Eine moderne Demokratie ist auf leistungsfähige und leistungsbereite politische Eliten angewiesen, die die pluralen Prinzipien der demokratischen Gesellschaft nicht nur praktizieren, sondern ebenso verkörpern. Betrachtet man die Entwicklung der europäischen Demokratien, so wird deutlich, wie stark die jeweiligen historischen Eliten die Demokratisierung der Gesellschaften befördert, wenn nicht erst ermöglicht haben. Untersucht man in diesem Zusammenhang die Entstehung und Entwicklung der türkischen Republik zu einer modernen Demokratie, so sind eben diese Tendenzen der Elitensteuerung zu entdecken. Die Türkei entstand aus einer elitären, zunächst militärisch geprägten Elite und ist immer noch maßgeblich von Eliten und charismatischen Führungspersönlichkeiten geprägt – in positivem sowie in negativem Sinne.
Daher soll im folgenden die politische Elite der Türkei in ihrer Wirkung auf die türkische Demokratie untersucht werden. Die leitende Frage ist hierbei, ob und inwieweit diese Elite zur anhaltenden Instabiltät der 3. Republik beiträgt oder diese sogar auslöst und ermöglicht
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Theorie
- Eliten und Massendemokratie
- Eliten und pluralistische Kommunikation
- Systemerhaltung, Systemstabilität
- Anforderungskatalog
- Das (Fehl-)Verhalten der Elite
- Qualifikation
- Bürokratie, Verwaltung, Justiz
- ,,Spielregeln“und Demokratische Selbstkontrolle
- Systemerhaltung
- Militär
- .Ausblick/Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Seminararbeit untersucht die politische Elite der Türkei und deren Einfluss auf die anhaltende Instabilität der 3. Republik. Sie analysiert, inwieweit die Elite die demokratischen Prinzipien ausübt und fördert, die für eine stabile Demokratie notwendig sind.
- Elitenkonkurrenztheorie von J. A. Schumpeter
- Elitenverhalten anhand fester Kriterien
- Bedeutung des Militärs und der Justiz in der Türkei
- Die Rolle der AKP-Regierung seit 2002
- Die Auswirkungen der politischen Elite auf die türkische Demokratie
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema der politischen Eliten in der Türkei ein und stellt die Leitfrage der Arbeit dar: Inwiefern tragen die Eliten zur Instabilität der türkischen Republik bei? Kapitel 2 stellt die Elitenkonkurrenztheorie von Schumpeter vor, ergänzt durch historische Elitetheorien und einen kommunikationsorientierten Deutungsansatz, um Kriterien zur Überprüfung des Elitenverhaltens festzulegen. In Kapitel 3 wird die Elite anhand dieser Kriterien untersucht, wobei die Rolle des Militärs und der Justiz im Fokus steht. Der Schwerpunkt liegt auf der Zeit der AKP-Regierung seit 2002.
Schlüsselwörter
Politische Eliten, Türkei, Instabilität, Demokratie, Elitenkonkurrenz, Schumpeter, Militär, Justiz, AKP, pluralistische Prinzipien, Rechtsstaatlichkeit, demokratische Selbstkontrolle.
Häufig gestellte Fragen
Welche Rolle spielen politische Eliten in der türkischen Demokratie?
Die Türkei ist stark von charismatischen Führungspersönlichkeiten und elitären Strukturen (oft militärisch geprägt) beeinflusst, die die demokratische Entwicklung sowohl fördern als auch behindern können.
Was besagt die Elitenkonkurrenztheorie von Schumpeter?
Schumpeter definiert Demokratie als ein System, in dem Eliten um die Stimmen des Volkes konkurrieren. Die Qualität der Demokratie hängt dabei maßgeblich vom Verhalten dieser Eliten ab.
Warum gilt die 3. Republik in der Türkei als instabil?
Die Arbeit untersucht, ob das Fehlverhalten der Eliten, mangelnde demokratische Selbstkontrolle und die starke Rolle von Militär und Justiz zur Instabilität beitragen.
Welchen Einfluss hat die AKP-Regierung seit 2002?
Die Arbeit analysiert das Verhalten der politischen Elite unter der AKP und deren Umgang mit pluralistischen Prinzipien und Rechtsstaatlichkeit.
Was gehört zum "Anforderungskatalog" an eine demokratische Elite?
Dazu zählen die Achtung der Spielregeln, die Akzeptanz von Pluralismus, die Wahrung der Justizunabhängigkeit und die Verpflichtung zur Systemerhaltung statt Eigennutz.
- Quote paper
- Patrick Galke (Author), 2008, Die Politischen Eliten der Türkei, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/143257