Wie bereits die Rekonstruktion der Herkunft des Autors sowie vor allem die Rezeptionsgeschichte zeigen werden, läßt sich dieser Traktat nicht ohne Schwierigkeiten einordnen. Bis heute gibt es keine einheitliche Meinung darüber, wie und als was das Werk einzuschätzen ist.
Ich werde in meiner Arbeit daher möglichst wertfrei vorgehen, das Werk in seiner Struktur und seinem Inhalt vorstellen, auf Besonderheiten - auch unter theatralem Aspekt - hinweisen sowie einzelne Beiträge und wichtige Argumente in der Diskussion um die Bedeutung des Traktats nennen.
Thema und Rahmen dieser Arbeit erlauben nur einen kleinen Einblick in die Vielschichtigkeit des Traktats. Im Wesentlichen stütze ich mich auf Untersuchungen von Alfred Karnein und Georges Duby (siehe Literaturangaben).
Auf die allgemeine Thematik der Minne bzw. einzelner Modelle höfischer Minne werde ich nur so weit eingehen, wie es für das Verständnis des Textes erforderlich ist, da dies bereits Gegen-stand eines anderen Referats ist.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Zur Minnelehre
- Biographisches
- Zu Struktur und Inhalt des Traktats
- Minnegerichtshof
- König Amor und die Begegnung mit dem Totenheer
- Rezeptionsgeschichte
- Literaturangaben
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Traktat „de amore“ von Andreas Capellanus. Das Werk wird in seiner Struktur und seinem Inhalt vorgestellt, wobei auch auf Besonderheiten, insbesondere unter theatralem Aspekt, hingewiesen wird. Der Fokus liegt darauf, die Bedeutung des Traktats in der Diskussion um die Minnelehre zu beleuchten.
- Die Einordnung des Traktats in den Kontext der Minnelehre
- Die Analyse der Struktur und des Inhalts des Werkes
- Die Rezeption des Traktats in der Literaturgeschichte
- Die theatralen Aspekte des Traktats
- Die Bedeutung des Traktats in der Diskussion um die Minnelehre
Zusammenfassung der Kapitel
- Die Einleitung stellt den Traktat „de amore“ vor und skizziert die Schwierigkeiten bei seiner Einordnung. Es wird betont, dass die Arbeit wertfrei vorgeht und das Werk in seiner Struktur und seinem Inhalt beleuchtet.
- Das Kapitel „Zur Minnelehre“ erläutert den historischen Kontext der Entstehung der Minnelehre im 12. und 13. Jahrhundert. Es werden verschiedene literarische Formen der Minnelehre, wie z.B. die Minneallegorie, das gereimte Streitgespräch und der Prosatraktat, vorgestellt.
- Das Kapitel „Biographisches“ beschäftigt sich mit der Person des Autors Andreas Capellanus und den verfügbaren Informationen über sein Leben und seine Werke.
- Das Kapitel „Zu Struktur und Inhalt des Traktats“ analysiert die Struktur und den Inhalt des Werkes „de amore“. Es werden die wichtigsten Themen und Argumente des Traktats beleuchtet.
- Das Kapitel „Minnegerichtshof“ beschäftigt sich mit dem zentralen Thema des Traktats, dem Minnegerichtshof, und seinen Funktionen in der Minnelehre.
- Das Kapitel „König Amor und die Begegnung mit dem Totenheer“ analysiert die Rolle des Königs Amor und die Begegnung mit dem Totenheer im Kontext des Traktats.
Schlüsselwörter
Die zentralen Schlüsselwörter und Themen des Traktats „de amore“ sind: Andreas Capellanus, Minnelehre, höfische Liebe, Minnegerichtshof, König Amor, Rezeptionsgeschichte, theatralische Aspekte, Literaturgeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dem Werk "de amore" von Andreas Capellanus?
"De amore" ist ein Traktat aus dem 12. Jahrhundert, der die Regeln und das Wesen der höfischen Liebe (Minne) systematisch darstellt und diskutiert.
Was ist ein "Minnegerichtshof"?
Im Traktat werden fiktive Gerichtshöfe beschrieben, in denen adlige Damen über Streitfragen der Liebe entscheiden. Diese dienten der Illustration moralischer und gesellschaftlicher Regeln der Minne.
Wie ist die Struktur des Traktats "de amore"?
Das Werk ist in drei Bücher unterteilt: Die ersten beiden befassen sich mit der Natur der Liebe und wie man sie erlangt, während das dritte Buch eine überraschende Ablehnung der Liebe (reprobatio amoris) enthält.
Welche Rolle spielt "König Amor" im Werk?
König Amor wird als allegorische Figur dargestellt, die über das Reich der Liebenden herrscht und deren Gesetze vorgibt, oft verknüpft mit visionären Begegnungen wie dem Totenheer.
Warum ist die Einordnung des Werkes so umstritten?
Wissenschaftler diskutieren bis heute, ob das Werk ernst gemeint war, als pädagogischer Leitfaden diente oder eine ironische Kritik an der höfischen Gesellschaft darstellte.
- Quote paper
- Astrid Lukas (Author), 1999, Andreas Capellanus - de amore, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14573