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Zu: Franz Marc - "Blaues Pferd 1"

Titel: Zu: Franz Marc - "Blaues Pferd 1"

Hausarbeit , 2003 , 15 Seiten , Note: 2

Autor:in: Corinna Friedrich (Autor:in)

Kunst - Malerei
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Das „Blaue Pferd 1“ (1911) ist eines von Marcs berühmtesten Bildern. Es wurde mit Öl auf Leinwand gemalt und besitzt die Maße 112,5 x 84,5 cm. Heute ist es in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus in München zu besichtigen.
Auf dem Gemälde ist ein „aufgerichtetes, kantig- ungelenkes blaues Fohlen voll jugendlicher Kraft zu erkennen, das den Kopf wie sinnend zur Seite neigt“ . „Es verhält dicht vor dem Betrachter und füllt mehr als die linke Bildhälfte aus“ , auch hebt es sich von der bunten Hügellandschaft im Hintergrund ab. Dieser ist in verschiedene Bildgründe eingeteilt, die nicht eindeutig definierbar sind, da es fließende Übergänge in den Farben und Hügelformationen gibt, die sich bis an den oberen Rand des Bildes ausdehnen. Das Pferd gibt den Eindruck eines Vermittlers zwischen Vorder- und Mittelgrund. Vorne rechts im Bild ist eine Agave zu erkennen, die eine Huldigung an Gauguin sein soll. Insgesamt ist der Vordergrund detaillierter, aber trotzdem einfach gehalten, während die geometrischen, kreisförmigen Hügel im Hintergrund mit zunehmender Entfernung immer zarter dargestellt sind, teilweise sogar nur noch in weiß.
Es ist ein eindeutiger Pinselduktus erkennbar, der dem Bild einen strichigen Ausdruck mit teilweise kantigen, teilweise harmonischen Übergangen verleit. Die Komposition des Bildes ist eindeutig geometrisch durchdacht. Zum einen zieht sich eine Diagonale durch das ganze Bild, angefangen im linken oberen Eck in Form eines grünen Streifens, über die Brust des Pferdes, bis hin zur Blattkrümmung der Pflanze im rechten unteren Eck. Zum anderen sind zwei Parallelen jeweils von links unten nach rechts oben in der Strichführung der Hügel zu erkennen: die obere führt genau hinter dem Kopf und Hals des Pferdes vorbei, die untere hinter den Beinen. Die sich wiederholenden geometrischen Formen eines Halbkreises sowohl in der Hügellandschaft als auch am gesamten Körper des Tieres, vermitteln eine innere Harmonie im gesamten Bild.
Insgesamt gesehen besitzt das Werk eine leichte Aufsicht: der erste Blick fällt auf den Kopf des Pferdes, dann wandert er nach unten auf den Körper, und schließlich auf die rechte Bildhälfte.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1.) Der Lebenslauf Franz Marcs und die Gründung des „Blauen Reiters“

2.) Franz Marc „Blaues Pferd 1“ (1911)

2.1) Bildbeschreibung / Komposition

2.2) Farbgebung

2.3) Die Bedeutung des Tierbildes bei Franz Marc

2.4) Marcs künstlerische Weiterentwicklung am Beispiel „Der Turm der blauen Pferde“

3.) Kunstgeschichtliche Einordnung des Werkes

4.) Anhang

4.1) Bibliographie

4.2) Skizze: „Junges Pferd in Berglandschaft“

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, Franz Marcs Gemälde „Blaues Pferd 1“ aus dem Jahr 1911 sowohl formal-ästhetisch als auch kunsthistorisch zu analysieren. Dabei wird insbesondere untersucht, wie Marc durch seine spezifische Farbtheorie und die symbolische Darstellung von Tieren versucht, eine neue, vergeistigte Einheit zwischen Natur und Kunst zu schaffen.

  • Biografischer Hintergrund von Franz Marc und die Entstehung der Gruppe „Der Blaue Reiter“.
  • Detaillierte Analyse der Komposition, Farbgebung und der anti-naturalistischen Darstellung.
  • Untersuchung der Tierdarstellung als Symbol für Naturverbundenheit und geistige Prozesse.
  • Vergleichende Betrachtung der künstlerischen Entwicklung hin zum Werk „Der Turm der blauen Pferde“.
  • Kunstgeschichtliche Kontextualisierung im Frühexpressionismus zwischen Fauvismus und Orphismus.

Auszug aus dem Buch

Farbgebung

Marcs Werk ist geprägt von seiner anti-naturalistischen Darstellung des Pferdes und der Landschaft. Das Bildganze wird beherrscht von einem Spannungsfeld komplementärer Farbkontraste. „Das koehlersche junge und ungeschickt dastehende Pferd malt Marc bläulich-weiß“ mit dunkelstem Marineblau in Hufe und Mähne. „Alle Farben ringsherum leuchten in morgendlicher Frische und Unverbrauchtheit. Auf dem Grunde ein helles Grün und Zinnober, im Bildmittelpunkt zwischen den Beinen ein strahlendes Kadmiumgelb, das sich zwischen eine Schichtung karminroter Hügel schiebt. Diese werden dunkelviolett und über sie erhebt sich eine hohe, blaue Bergkuppe. Aber die höchste Wölbung des Bildes wird von der Mähne des jungen Pferdes gebildet.“ Zuoberst schließt ein zartrosa Himmel den Bildrand harmonisch ab.

