In meiner Hausarbeit werde ich die Methode der Sozialen Gruppenarbeit nach § 29 SGB VIII erläutern. Am Anfang definiere ich zunächst einmal die Gruppe. Anschließend gehe ich näher auf die Soziale Gruppenarbeit ein, wozu die Zielgruppen, Formen, Programme und die Qualifikation der Mitarbeiter gehören. Darauf folgt das Phasen bzw. Stufenmodell von Bernstein und Lowy. Zum Schluss erläutere ich kurz den Nutzen des Modells.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Definition Gruppe
3. Soziale Gruppenarbeit § 29 SGB VIII
3.1. Zielgruppen
3.2. Formen
3.3. Programme
3.4. Qualifikation
4. Das Stufenmodell nach Bernstein & Lowy
4.1. Nutzen des Modells
5. Kritik nach Jürgen Henningsen
6. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit der Sozialen Gruppenarbeit als einer wesentlichen Methode der Sozialen Arbeit. Ziel ist es, die theoretischen Grundlagen, die gesetzliche Verankerung im SGB VIII sowie den praktischen Ablauf von Gruppenprozessen anhand etablierter Modelle zu erläutern und kritisch zu reflektieren.
- Definition und Merkmale sozialer Gruppen
- Rechtliche Grundlagen der Sozialen Gruppenarbeit gemäß § 29 SGB VIII
- Differenzierung von Gruppenformen und Programmentwicklung
- Phasenmodell der Gruppenentwicklung nach Bernstein und Lowy
- Wissenschaftliche Kritik und Reflexion der Gruppenpädagogik
Auszug aus dem Buch
Stufe 2: Machtkampf und Kontrolle
Während der zweiten Phase kennen sich die Mitglieder und der Gruppenleiter bereits und wissen sich gegenseitig einzuschätzen. Die Wahrung von Distanz schwindet und die Atmosphäre zeichnet sich durch Vertrautheit aus. Sympathie und Antipathie werden ausgebildet. Die Gruppenmitglieder fangen an, Macht und Kontrolle auszuüben. Das heißt, die Einzelnen beginnen, Einfluss auf die Gruppe auszuüben und ihr Machtpotential auszureizen. „Der Groupworker und andere Mitglieder werden geprüft, und man versucht, die Beziehungen festzulegen und zu formalisieren und eine Ranghierarchie zu errichten.“ Ein soziales Netzwerk mit unterschiedlichen Rollen entsteht. Es bilden sich innerhalb der Gruppe kleinere Grüppchen, Bündnisse werden geschlossen. Es ist durchaus möglich, dass manche die Gruppe verlassen, da sie ihre Position nicht finden. Hat jeder eine Position eingenommen, mit der er zufrieden ist, befindet sich die Gruppe auf einer neuen Ebene. Auf dieser Ebene entstehen Gemeinsamkeiten in der Gruppe. Ein für die Mitglieder verbindliches Normen- und Wertesystem entwickelt sich. Auch in der zweiten Stufe nimmt der Gruppenleiter eine Sonderstellung ein. Er muss auf die Macht- und Kontrollkämpfe reagieren. Einerseits lässt er aufkommende Konflikte und Streitigkeiten zu, andererseits arbeitet er auf deren Beseitigung hin. Der Gruppenleiter kann die vorhandenen Konflikte offen darlegen, den Mitgliedern bewusst machen und sie gemeinsam mit ihnen aktiv bearbeiten. Dadurch können Spannungen gelöst und Ängste abgebaut werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Arbeit führt in die Relevanz der Sozialen Gruppenarbeit ein, beleuchtet deren ethische und wissenschaftliche Anforderungen und skizziert den weiteren Aufbau der Untersuchung.
2. Definition Gruppe: Dieses Kapitel erläutert den Begriff der Gruppe als Sozialgebilde mit gemeinsamen Zielen, Normen und einem strukturierten Rollengefüge.
