Dieser Unterrichtsentwurf zeigt eine Einstiegsstunde zum Thema "Armut und Reichtum" für die 8. Klasse im Fach Ethik. Der Einstieg erfolgt anhand eines Rollenspiels, zu dem die passenden Materialien im Entwurf enthalten sind. Zudem beinhaltet der Entwurf eine fachliche und didaktische Analyse, eine Powerpointpräsentation, einen Informationstext und weitere Materialien.
Im Bildungsplan Baden-Württemberg aus dem Jahr 2016 ist für die Klassenstufen 7 und 8 im Fach Ethik das Thema "Armut und Reichtum" angesetzt. Vorrangig soll es hierbei um das menschenwürdige Leben in Armut und Reichtum gehen, aber übergreifend auch um Gerechtigkeit, Freiheit und Verantwortung. Im Zusammenhang mit dem Leben in Armut stehen außerdem grundlegende Menschenrechte sowie Kinderrechte. Armut ist prinzipiell ein soziales Phänomen, das den Zustand der sozialen Benachteiligung beschreibt.
In der ersten Unterrichtseinheit soll es vordergründig um die Frage gehen, was Armut eigentlich ist und was es bedeutet arm zu sein. Zum einen ist hierbei die Unterscheidung zwischen absoluter und relativer Armut zentral, zum anderen gibt es auch innerhalb der beiden Kategorien viele Untergruppen. Armut lässt sich in viele Dimensionen unterteilen, von denen die materielle Armut, die wohl die offensichtlichste ist. Mit ihr einher gehen aber auch kulturelle, politische, geistig-seelische und die emotionale Armut. Geht man von den Ursachen aus, lässt sich die Armut außerdem in selbstverursachte oder von-uns-mitverursachte, innerstaatlich oder global-verursachte und transitorisch oder strukturelle Armut unterteilen. Die Bewertung von Armut hängt häufig davon ab, wie sie gesehen wird bzw. welche Dimension betrachtet wird. Die unterschiedlichen Aspekte und Dimensionen bedeuten jedoch nicht, dass die Definition von Armut beliebig ist. Maßstäbe wie die Bedürfnispyramide, Grund- und Menschenrechte, Nussbaums Fähigkeiten-Liste oder die Daten der Weltbank sind zentrale Anhaltspunkte, die dabei helfen, die Armut besser fassen zu können.
Inhaltsverzeichnis
1. Fachwissenschaftliche Sachanalyse
2. Didaktische Analyse
2.1 Einordnung in die Unterrichtsreihe
2.2 Didaktik der Unterrichtsstunde
3. Kompetenzen und Ziele
4. Methodik
5. Literatur
6. Anhang
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieses Unterrichtsentwurfs für das Fach Ethik in der 8. Klasse ist es, Schülerinnen und Schüler für das Phänomen Armut zu sensibilisieren, Begriffe der Armut und ihre Dimensionen zu definieren und ein Verständnis für die damit verbundenen Fragen von Gerechtigkeit, Freiheit und Verantwortung zu entwickeln. Die zentrale Forschungsfrage bzw. Leitfrage der Unterrichtseinheit lautet: „Was ist Armut und was bedeutet es, arm zu sein?“
- Sensibilisierung für Armut als soziales Phänomen in verschiedenen Kontexten (global und lokal).
- Differenzierung zwischen absoluter und relativer Armut sowie ihren jeweiligen Erscheinungsformen.
- Förderung der personalen Kompetenz „Wahrnehmen und sich hineinversetzen“ durch methodisch abwechslungsreiche Übungen wie Rollenspiele.
- Reflexion über die Abhängigkeit von Lebensbedingungen und Elternhaus.
- Befähigung zur altersangemessenen Analyse von Lebensbedingungen und deren ethischen Implikationen.
Auszug aus dem Buch
1. Fachwissenschaftliche Sachanalyse
Im Bildungsplan Baden-Württemberg aus dem Jahr 2016 ist für die Klassenstufen 7 und 8 im Fach Ethik das Thema „Armut und Reichtum“ angesetzt. Vorrangig soll es hierbei um das menschenwürdige Leben in Armut und Reichtum gehen, aber übergreifend auch um Gerechtigkeit, Freiheit und Verantwortung. Im Zusammenhang mit dem Leben in Armut stehen außerdem grundlegende Menschrechte sowie Kinderrechte. Armut ist prinzipiell ein soziales Phänomen, das den Zustand der sozialen Benachteiligung beschreibt.
In Deutschland wächst mehr als jedes fünfte Kind in Armut oder an der Armutsgrenze auf, weltweit ist es sogar jedes dritte Kind, also ca. 385 Millionen Kinder. Während das Leben in absoluter Armut, d.h. ohne eine befriedigende Versorgung mit Wasser, Nahrung, Wohnraum, Kleidung und medizinischer Hilfe ein sichtbares aber scheinbar weit entferntes Problem ist, ist die relative Armut in Deutschland zwar nah, jedoch eher unsichtbar. Vor allem kinderreiche Familien, Alte und Kranke, Alleinerziehende, Niedriglöhner und Arbeitslose sind von der relativen Armut in Deutschland bedroht oder leben bereits unter der Armutsgrenze.