„In selten reiner Weise wird hier die Farbtheorie Marcs anschaulich, die für viele seiner reifen Werke maßgeblich ist.“ In einem Brief an August Macke im Jahre 1910 erklärt er: “Blau ist das männliche Prinzip, herb und geistig. Gelb ist das weibliche Prinzip, sanft, heiter und sinnlich. Rot ist die Materie, brutal und schwer und stets die Farbe die von den anderen beiden überwunden werden muss.“

Zusammenfassung der Kapitel

1.) Der Lebenslauf Franz Marcs und die Gründung des „Blauen Reiters“: Dieses Kapitel skizziert den Werdegang von Franz Marc vom Theologiestudium hin zur Malerei und beschreibt die Gründung sowie die ideologische Ausrichtung der Künstlergruppe „Der Blaue Reiter“.

2.) Franz Marc „Blaues Pferd 1“ (1911): Hier erfolgt eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Hauptwerk, unterteilt in die formale Bildbeschreibung, die spezifische Farbtheorie des Künstlers und die symbolische Bedeutung der Tierdarstellungen.

2.1) Bildbeschreibung / Komposition: Der Abschnitt konzentriert sich auf die geometrische Struktur, den Pinselduktus und die räumliche Anordnung der Bildelemente des „Blauen Pferd 1“.

2.2) Farbgebung: Dieses Kapitel erläutert Marcs anti-naturalistische Farbwahl, die gezielte Nutzung von Kontrasten und den symbolischen Gehalt der einzelnen Farben in Bezug auf das männliche und weibliche Prinzip.

2.3) Die Bedeutung des Tierbildes bei Franz Marc: Die Analyse beleuchtet das Tier als Symbol der Naturverbundenheit und als Projektionsfläche für die Suche des Künstlers nach einem „reineren“ Wesen.

2.4) Marcs künstlerische Weiterentwicklung am Beispiel „Der Turm der blauen Pferde“: Ein Vergleich mit späteren Werken zeigt den Wandel hin zu einer stärkeren Abstraktion und der „sakralen Utopie“ in Marcs Spätwerk.

3.) Kunstgeschichtliche Einordnung des Werkes: Dieses Kapitel verortet das Gemälde stilgeschichtlich im Kontext des Frühexpressionismus, insbesondere im Spannungsfeld zwischen Fauvismus und dem kubistischen Orphismus.

4.) Anhang: Dieser Teil enthält das Literaturverzeichnis sowie eine Skizze, die den Entstehungsprozess des Bildes illustriert.

Schlüsselwörter

Franz Marc, Blaues Pferd, Der Blaue Reiter, Expressionismus, Farbtheorie, Komplementärkontrast, Tierbild, Abstraktion, Kunstgeschichte, Malerei, Moderne, Symbolik, Naturverbundenheit, Frühexpressionismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Gemälde „Blaues Pferd 1“ von Franz Marc unter Berücksichtigung von Stil, Farbsymbolik und dem zeitgeschichtlichen Kontext der klassischen Moderne.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Analyse?

Zentral sind der biographische Weg von Franz Marc, die künstlerische Konzeption der „Blauen Reiter“-Gruppe, die Farbtheorie des Künstlers sowie die kunsthistorische Einordnung der Abstraktion im Expressionismus.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die ästhetischen und inhaltlichen Intentionen Franz Marcs offenzulegen, die ihn dazu brachten, Tiere in einer anti-naturalistischen und hochsymbolischen Weise darzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt kunsthistorische Analysemethoden, insbesondere die formale Bildanalyse kombiniert mit einer vergleichenden Stilkritik und der Auswertung zeitgenössischer kunsttheoretischer Briefe des Künstlers.

Was behandelt der Hauptteil der Publikation?

Der Hauptteil fokussiert sich auf die detaillierte Untersuchung des „Blauen Pferd 1“, von der geometrischen Komposition bis zur tiefgreifenden Farbsymbolik und dem späteren Übergang zur Abstraktion.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind „Animalisierung der Kunst“, „Wesensfarbe“, „Anti-Naturalismus“, „Frühexpressionismus“ und das „Geistige in der Kunst“.

Welche Rolle spielt die Skizze „Junges Pferd in Berglandschaft“ für den Vergleich?

Die Skizze dient als Beleg für die „veredelnde, monumentalisierende Tendenz“ des Künstlers, da sie zeigt, wie Marc das ursprünglich realistischere Fohlen im Ölgemälde stärker stilisierte.

Warum ordnet die Autorin das Werk in den Frühexpressionismus ein?

Aufgrund der radikalen Vereinfachung, der Verzerrung der Proportionen und der Verwendung ungebrochener Farben, die typisch für den Aufbruch vor dem Ersten Weltkrieg sind.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Zu: Franz Marc - "Blaues Pferd 1"
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Kunstgeschichte)
Note
2
Autor
Corinna Friedrich (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
15
Katalognummer
V14403
ISBN (eBook)
9783638198189
ISBN (Buch)
9783638746885
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Franz Marc Blaues Pferd
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Corinna Friedrich (Autor:in), 2003, Zu: Franz Marc - "Blaues Pferd 1", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14403
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Leseprobe aus  15  Seiten
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