3. Soziale Gruppenarbeit § 29 SGB VIII: Es wird die gesetzliche Einordnung der Gruppenarbeit als Leistung der Jugendhilfe vorgenommen und auf Zielgruppen, methodische Formen, Programme sowie die Qualifikation der Mitarbeiter eingegangen.
4. Das Stufenmodell nach Bernstein & Lowy: Das Kapitel stellt ein fünfstufiges Modell zur Analyse von Gruppenentwicklungsprozessen vor, von der Orientierung bis zur Ablösung, und erläutert dessen Nutzen für die Praxis.
5. Kritik nach Jürgen Henningsen: Hier erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit der Disziplin der Gruppenpädagogik, wobei insbesondere die Notwendigkeit theoretischer Klärung und methodischer Hinterfragung im Vordergrund steht.
6. Schlussbemerkung: Zusammenfassend wird die Bedeutung der Gruppenarbeit als Lernort zur Persönlichkeitsentwicklung und als Herausforderung für die soziale Arbeit abschließend reflektiert.
Schlüsselwörter
Soziale Gruppenarbeit, Gruppenpädagogik, SGB VIII, Jugendhilfe, Gruppenentwicklung, Stufenmodell, Bernstein und Lowy, Gruppenprozess, Gruppenleiter, Gruppendynamik, Sozialarbeit, Persönlichkeitsentwicklung, Rollengefüge, Konfliktmanagement, Pädagogik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Soziale Gruppenarbeit als Methode der Sozialen Arbeit, ihre theoretischen Fundamente, rechtlichen Rahmenbedingungen und ihre Bedeutung für die praktische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den Schwerpunkten zählen die Definition von Gruppen, die gesetzliche Regelung gemäß § 29 SGB VIII, die Phasen der Gruppenentwicklung und die kritische Reflektion der Disziplin Gruppenpädagogik.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist eine fundierte Darstellung der Sozialen Gruppenarbeit, die Einordnung in ein theoretisches Phasenmodell sowie die kritische Prüfung der Methode hinsichtlich ihrer praktischen und pädagogischen Anwendung.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse, um bestehende Definitionen, rechtliche Vorgaben sowie theoretische Modelle wie das von Bernstein und Lowy und die Kritik von Henningsen zu systematisieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsdefinition, die gesetzlichen Aspekte (§ 29 SGB VIII), die Analyse von Gruppenprozessen mittels eines Stufenmodells sowie eine wissenschaftliche Kritik an der Gruppenpädagogik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Soziale Gruppenarbeit, Gruppenentwicklung, SGB VIII, Gruppendynamik, Gruppenpädagogik, Sozialarbeit, Gruppenleiter und der Ansatz nach Bernstein und Lowy.
Wie unterscheidet sich die "Kursus"-Form von der "fortlaufenden Gruppe"?
Ein Kursus hat eine festgelegte Dauer und Teilnehmerzahl mit einem festen Anfangs- und Endpunkt, während eine fortlaufende Gruppe flexibel ist, in die Mitglieder jederzeit ein- oder austreten können.
Welche Rolle spielt der Gruppenleiter in der Stufe 1 (Orientierung)?
Der Gruppenleiter nimmt eine zentrale Rolle ein, indem er für Schutz und Sicherheit sorgt, Vertrauen aufbaut und das "Dilemma von Annähern und Ausweichen" durch eine einführende, nicht konkurrenzorientierte Programmgestaltung moderiert.
Warum kritisierte Jürgen Henningsen die Gruppenpädagogik?
Henningsen mahnte eine kritische Auseinandersetzung mit den pädagogischen Theorien an, da er Begriffe wie "Gruppenpädagogik" als inhaltlich unbestimmt empfand und die Notwendigkeit sah, die Praxis theoretisch präziser zu explizieren.
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- Marianne Schwarz (Author), 2010, Soziale Gruppenarbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/145067