmuster ein.

Was wird im Hauptteil der verschiedenen Beiträge behandelt?

Behandelt werden die narrative Rahmenkonstruktion, die Spiegelung von Identitäten, der Vergleich mit anderen romantischen Werken wie Poes „Ligeia“ und die Kontrastierung der Frauenfiguren Clara und Olimpia.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Kernbegriffe wie „Das Unheimliche“, „Pygmalion-Motiv“, „Erzählstrategie“ und „Frauenemanzipation“ bilden das theoretische Fundament der vorliegenden literarischen Untersuchung.

Wie unterscheidet sich die Wahrnehmung von Clara und Olimpia in der Novelle?

Clara wird als reflektierte, rationale Frau charakterisiert, die ihre Meinung vertritt, während Olimpia als künstliche, projektionsfähige Automate eine passive und schweigsame Rolle einnimmt, die Nathanael blindlings idealisiert.

Welche Bedeutung hat das Augenmotiv für den Leser?

Das Augenmotiv fungiert in der Erzählung als Spiegel für die psychische Verfassung der Figuren; für den Leser dient es als visuelles Leitsignal, das die Unsicherheit über die fiktionale Realität des Werkes verstärkt.

Warum wird Hoffmanns Erzählung heute noch als modern empfunden?

Die Novelle antizipiert Themen wie die Technologisierung der Natur, psychische Grenzbereiche und die Konstruktion von Identität, die auch im zeitgenössischen Diskurs über künstliche Intelligenz und menschliche Wahrnehmung hochaktuell sind.

Was bedeutet das Scheitern Nathanaels kunsttheoretisch?

Nathanaels Scheitern symbolisiert die Unmöglichkeit des Künstlers in der Romantik, Kunst und Realität in Einklang zu bringen, wobei die Kunst oft als Spiegel der eigenen Fremdheitserfahrung und nicht als echter Ausweg in die Welt fungiert.

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Details

Titel
Motive und Erzählstrategien in E.T.A Hoffmanns "Der Sandmann". Das Unheimliche, das Pygmalion-Motiv und die Frauenfiguren Clara und Olimpia
Untertitel
Ein GRIN-Sammelband
Autoren
GRIN Verlag (Hrsg.) (Herausgeber:in), Maike Egidi (Autor:in), Maxim Braun (Autor:in), Kinga Donasch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2024
Seiten
78
Katalognummer
V1461186
ISBN (eBook)
9783389002889
ISBN (Buch)
9783389002896
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Romantik Sandmann E.T.A. Hoffmann Schwarze Romantik Schauerromantik Augenmotiv hoffmann unheimliche Pygmalion Poe Ligeia Mythos Kunst Literatur frauenfiguren clara olimpia hoffmanns frauenbild jahrhundert
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
GRIN Verlag (Hrsg.) (Herausgeber:in), Maike Egidi (Autor:in), Maxim Braun (Autor:in), Kinga Donasch (Autor:in), 2024, Motive und Erzählstrategien in E.T.A Hoffmanns "Der Sandmann". Das Unheimliche, das Pygmalion-Motiv und die Frauenfiguren Clara und Olimpia, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1461186
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Leseprobe aus  78  Seiten
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