In der ersten Unterrichtseinheit soll es vordergründig um die Frage gehen, was Armut eigentlich ist und was es bedeutet arm zu sein. Zum einen ist hierbei die Unterscheidung zwischen absoluter und relativer Armut zentral, zum anderen gibt es auch innerhalb der beiden Kategorien viele Untergruppen. Armut lässt sich in viele Dimensionen unterteilen, von denen die materielle Armut, die wohl offensichtlichste ist. Mit ihr einher gehen aber auch kulturelle, politische, geistig-seelische und die emotionale Armut. Geht man von den Ursachen aus, lässt sich die Armut außerdem in selbstverursachte oder von-uns-mitverursachte, innerstaatlich oder global-verursachte und transitorisch oder strukturelle Armut unterteilen. Die Bewertung von Armut hängt häufig davon ab, wie sie gesehen wird bzw. welche Dimension betrachtet wird. Die unterschiedlichen Aspekte und Dimensionen bedeuten jedoch nicht, dass die Definition von Armut beliebig ist. Maßstäbe wie die Bedürfnispyramide, Grund- und Menschenrechte, Nussbaums Fähigkeiten-Liste oder die Daten der Weltbank sind zentrale Anhaltspunkte, die dabei helfen, die Armut besser fassen zu können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Fachwissenschaftliche Sachanalyse: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des Themas Armut und Reichtum, unterteilt in verschiedene Formen wie absolute und relative Armut sowie deren Ursachen und Dimensionen.
2. Didaktische Analyse: Hier wird der Bezug zur Unterrichtsreihe hergestellt und die didaktische Reduktion für die 8. Klasse begründet, um das komplexe Thema altersgerecht zu behandeln.
3. Kompetenzen und Ziele: In diesem Abschnitt werden die prozessbezogenen Kompetenzen definiert, insbesondere das Wahrnehmen und Hineinversetzen in andere Lebensperspektiven.
4. Methodik: Dieses Kapitel beschreibt den methodischen Aufbau der Unterrichtseinheit, insbesondere den Einsatz von Rollenspielen zur kognitiven Aktivierung der Schülerinnen und Schüler.
5. Literatur: Dieser Teil führt sämtliche verwendeten Quellen und Lehrmaterialien auf, die zur Erstellung des Unterrichtsentwurfs herangezogen wurden.
6. Anhang: Hier werden weiterführende Materialien wie der Verlaufsplan, Rollenkärtchen und Arbeitsblätter zur praktischen Umsetzung im Unterricht gelistet.
Schlüsselwörter
Armut, Reichtum, Ethik, absolute Armut, relative Armut, materielle Armut, soziokulturelle Armut, emotionale Armut, soziale Benachteiligung, Gerechtigkeit, Menschenrechte, Kinderrechte, Rollenspiel, Lebenswelt, Klassenstufe 8.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Unterrichtsentwurf grundsätzlich?
Es handelt sich um einen methodisch strukturierten Entwurf für eine Ethikstunde in der 8. Klasse, die sich mit dem Phänomen Armut und Reichtum befasst.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit behandelt die Definition und Einordnung von Armut, die Abgrenzung von Armutsbegriffen, ethische Fragen nach Gerechtigkeit und Verantwortung sowie die Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtseinheit?
Ziel ist es, dass Schülerinnen und Schüler die Problematik von Armut wahrnehmen, beschreiben und ein grundlegendes Verständnis für die verschiedenen Dimensionen von Armut entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Aktivierung genutzt?
Es wird primär ein Rollenspiel eingesetzt, um ein Hineinversetzen in unterschiedliche soziale Lebensgeschichten zu ermöglichen und die kognitive Aktivierung zu steigern.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fachwissenschaftliche Sachanalyse, eine didaktische Einordnung sowie eine detaillierte methodische Planung inklusive Arbeitsblättern und Leitfragen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Neben den Kernbegriffen "Armut" und "Reichtum" sind "materielle/emotionale/soziokulturelle Armut" sowie "Gerechtigkeit" und "Selbstbestimmung" zentral.
Warum wird im Unterricht ein Rollenspiel mit Rollenkärtchen statt einer freien Diskussion bevorzugt?
Das Rollenspiel bietet einen geschützten Rahmen, bei dem Schülerinnen und Schüler nicht gezwungen sind, ihre eigene prekäre finanzielle Situation preiszugeben, was Mobbing vorbeugt.
Wie werden die Lehrinhalte in der Unterrichtsstunde gesichert?
Die Sicherung erfolgt durch ein gemeinsames Tafelbild, das mit Hilfe des Sachtextes erstellt wird, wodurch die wichtigsten Aspekte der Armut festgehalten und für Folgestunden verfügbar gemacht werden.
- Arbeit zitieren
- Selina Krebs (Autor:in), 2022, Was ist Armut? Beschreibungen und Bestimmungsfaktoren des Phänomens Armut (8. Klasse Ethik), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1431906