Wenn an die traditionsreiche deutsche Literatur gedacht wird, dann fallen einem in der Regel zunächst immer die Epochen Barock, Sturm und Drang, Klassik, Romantik, Expressionismus und Moderne und die entsprechenden großen Autoren ein.
Eine literaturgeschichtlich bedeutsame Zeit wird in der öffentlich aber auch literaturwissenschaftlichen Diskussion oft vernachlässigt, obwohl sie auf politischer Ebene betrachtet zu den wichtigsten Stationen der deutschen Geschichte zählt.
Die Rede ist von der Literatur zur Zeit der Weimarer Republik, also von 1918 bis zum Anfang des NS-Regimes 1933.
Ein Grund dafür, dass die Weimarer Republik noch nicht zu den großen literarischen Epochen der deutschen Literaturgeschichte gezählt wird, mag wohl daran liegen, dass sie sich „in all ihren Erscheinungsformen als Zeitalter der Paradoxien und Widersprüche (…)“ vorstellt.
Die Weimarer Republik verdient es sich jedoch trotz dieser Paradoxien und Widersprüche verstärkt in den Fokus der Literaturforschung zu treten, da sie eine Zeit ist, in der Frauen erstmals mit wesentlich größerer Präsenz in der Literaturszene mitwirken.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich daher mit der weiblichen Literatur in der Weimarer Republik und mit den in Verbindung stehenden Phänomenen.
Zunächst müssen jedoch einige zentrale politische, soziale und wirtschaftliche Schwerpunkte der Weimarer Republik näher betrachtet werden, bevor es anschließend um die konkrete Situation der Frau in dieser Zeit geht.
Im nächsten Kapitel soll dann das Phänomen der Neuen Frau zentraler Gegenstand sein, wobei noch der Unterschied zwischen Image und Typus betrachtet und auf die Neue Frau als Autorin eingegangen wird.
Im Anschluss daran wird die für diese Zeit wichtige literarische Bewegung der Neuen Sachlichkeit vorgestellt, indem die Entstehung, Entwicklung und die wichtigsten Charakteristika erläutert werden.
Als Beispiel für eine neusachliche Neue Frau wird dann die Autorin Ruth Landshoff-Yorck und eines ihrer Werke vorgestellt, welches die Eigenschaften einer Neuen Frau und eben auch neusachlichen Schreibens offenlegt.
Zum Abschluss dieser Arbeit folgt ein kurzes und bewertendes Fazit.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Die Weimarer Republik
- Entstehung und Verlauf der Weimarer Republik
- Die Situation der Frauen in der Weimarer Republik
- Die Neue Frau und ihr Selbstverständnis
- Image versus Typus
- Die schreibende Neue Frau
- Die Neue Sachlichkeit
- Über Ruth Landshoff-Yorck
- Die Vielen und der Eine
- Ist Louis Lou eine Neue Frau?
- Biographische Elemente im Roman „Die Vielen und der Eine“
- Neusachliche Elemente im Roman „Die Vielen und der Eine“
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit befasst sich mit der weiblichen Literatur in der Weimarer Republik und den damit verbundenen Phänomenen. Sie untersucht die Rolle der Frau in der Literatur und Gesellschaft dieser Zeit sowie die literarische Bewegung der Neuen Sachlichkeit.
- Die Situation der Frau in der Weimarer Republik
- Das Phänomen der Neuen Frau und ihr Selbstverständnis
- Die Neue Sachlichkeit als literarische Bewegung
- Die Rolle der Frau als Autorin in der Weimarer Republik
- Die Verbindung von Feminismus und neusachlichen Elementen in der Literatur
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Einleitung stellt die Weimarer Republik als eine Zeit der Paradoxien und Widersprüche vor und erklärt, warum sie in der Literaturforschung oft vernachlässigt wird. Sie betont die zunehmende Präsenz von Frauen in der Literaturszene und fokussiert auf die weibliche Literatur dieser Zeit.
- Die Weimarer Republik: Dieses Kapitel beleuchtet die politische, soziale und wirtschaftliche Situation der Weimarer Republik und erklärt die Entstehung der Republik aus der Novemberrevolution. Es diskutiert die Herausforderungen und Erfolge der Weimarer Republik und legt den Fokus auf die Bedeutung der Frauen in dieser Zeit.
- Die Neue Frau und ihr Selbstverständnis: Dieses Kapitel behandelt das Phänomen der Neuen Frau und analysiert die Unterschiede zwischen Image und Typus. Es beleuchtet die Rolle der Frau als Autorin in dieser Zeit und untersucht die spezifischen Charakteristika der weiblichen Literatur.
- Die Neue Sachlichkeit: Dieses Kapitel stellt die literarische Bewegung der Neuen Sachlichkeit vor und erklärt ihre Entstehung, Entwicklung und charakteristischen Merkmale. Es erörtert die Verbindung der Neuen Sachlichkeit mit der weiblichen Literatur und die Auswirkungen dieser Bewegung auf das Selbstverständnis der Frauen.
- Über Ruth Landshoff-Yorck: Dieses Kapitel stellt die Autorin Ruth Landshoff-Yorck als Beispiel für eine neusachliche Neue Frau vor und analysiert ihr Werk. Es untersucht die Eigenschaften einer Neuen Frau und neusachlichen Schreibens in ihrem Werk.
- Die Vielen und der Eine: Dieses Kapitel analysiert den Roman „Die Vielen und der Eine“ und erörtert, ob die Protagonistin Louis Lou als eine Neue Frau angesehen werden kann. Es untersucht biographische Elemente im Roman sowie neusachliche Elemente in der Sprache und Erzählweise.
Schlüsselwörter
Die wichtigsten Schlüsselwörter und Themen dieser Hausarbeit sind: Weimarer Republik, Neue Frau, Neue Sachlichkeit, weibliche Literatur, Feminismus, neusachliches Schreiben, Biografische Elemente, literarische Bewegung, Ruth Landshoff-Yorck, „Die Vielen und der Eine“, Louis Lou.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter dem Phänomen der „Neuen Frau“?
Die „Neue Frau“ der 1920er Jahre zeichnete sich durch wirtschaftliche Unabhängigkeit, ein modernes Selbstverständnis (z.B. Bubikopf, Berufstätigkeit) und eine stärkere Präsenz im öffentlichen Leben aus.
Was kennzeichnet die literarische Richtung der „Neuen Sachlichkeit“?
Sie ist geprägt durch einen nüchternen, beobachtenden Stil, die Abkehr vom Expressionismus und die Darstellung der sozialen und politischen Realität der Weimarer Republik.
Wer war Ruth Landshoff-Yorck?
Sie war eine Autorin der Weimarer Republik, deren Werk „Die Vielen und der Eine“ als Beispiel für neusachliches Schreiben und die Darstellung der modernen Frau gilt.
Wie veränderte sich die Situation der Frauen politisch nach 1918?
Mit der Weimarer Verfassung erhielten Frauen erstmals das Wahlrecht und theoretisch eine rechtliche Gleichstellung, auch wenn die gesellschaftliche Realität oft noch von alten Rollenbildern geprägt war.
Warum wird die Weimarer Republik als „Zeitalter der Paradoxien“ bezeichnet?
Weil sie gleichzeitig von kultureller Blüte und Moderne sowie von politischer Instabilität, wirtschaftlicher Not und tiefen sozialen Krisen geprägt war.
- Quote paper
- Paulo L. (Author), 2009, Die Neue Frau und andere Phänomene in der Literatur der Weimarer Republik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144592